Am Bergschatz des Vogtlandes: Mettenschicht unter Tage zwischen Schiefer und Granit

Der Klingenthaler Posaunenchor spielt zur Mettenschicht Bergmannslieder und weihnachtliche Klänge.
Tannenbergsthal: Grube Tannenberg | SCHNECKENSTEIN:

Es ist kalt und von den Wänden tropft das Wasser. Und dennoch macht sich – tief unter Tage am Bergschatz des Vogtlandes – eine ganz besondere Art von Gemütlichkeit spürbar. Denn es ist Mettenschicht im Bergwerk. Das Licht der Grubenlampen und zahlreicher Kerzen taucht den Stollen in einen heimeligen Schein. Das Bergmannslied „Der Steiger“ erklingt, anschließend spielt der Klingenthaler Posaunenchor weihnachtliche Klänge, worauf der Pfarrer Worte und Gebete zur Andacht spricht. Doch die an den Tischen Sitzenden, an die Pfarrer Möller seine Worte richtet, sind keine Bergleute, sondern Besucher des Schaubergwerkes Grube Tannenberg.

Hier, unter dem Schneckenstein, wurde seit 1936 aus dem Eibenstocker Granit Zinnerz gefördert, ab 1946 in unmittelbarer Nachbarschaft des Uranabbaus der Wismut AG. Wobei die Geschichte des Zinnbergbaus in der Region Tannenbergsthal mit seinen zahlreichen Schächten viel älter ist und bis in das 15. Jahrhundert zurück reicht. In der Gruppe Tannenberg wurde aber nur knapp 30 Jahre Zinn gefördert. Dann war Schicht im Schacht, die Grube wurde 1964 stillgelegt.

Nach der Wende machten sich Bergbauenthusiasten daran, im Schneckensteingebiet ein Schaubergwerk zu errichten. Ab 1992 wurde dafür die Grube Tannenberg ausgebaut. Vier Jahre später konnte das Bergwerk für den Besucherverkehr freigegeben werden. Seitdem ist die Besichtigung des 600 Meter langen Tannenbergstollens möglich. Interessierte erfahren bei den Führungen vieles über die Bergbautradition des Westerzgebirges und über die verschiedenen Ausbauarten. Sie entdecken in der Grube sichtbare Kontaktzonen zwischen Schiefer und Granit, sie sehen eine Grubenlok, Abbautechnik und einen Maschinenraum im Blindschacht. Höhepunkt jeder Führung ist zweifellos der Blick über einen großen Hohlraum, der beim Abbau entstanden ist. In diesem Hohlraum spiegelt sich ein zirka 70 Meter tiefer See in einem etwa 50 Meter hohen Gewölbe, das 60 Meter lang und 30 Meter breit ist.

In der Adventszeit besonders beliebt sind die traditionellen Mettenschichten, die gegen Ende des Jahres im Besucherbergwerk organisiert werden. Sie läuten bei Bergmusik, Bergbrot mit Schinken und Glühwein den Jahresausklang bergmännisch ein. In diesem feierlichen Rahmen wurde in früheren Zeiten auch den Kumpels gedacht, die der Berg für sich behalten hat. Und auch heute noch, trotz aller Gemütlichkeit, atmen die Bergwerksbesucher auf, wenn sie nach der Mettenschicht das helle Tageslicht wieder sehen! Informationen: www.schneckenstein.de

HINTERGRUND: Die Mettenschicht ist ein alter bergmännischer Brauch und war die letzte eingefahrene Schicht vor Weihnachten. Der Steiger beendete diese Schicht vorzeitig und hielt eine Art Predigt. Durch das Singen von Bergmannsliedern dankten die Bergleute für den Bergsegen. Ein einfaches, typisches Essen beendete die Schicht. Quelle: Wikipedia
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige