6. Greizer Plauderei

Eingang zum Pferdestall auf dem Oberen Schloss.
 
Marcel Niebaum und Gisela Peter stimmen die Fragen zur Plauderei ab.
Zum 6. Greizer Geplauder hatte der Verein „Weil wir Greiz lieben“ in den Pferdestall auf dem Oberen Schloss eingeladen. Marcel Niebaum der die Fragen zum Oberen Schloss stellte, plauderte zusammen mit Gisela Peter, der langjährigen Schlossführerin und Anwohnerin, über die urkundliche Ersterwähnung des ältesten und bekanntetsten Wahrzeichen der Stadt Greiz, bis hin zu den aktuellen Sanierungen an den Gebäuden auf dem rund 50 Meter hohen Bergkegel. Zum besseren Verständnis für die interessierten Zuhörer wurden zu den einzelnen besprochenen Details Bildmaterial aus unterschiedlichen Quellen gezeigt. Die einstige Burg als Herrschaftssitz der reußischen Fürsten wurde im 13. Jhd. erstmals urkundlich erwähnt, gehe aber vermutlich durch Funde bei Ausgrabungen bestätigt, auf eine Pfalz aus dem 11. Jahrhundert zurück, informierte Giesela Peter ihre Zuhörer. Von Fragen durch Marcel Niebaum angeregt, kam es zur Aussage weiterer spannender Geschichten, durch Blitzeinschlag brannten die Burggebäude im Jahr 1540 ab, im 16. und 17 Jhd. in seiner heutigen Gestalt mit vielen Um- und Ausbauten wieder aufgebaut. Der erste Turm auf dem Oberen Schloss sei ein Holzbau gewesen, der 1625 in Steinbauweise errichtet wurde und bei evtl. Übergriffen, für die Herrschaften als sicherer Schutz diente. Ursprünglich gab es auf dem Oberen Schloss drei Türme, hierzu wurde ein historisches Dokument gezeigt. Die Ausgrabungen im Turmgarten bestätigen, dieser wurde im 15. und 16. Jahrhundert für Theateraufführungen und Belustigungen genutzt. Ein Blitzschlag oder auch ein Sturm verursachte großen Schaden am Turm, dieser wurde Ende des 19. Jhd. nicht in seiner ursprünglichen Form wieder errichtet, das erfolgte erst zur Sanierung des sechseckigen Turmes nach einem alten Gemälde in den Jahren 2004 bis 2007, wonach die Turmhaube seine ursprüngliche Form erhielt, der Turm nun um runde 8 Meter höher ist. Wissenswertes wurde über die Wasserversorgung, die Gerichtsbarkeit, der Hühnerhaltung, dem Kräuter- und Gemüsegarten und dem Obstbaumhang erzählt. 2005 wurde bei Bauarbeiten ein unverfüllter Brunnen mit Abdeckplatte von 1745 entdeckt, der sich aber nicht für die Nutzung eignete. Nachweislich gab vom Krankenhausberg über Wasserkunst eine Versorgung der Schlossbewohner mit Wasser. Der Aufgang zum Schloss führte von der Parkgasse durch das Stelzentor, erst in den Jahren um 1725 wurden Sanierungen an den Berghängen durchgeführt, neue Aufgänge so wie wir sie heute kennen, angelegt. Die einstige Anpflanzung von Obstgehölzen am Berghang war nicht erfolgreich, der Baumbewuchs bestehe aus Wildwuchs, Sichtachsen zur Stadt werden regelmäßig frei geschnitten und Bäume die keine Standsicherheit haben, werden entfernt, informierte Gisela Peter auf Nachfrage.Viele der Anwesenden wusste nichts von einem Kräuter- und Gemüsegarten, der Pavillon im Schanzengarten für die Damen zum Lustwandeln genutzt wurde, ein kleines Teehäuschen auf der oberen Schanze stand und das früher sogar Bären auf dem Oberen Schloss gehalten wurden. Zur Aufrechterhaltung der Ordnung in Greiz gab es auf dem Oberen Schloss einen Kerker und mehrere Zellen, um die es spannende Geschichten gibt. Auf dem Galgenberg standen 9 Galgen, der letzte zur Abschreckung bis 1869. Eine weitere Besonderheit ist die Zentaeiche, unter der das Pferd von Heinrich VI begraben ist und die Aufstellung eines Wachhäuschen aus der Stadt mit Hochwasserstandsangaben am Haupteingang, das bei den Besuchern für Verwunderung sorgte. So hoch soll das Wasser gestanden haben? Fragten damals die Besucher. Kanonen standen früher am Haupttor, die Rohre sollen restauriert werden, neue Lafetten gezimmert werden. Einen Abstecher zu Brunhilde Einenkel, ihr Leben und Wirken in der berühmten Puppenwerkstatt war Gegenstand der Plauderei. Die weitere Sanierung der Gebäude mit den Renaissancegiebeln an der Ostfassade sei ein Frage des Geldes, dieses gibt es für die Förderung nur, wenn für die Objekte auch ein Nutzungsprogramm vorliege. Es werden noch Jahre vergehen, bis die Sanierungen aller Gebäude abgeschlossen sei und das Obere Schloss komplett vom Bergkegel leuchtet. Immerhin sind 98 Prozent aller Dächer der Burg saniert. Die Veranstaltung war eine kurzweilige Plauderei, die auch künftig viel Zuspruch erwarten lässt.
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2 Kommentare
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Renate Jung aus Erfurt | 27.09.2015 | 16:59  
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Dieter Eckold aus Zeulenroda-Triebes | 27.09.2015 | 22:45  
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