Große Liebe zu kleinen Isländern

Meike Halle vom Islandpferdeverein Weimarer Land liebt die „Isis“.
Mechelroda: Dorfstraße 12 a | Von der ­Größe einem Pony sehr ähnlich, mit starken Gliedmaßen und einem 1000-jährigen Stammbaum: Islandpferde sind in Deutschland nicht allzu häufig anzutreffen. Doch die Gruppe jener Tierfreunde, die ihr Herz gerade an diese Rasse verschenken, wird immer größer. Auch im Weimarer Land sind sie anzutreffen.

In Mechelroda hat der Islandpferdeverein Weimarer Land seinen Sitz. Rund 40 Mitglieder zählt er. Zu ihnen gehört Stefan Halle, der Vereinsvorsitzende. Auch Frau und Tochter machen mit. Sie sind fasziniert von diesen Pferden, die liebevoll „Isis“ genannt werden. Zumeist sind die Vereinsmitglieder mit ihren Pferden über den Landkreis verteilt. Neun Isländer aber stehen in Mechelroda in einer Stallanlage. Das wäre nicht zwingend notwendig. Denn die Tiere gelten als robust und widerstandsfähig. In ihrer Heimat Island am ­Polarkreis sind sie härtester Witterung ausgesetzt. Oftmals leben sie in freier Natur. Ihre stark ausgeprägten Gliedmaßen zeugen von ihrem Einsatz als Transporttiere. Sie ermöglichen es, dass nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene sie reiten können. 30 bis 35 Jahre werden sie alt und überschreiten die Lebenserwartung hiesiger Pferde fast um die Hälfte.

Dass diese Robustheit vererbt werden kann, ist den strengen Zuchtkriterien zuzuschreiben. Als Islandpferd gilt nur, wenn sich der Stammbaum des Tieres lückenlos bis nach Island zurückverfolgen lässt. In Island selbst ist die Einfuhr von Pferden verboten. So kann es zu keinen Kreuzungen kommen. „Die Pferde sind ziemlich teuer“, erläutert Stefan Halle. Deshalb teilen sich die Vereinsmitglieder oftmals die Unterhaltung für eines der Tiere.

Im Islandpferdeverein Weimarer Land sind Freizeitreiter organisiert. „Trotzdem verbringen wir sehr viel Zeit mit unseren Pferden“, erzählt Halle. Denn die Isländer sind nicht nur durch Herkunft und Körperbau etwas Besonderes. Sie beherrschen auch den Tölt. Neben Schritt, Trab und Galopp eine vierte Gangart. „Es ist wie ein Gleiten“, sagt Halle. Ein Bein ist auf dem Boden, die drei anderen sind in der Luft. Deshalb gibt es für Freizeitsportler spezielle Turniere. Für die Profis finden sogar Weltmeisterschaften statt.


HINTERGRUND

In Deutschland leben 60 000 Islandpferde, etwa 22 000 Islandfreunde sind in Vereinen organisiert. Ein Islandpferd hat eine lange Mähne und einen langen Schweif. Im Winter tragen sie ein ganz dickes, pelzig wirkendes Fell. Im Rennpass können sie bis zu 52 Kilometer pro Stunde zurücklegen. Die Pferde tragen adlige, aus dem Isländischen stammende
Namen.

TERMIN
Am 21. September lädt der Verein zum sogenannten Hestadagar nach Mechelroda ein. Hestadagar kommt aus dem Isländischen und bedeutet Pferdetag. Alle Pferderassen und ihre Reiter sind eingeladen, sich in unterschiedlichen Wettbewerben zu messen.
www.ipv-weimarerland.de
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