Führung gleich Bildung

Dr. Nikolaus Griebel ist Architekt und unterrichtete viele Jahre als Hochschullehrer an der Bauhaus-Universität. Seit 1999 arbeitet er als Stadtführer. 2006 übernahm er den Vorsitz des Vereins der Stadtführer Weimar. Er schrieb zwei Bücher: „Ein Tag in Weimar – Wanderungen zu Weimarer Stadtarchitekturen“ und „Vergleichende Zeittafeln der Geschichte der Stadt Weimar“.
Am 21. Februar war Weltgästeführertag, in diesem Jahr mit dem Thema „Menschen und Märkte“. Aus diesem Anlass sprach AA-Redakteurin Simone Schulter mit dem Vorsitzender des Vereins der Stadtführer Weimar, Dr. Nikolaus Griebel, über Wagner und van de Velde, Angebote und Ambitionen.

Wie sind Sie Stadtführer geworden?
Ich habe 1998 an der Volkshochschule eine Ausbildung als Stadtführer begonnen und im Kulturstadtjahr 1999 erste Führungen übernommen. Das Kulturstadtjahr war der Auslöser. Ich war an der Weimarer Geschichte interessiert und hatte als Architekt viel über die Baugeschichte der Stadt zu erzählen.

Weimars Stadtgeschichte wird immer wieder durch nationale und internationale Themenjahre tangiert. Da muss man als Stadtführer doch immer wieder Neues lernen?
Deshalb begreifen wir uns zugleich als Bildungsverein. Wir geben jedes Jahr zwei Stadtführerbriefe heraus mit wichtigen Informationen und Hintergrundwissen. Dazu organisieren wir Vorträge und Exkursionen. In diesem Jahr werden wir nach Eisleben fahren und uns auf Luthers Spuren weiterbilden.

Wir feiern in diesem Jahr auch Richard Wagners 200. Geburtstag. Inwieweit gibt es dazu Angebote?
So viel kann man in Weimar mit ihm nicht verbinden. Das Jubiläum wird im Verein deshalb keine Aktivitäten auslösen. Als Vereinsmitglieder freuen wir uns aber auf das Konzert am 13. Juli im Weimarhallenpark, wenn die Staatskapelle Weimar zur Eröffnung des Kunstfestes Wagner spielt. Wir rücken stattdessen Henry van de Velde mit speziellen Führungen in den Fokus, zeigen unseren Gästen die Villen, die er geschaffen hat. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei auf dem Gebäudeensemble der Bauhaus-Uni in der Schollstraße.

Zwischen 80 und 90 Mitglieder hat Ihr Verein. Nicht alle arbeiten noch aktiv als Stadtführer. Aber wie werden die Stadtführungen denn aufgeteilt?
Als Verein vergeben wir keine Aufträge. Das Gros wird über die Tourist-Information vermittelt. Natürlich unterhalten einige Mitglieder auch Kontakte zu Reisebüros oder Hotels und werden auf diese Weise gebucht.

ZAHLEN UND FAKTEN
• Die meisten Stadtführungen werden in der Tourist-Information gebucht. Diese hat derzeit 86 Stadtführer unter Vertrag.

• In Weimar werden Führungen in elf Sprachen angeboten: deutsch, englisch, französisch, niederländisch, italienisch, spanisch, portugiesisch, japanisch, russisch, polnisch und rumänisch.

• Im Angebot sind thema­tische Stadtführungen unter anderem zu Schauplätzen der Literatur und Musik, zu Frauenpersönlichkeiten und dem frühen Bauhaus. Zudem gibt es öffentliche Führungen ohne Anmeldungen, Gruppenführungen und Kostümführungen, beispielsweise mit Johanna Falk, Anna Amalia oder Schillers Diener Rudolf.

• Im Februar findet täglich um 11 Uhr eine Stadtführung statt. Treffpunkt ist an der Tourist-Information am Markt 10. Von März bis zum 31. Oktober werden Stadtführungen täglich 10 und 14 Uhr angeboten.
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