Wie ist das Leben als Sportreporter fürs Radio, Herr Wenzel?

Kim Wenzel, Sportreporter bei Antenne Thüringen. Foto: Axel Heyder
Weimar: Antenne Thüringen | Wie wird man eigentlich Sportreporter im Radio, Herr Wenzel?

Eine Ausbildung zum Uhrmacher gehört sicher nicht dazu. Auch wenn der Berufsweg einer der bekanntesten Stimmen des Freistaates, von Kim Wenzel, in den 1980er Jahren so begonnen hat. Mit seinem heutigen Beruf als Sportreporter fürs Radio hat das nichts mehr zu tun.
Seit 1993 kümmert er sich um Spieleinschätzungen und Live-Schalten aus dem Stadion, um Ergebnisse und Berichte, die möglichst schnell beim Hörer ankommen müssen. Die ersten Eindrücke kommen schon während des Spiels, aufbereitet in einer schnell erarbeiteten Zusammenfassung nach Ende des Matches.

Vom Schreiber zum Sprecher


Dabei ist Kim Wenzel bei Antenne Thüringen nur zufällig gelandet. „In der Zeit kurz nach der Wende habe ich Artikel für eine Zeitung verfasst, die in Bad Berka erschien. Als Antenne Thüringen neu eröffnete, habe ich darüber geschrieben. So kam es zu dem Kontakt. Ein paar Tage später erhielt ich einen Anruf, ob ich nicht auch fürs Radio etwas machen könnte. Und da war ich!“

Ein verkürztes Volontariat folgte. So wie in den Gründertagen des Privatradios geht es heute allerdings nicht mehr zu, wenn es zu einer Bewerbung kommt. Das Prozedere folgt den üblichen Gepflogenheiten mit Bewerbung und Auswahlverfahren.

Inhaltlich kaum Änderungen, aber bei der Technik


Am Jobprofil selbst hat sich inhaltlich nicht viel geändert. Korrekte Informationen gilt es möglichst schnell zu verbreiten. Was die technische Seite angeht, ist es dabei deutlich leichter geworden. „Anfangs habe ich, mangels mobilen Telefons, komplette Aufsager live aus der Telefonzelle durchgegeben.“ Ein freundliches Lächeln huscht dabei über das Gesicht des Mannes, der so ein angenehm tiefe Stimme hat, die man im Radio eben braucht.

„Alles andere wurde noch auf großen Bändern aufgezeichnet und später geschnitten. An einem Zwei-Minuten-Beitrag musste man Stundenlang arbeiten.“ Das sei inzwischen dank moderner Technik viel schneller zu erledigen.

Was aber früher wie heute in diesem Job unvermeidbar ist: „Ich bin ständig in ganz Thüringen unterwegs.“ Vom Fußballpokalspiel in Meuselwitz bis zur Handballbundesliga in Langensalza, vom Männerhandball Eisenach bis nach Suhl und Oberhof zum Wintersport. Ob Rot-Weiß oder Carl Zeiss, Kim Wenzel berichtet fast immer live vom Ort des Geschehens.

Und die größte Panne? „Das war witzig. Ich war minutenlang auf Sendung und habe über den schönen Mond philosophiert. Wir machen ja immer eine Probe vor jeder Live-Schaltung.“ Einmal  hat sich der Plan etwas geändert und ich war bereits live im Radio zu hören, während ich das ganze nach wie vor für die Probeschaltung hielt. Ich habs nicht gemerkt.“

Aber das sei eben gerade das reizvolle an der Live-Berichterstattung. Und deshalb sind die schönsten Moment für den quirligen Reporter auch die, wenn es um Endspiele zur Deutschen Meisterschaft geht, wie bei den Damen des THC. Oder dann, wenn es eine der Thüringern Mannschaften schaffte, in eine höhere Liga zu klettern und kurz davor war. „Die Emotionen, die dort frei gesetzt werden, das ist einfach unglaublich.“ Und Kim Wenzel ist mit seinem Mikrophon immer ganz nah dran.

Der Weg zum Moderator



Ausbildung: Volontariat, drei mögliche Wege: Volontariat in einer Redaktion beim Radio; Besuch einer Journalistenschule oder Studium an der Universität (Journalistik oder Fachstudium)
Inhalt: Recherchieren, Auswählen und Bewerten, Nachrichten, Bericht, Interview, Reportage, Feature, Glosse und Kommentar. Presserecht, Urheber- und Verlagsrecht, Aufgaben und Arbeitsweise der Medien, alle anderen Bereiche eines Senders
Dauer: 2,5 Jahre Volontariat, rund 4,5 Jahre für ein Studium
Wo: private und öffentlich rechtliche Radios
Kurz-Bio Kim Wenzel: 10. Klasse-Abschluss, danach zwei Jahre Uhrmacher-Lehre beim Privat-Uhrmacher Morgenstern in Weimar, ab 1993 Radio


Und hier wird Kim Wenzel selbst mal interviewt.
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