Alltägliches in der DDR und der Maler des Weidatals – zwei neue Ausstellungen

Wann? 31.07.2016 09:00 Uhr

Wo? Städtisches Museum , Aumaische Straße 30, 07937 Zeulenroda-Triebes DE
So bunt war die DDR! Alltagsgegenstände aus der sozialistischen Republik. (Foto: Städtisches Museum Zeulenroda-Triebes)
 
Eine Einkaufstüte aus dem DDR-Einzelhandel. (Foto: Städtisches Museum Zeulenroda-Triebes)
Zeulenroda-Triebes: Städtisches Museum |

Ab Ostersonntag laden zwei neue Sonderausstellungen in das Museum in Zeulenroda ein, die unterschiedlicher kaum sein könnten. „Während sich die Sonderschau „Gut gekauft – gern gekauft“ mit Alltäglichem in der DDR beschäftigt, widmet sich die Ausstellung im Atrium Oskar Hopfer, dem Maler des Weidatals.

„Es gibt alles, nur nicht immer, nicht überall und schon gar nicht, wenn es gebraucht wird“, spottete der Volksmund. An Warteschlangen vor Geschäften wurde der DDR-Bürger sofort neugierig: „Hier musste es einfach was Besonders geben“. So galt die Lebensregel: Erst anstellen, dann fragen was es gibt! Trotz Versorgungsschwierigkeiten wurde in der DDR aber auch der Alltag gelebt. Bestimmtes Design begleitete den DDR-Bürger mitunter 40 Jahre lang. Und – es war in der DDR nicht alles grau! Denn wie bunt die Republik war, das zeigt die neue Sonderschau „Gut gekauft – gern gekauft“ – Alltägliches in der DDR im Städtischen Museum. Beinahe 1000 kleine (und große) Dinge – Alltagsprodukte vom kleinsten Plasteartikel bis zur kompletten Wohnzimmereinrichtung sowie die Spielzeugwelt der Mädchen und Jungen – kann der Besucher aus dem Museumsfundus hier vom 27. März bis 25. September wieder entdecken.

Ebenfalls am 27. März wird die Ausstellung über Oskar Hopfer anlässliche seines 50. Todestages eröffnet. Bis zum 31. Juli erinnern im Atrium des Museums Bilder an den Maler des Weidatals.

Oskar Hopfer, ein Sohn der Stadt Triebes, wurde am 10. September 1894 als Kind eines Sattlers und Tapezierers geboren. Zusammen mit fünf Geschwistern wuchs er in einfachen Verhältnissen auf und besuchte dort von 1901 bis 1909 die Volksschule, wo sich bereits sein großes zeichnerisches Talent zeigte. Nach der Schulentlassung erlernte er in Plauen den Beruf eines Kunstgewerbe- und Musterzeichners und besuchte gleichzeitig die damalige Königlich-Sächsische Kunstschule für Textilindustrie zu Plauen. Hier zeigte sich seine künstlerische Begabung erneut, seine gute Beobachtungsgabe und naturgetreue Darstellung der Objekte. Nach seiner Ausbildung arbeitete er zunächst als Musterzeichner in Plauen und ging dann für weitere drei Jahre als Bauzeichner in ein Farben-Unternehmen nach Wolfen/Bitterfeld. In diese Zeit fällt sein autodidaktisches Studium, welches er als Meisterschüler des damals bekannten Anhaltinischen Kirchen- und Freskenmaler Professor Franz Rieß (ein Schüler Adolf Menzels) in Dessau ergänzte.

Seit 1919 wirkte Hopfer als freischaffender Kunstmaler in Triebes und Weißendorf, wo sich auch sein Atelier befand. Seine Themen suchte er in der heimatlichen Landschaft, die er auf ausgedehnten Wanderungen durchstreifte und deren Schönheiten er mit Liebe und Feingefühl in zahlreichen Bildern erschloss und den Betrachtern nahe brachte. Oskar Hopfer verstarb am 23. Juni 1966 in Triebes.

Das Museum zeigt in seiner Würdigung an den Maler vorwiegend Motive aus dem Weidatal, aber auch Stillleben, bei denen er besonders die Darstellung von Naturobjekten, Blüten und Tieren bis ins Detail beherrschte. Desweiteren Linolschnitte, Pastellzeichnungen und Textilgestaltung, die ebenfalls zu seinen Ausdrucksmitteln gehörten.

Öffnungszeiten:
Das Museum hat dienstags und mittwochs sowie freitags 9 - 16 Uhr, donnerstags 9 - 18 Uhr sowie Sonn- und feiertags 13 - 16 Uhr geöffnet.
Karfreitag und Christi Himmelfahrt ist geschlossen.
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