8. Sinfoniekonzert von Trompetenglanz überstrahlte

8. Sinfoniekonzert der Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach mit Giuliano Sommerhalder (Trompete) und GMD Stefan Fraas (Dirigent).
 
8. Sinfoniekonzert der Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach mit Giuliano Sommerhalder (Trompete) und GMD Stefan Fraas (Dirigent).
Reichenbach im Vogtland: Neuberinhaus | „Bei allem Effekt, den ein Trompetenklang von Haus aus verbreitet – das war eine der besten konzertanten Leistungen, die wir in dieser Saison erlebt haben“ – dies war eine der bezeichnenden Meinungen aus dem Publikum des 8. Sinfoniekonzertes der Vogtland Philharmonie, das am vergangenen Mittwoch das Reichenbacher Neuberinhaus bis auf den letzten Platz gefüllt hatte. In der Tat: Trotz des an sich schon attraktiven Programms mit Mozarts „Pariser“-Sinfonie und Tschaikowskis „Schwanensee“-Suite waren die beiden Trompetenkonzerte von Nepomuk Hummel und Amilcare Ponchielli die Sahnestückchen dieses Konzertabends, an dem die Philharmonie unter der Stabführung von GMD Stefan Fraas musizierte.

Zu verdanken war dies in erster Linie dem jungen Solisten Giuliano Sommerhalder, vielleicht schon dem derzeitigen, angesichts der rasanten Karriere sicher dem zukünftigen Spiritus rector im Trompetenfach auf den deutschen Konzertbühnen. Was er schon, wie seine Vita verriet, an internationalen Preisen von 17 Jahren an abgeräumt hat – vom ehrwürdigen ARD-Musikwettbewerb bis hin zum Festival „Prager Frühling“, machte allein schon neugierig. Das Publikum erlebte dann wie selten zuvor, wie ein junger Virtuose seine Meriten auch unter Beweis stellte und honorierte das mit tosendem Applaus.

Schon beim Vortrag des Hummel’schen Trompetenkonzertes ließ Giuliano Sommerhalder seine musikantische Extraklasse aufblitzen: bewundernswert die perfekte Beherrschung aller dynamischen Fassetten vom feinsten Pianissimo bis zum kraftvollen Forte – und dies mit intonantionsreiner Tongebung in allen Registern und in subtilster Artikulation. Bemerkenswert: Sommerhalder spielte die schwierigere Urfassung des Konzertes in E-Dur, am interessantesten nachzuvollziehen im temperamentvollen Finalsatz mit einigen erstaunlichen virtuosen Schmeckerchen, die der Solist in rasantem Tempo meisterte – die Philharmonie hatte Mühe, dem zu folgen, begleitete jedoch sehr aufmerksam. Nach der Pause stellte Sommerhalder ein Trompetenkonzert von Amilcare Ponchielli vor, das sein Vater, der Detmolder Trompetenprofessor und Musikwissenschaftler Max Sommerhalder, im Nachlass des Komponisten gefunden und für Aufführungen in heutiger sinfonischer Orchesterbesetzung eingerichtet hat. In ganz anderer Weise nimmt dieses exotische Stück Musikgeschichte – jeglicher tradierten Form widersprechend – gefangen: die Nähe zur italienischen Oper ist unverkennbar, die virtuosen Auszeichnungsmöglichkeiten für den Solisten noch effektvoller, ein pures Glanzstück, herrlich gemeistert vom Solisten, gut eingestellt wiederum die Philharmonie. Den begeisterten Applaus honorierte Sommerhalder mit der exklusiven Zugabe eines modernen Divertimentosatz des norwegischen Komponisten Oistein Sommerfeldt.

Die Vogtland Philharmonie hatte den Konzertabend mit Mozarts Sinfonie D-Dur KV 297, die „Pariser“ eröffnet. Gelang dem Orchester der Kopfsatz in wohltuend klarer, durchsichtiger Anlage, so ging in den beiden anderen Sätzen Akkuratesse und Spannung etwas verloren. Ganz anders dagegen das Finale des Konzertabends: Die herrliche Musik zum „Schwanensee“, von Tschaikowski vorzüglich instrumentiert, wurde vom Ensemble geradezu genussvoll musiziert. Dies war auch ein Verdienst der gelungenen Soli an den Pulten: herausragend Harfenistin Galina Nikitenko -besser kann man das berühmte Pas-d’Action -Arpeggio nicht spielen, die Soloparts von Konzertmeister Freund und Cellist Peter Manz, die auf den Punkt getroffene Präsentation des Schwanen-Leitthemas durch Oboistin Juliane Sigler. Dies alles hatte GMD Stefan Fraas vorzüglich im Griff mit akzentuiertem und dennoch sparsamem Dirigat.

- veho -

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