Alte und neue Geschichten von der Küste - Am 12. Juli um 17 Uhr spielen Transit in Oettersdorf - Interview mit Egon Linde

Egon Linde und Transit treten am Samstag, dem 12.Juli, in Oettersdorf auf. Foto: Roland Barwinsky (Foto: Roland Barwinsky)
Oettersdorf: Festwiese am Sportplatz | von Roland Barwinsky

Transit ist eine der vielen Bands, welche am 12.Juli beim 23.Open-Air in Oettersdorf auftritt. Im Herbst werden sie ihr 40-jähriges Jubiläum feiern.

Zu Ostzeiten starteten sie live als authentisches Lindenberg-Pendant durch. Klar erkennbar war das große Vorbild schon Mitte der 1970er Jahre bei ihrem ersten Hit "Ich fahr an die Küste". Sänger Egon Linde, der von der mecklenburgischen Ostseeküste stammt, zeigte aber auch bei vielen nachfolgenden Eigenproduktionen wohltuende Kreativität. Oftmals thematisierten die Texte maritimes Lebe. Daneben galt ihre Vorliebe der Verarbeitung historischer Stoffe. Mit der "Bernsteinhexe" setzten sie Maßstäbe.

Da sie aber wegen ihrer Lindenberg-Affinität in der DDR medial nie in der ersten Reihe saßen sowie weit weniger gefördert wurden als andere rockmusikalische Weggefährten und somit kaum noch Auftrittsmöglichkeiten hatten, gaben sie 1989 auf. Bandleader Linde arbeitete derweil als Skipper auf seinem eigenen Schiff. Vor wenigen Jahren gelang ein Comeback.

Oettersdorf erlebte die Gruppe erstmals 2012. Neben den geschichtsbeladenen Überfliegern, gab es damals viel Neues zu erleben. Inhaltlich blieb sich die Band selbstverständlich treu und nannte ihre jüngste CD "Übers Meer".

Am 12.Juli werden sie nun erneut zum Open-Air in Oettersdorf bei Schleiz erwartet. Vor dem Auftritt beantwortete Bandleader Egon Linde einige Fragen von AA-Mitarbeiter Roland Barwinsky.

Die Puhdys befinden sich gerade auf Abschiedstour. Transit wagte erst vor wenigen Jahren einen Neustart. Warum habt ihr euch nicht zu Beginn der 90er Jahre zurückgemeldet als die tönende Ostalgie in Fahrt kam?


1989 - kurz vor der Wendezeit - war TRANSIT noch als Duo unterwegs. Egge Schumann und ich. Ich war für Livemuggen nicht mehr motiviert genug und habe mich von der Bühne getrennt. Meine Arbeit war danach die Produktion von Theatermusik in meinem Homestudio. Eines Tages kam dann die Zeitpunkt für einen Neuanfang.

Stichwort Udo Lindenberg. Im Osten wurde Transit live vor allem mit diesem Mann in Verbindung gebracht. Was hat Dich an dem Deutschrocker der ersten Stunde so fasziniert?

Die guten Texte und die musikalische Übereinstimmung dazu. Das war für mich die Motivation, um deutschsprachige Rockmusik zu machen.

Wie gingen damals die Kulturverantwortlichen in der DDR mit dieser rockmusikalischen Vorliebe von Euch um?

Sehr positiv, zumindestens mit unserem ersten im Jahr 1975 produzierten Song "Ich fahr an die Küste".

Mit maritimen Themen und historischen Inhalten nahm Transit einen besonderen Platz in der DDR-Rocklandschaft ein. Woher stammt dieses Interesse?

Die Motivation kam von unserer Heimatliebe und das ist ganz klar die Küste.

Wie sieht heutzutage Euer Liverepertoire aus?

Darin spiegelt sich noch immer unser Zuhause, meine Meeressehnsucht und Erlebnisse auf dem Wasser wieder. Dazu kommen Themen, die den Alltag schildern oder sich mit Sagen und Legenden beschäftigen.

Was ist im Herbst anlässlich des 40jährigen Gründungsjubiläum geplant?


Eine Transit-Fete zu der alle ehemaligen Mitglieder der Band eingeladen sind und natürlich auch unser Fanclub und alle Freunde dieser Musik.

Wie geht es der Yacht, wo Du als Skipper unterwegs warst?

Das eigene Boot ist mein zweite Yacht nach der Wende und mittlerweile 15 Jahre alt. Der Zustand ist aber noch immer gut. Was aus all den fremden Schiffen wurde, mit denen ich einst als Skipper unterwegs war, kann ich nichts sagen.
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