Ausnahmezustand am Bleilochstausee - SMS ist Festival und Wirtschaftsfaktor für die Region

Peter Fox (rechts vorn) war 2009 mit seinem Erfolgsalbum Stadtaffe schon einmal auf der SMS. In diesem Jahr kommt er mit seiner Band Seeed wieder. Mit ihrem gleichnamigen Album werden Sie als Headliner des Festivals einiges bieten um das Publikum zu begeistern.
 
Die Berliner Formation MIA mit ihrer Frontfrau Mietze gehören schon seit Jahren zur SMS. Jedoch gab es im vergangenen Jahr eine Pause, so dass sich Band und Publikum noch mehr auf ein Widersehen freuen.
 
Zwischen Waldrand und Stauseewasser gibt es zur SMS nur Zelte und über 30000 Feierwütige, welche die Region an drei Tagen in den Ausnahmezustand versetzen.
Saalburg-Ebersdorf: Surfwiese | Am Wochenende ist es endlich soweit, bereits zum siebzehnten Mal findet die SMS statt. Allein die Location lockt in jedem Jahr tausende Besucher zum Festival, welches über die Jahre zu einem der größten für elektronische Musik in Europa heran gewachsen ist und nebenbei auch zu den besten Festivals Deutschlands zählt. Neben der Kulisse sorgt der Veranstalter mit 150 Bands, Live Acts und DJ´s aus aller Welt, an den drei Tagen für hämmernde Beats und ausgelassene Stimmung auf den insgesamt neun Bühnen und dem SMS Boot. Neben dem einmaligem Line Up sorgen zahlreiche Details auf dem Partygelände und dem angrenzenden Campingareal außerdem dafür, dass sich die Gäste in jedem Jahr auf dem SMS Festival wohlfühlen und es trotz mehr als 30000 Besuchern für die meisten noch immer familiär zugeht. Seit einigen Jahren meldet der Veranstalter, die Seekers Event GmbH, ausverkauftes Haus. In diesem Jahr musste man das Schild schon Anfang Juni an die Tür hängen, denn erstmals war der Run auf die Tickets so groß, dass diese bereits zwei Monate vorher vergriffen waren. Trotz allem fasziniert das Festival seit Jahren die gesamte Region und so mancher möchte gern mehr über diesen Event erfahren. Ein Grund für den Allgemeinen Anzeiger noch einmal bei Markus Ohm, dem Pressesprecher des Festivals, anzuklopfen und ein paar Fragen zur SMS zu stellen:

Die SMS ist ausverkauft und der Aufbau beginnt ca. zwei Wochen vor dem Festival. Könnt ihr Euch nun erst einmal auf dem Erfolg ausruhen oder gibt es neben dem Aufbau trotzdem noch viel zu tun für die Crew?

Neben dem Aufbau selbst gibt es natürlich rund um das SMS noch eine Unmenge anderer Aufgaben, die zu erledigen sind. Von der finalen Reiseplanung für unsere Künstler über die Presseakkreditierung bis zur Cateringplanung, eigentlich sind alle schon im Festivalmodus.

Ca. 30000 Gäste in jedem Jahr. Wie viele Mitarbeiter stehen dem gegenüber und sorgen vom Aufbau bis zum Abtransport des Mülls, für einen reibungslosen Ablauf und wo sind die alle tätig?
Insgesamt sorgen auf der SMS inzwischen rund 1000 Menschen für das Wohlergehen der Besucher. Neben den stets präsenten Mitarbeitern, wie Security, Parkplatzeinweisern oder Barpersonal gibt es ein ganzes Heer an fast unsichtbaren Helfern, die sich hinter den Kulissen um einen reibungslosen Ablauf kümmern.

Durch Unfälle auf anderen Festivals wurde in den vergangenen Jahren immer wieder am Sicherheitskonzept gefeilt. Wie sieht dieses bei einer solchen Masse von Leuten auf begrenztem Raum aus?
Generell muss man unterscheiden, ob es sich um eine Indoor- oder ein Open Air Veranstaltung handelt. Auf Festivals unter freiem Himmel, wie der SMS haben wir ganz andere Möglichkeiten, um im Falle eines Falles den Platz in kürzester Zeit zu räumen, da die Menschen nach mehrere Richtungen breitflächig abgeleitet werden können. Eine solche Aktion setzt natürlich gute Koordination voraus, wofür wir seit Jahren bewährte Befehlsketten nutzen.

Die SMS ist diesbezüglich schon immer gut aufgestellt. Gab es da also großartige Änderungen oder waren es neue Vorschriften die zu welchen Änderungen führten?
In den letzten Jahren ist eine großflächige Kennzeichnung der Fluchtwege hinzugekommen. Ansonsten waren wir auch schon vor der Sensibilisierung für das Thema ziemlich weit.

Gibt es nach sechzehn erfolgreichen Festivals noch immer etwas was nicht läuft wie geplant oder schief geht?
Klar. Das liegt in der Natur der Sache, da ja eine komplette Kleinstadt temporär am Ufer des Stausees installiert wird. Da ist es nur logisch, dass es hier und da mal klemmt, wobei es oft ja auch einfach nur am Wetter liegt. Bisher haben wir aber alles hingebogen.

Als erstes will natürlich der Veranstalter das vom Anfang bis zum Ende alles perfekt läuft. Doch dieser kann ja nicht an jeder Ecke sein. Wer sorgt denn hier alles dafür dass keine Routine oder sich eventuelle Fehler einschleichen?
Beim SMS ist es in der Tat so, dass der Veranstalter fast überall ist und alles weiß. Das ist bei dieser Größenordnung ziemlich ungewöhnlich, trägt aber wesentlich dazu bei, dass eben alles läuft. Daneben gibt es eine über viele Jahre eingespielte Stammcrew, die die Schlüsselpositionen besetzt und so für einen reibungslosen Ablauf sorgt.

In den letzten beiden Jahren gab es immer mal wieder Diskussionen um die SMS. Einige wollten, dass diese entweder zum Saisonende verlegt wird oder ganz und gar von der Bildfläche verschwindet. Gibt es hier noch immer Reibungspunkte oder konnten diese ausgeräumt werden?
Wie sich ja im letzten Jahr zeigte, spiegeln diese Diskussionen ganz und gar nicht die Meinung der überwiegenden Mehrheit der Menschen in der Region wider. Bisher war unsere Arbeit in Saalburg ein partnerschaftliches Miteinander und so wird es auch bleiben.

Es gab auch schon Vorschläge die genutzte Fläche am Stausee anderweitig zu nutzen, so dass keine SMS mehr möglich wäre. Vor allem in dieser Urlaubsregion am Thüringer Meer. Hat die SMS dadurch ein Verfallsdatum oder wird sie der Region auch in den kommenden Jahren erhalten bleiben?
Die SMS dürfte für den Tourismus in der Region eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen. Wissenschaftliche Untersuchungen auf anderen, aber ähnlich gelagerten Festivals haben gezeigt, dass es gerade diese Veranstaltungen sind, die jungen Leuten die Region näher bringen. Von daher denken wir, dass das Festival und der Tourismus in der Region nicht in eine Entweder-Oder-Diskussion passen.

Mit Seeed habt ihr wieder einmal eine Band zum Festival gelockt, welche über die Grenzen Deutschlands bekannt ist. Einer der Frontmänner, Peter Fox, war vor einigen Jahren schon mit seinem Soloalbum „Stadtaffe“ am Start und berauschte das Publikum. Doch wie schon damals gibt es auch in diesem Jahr Stimmen, die sich Fragen was Seeed auf diesem Festival wollen, da sie doch nicht aus der elektronischen Ecke kommen und mit solchen Bands das Festival kaputt gemacht wird. Was entgegnet ihr denen die die Festivalidee und deren jahrelange Umsetzung in Frage stellen?
Wie in jedem Jahr können wir darauf auch in diesem Jahr antworten: Es gibt auf dem SMS viele Bühnen. Wenn ein Künstler nicht den persönlichen Geschmack trifft, gibt es Alternativen, die man sich anschauen kann. Abgesehen davon lebt ein Festival auch immer davon, dass es sich entwickelt und ggf. auch öffnet.

In sechzehn Jahren gab es bei der SMS schon viel zu erleben. Einmalige Auftritte von Künstlern aus der ganzen Welt, schlechtes Wetter, Regen, Schlamm, Sonnenschein und noch so einiges mehr. Gibt es etwas was ihr nicht wieder erleben wollt?
Das Jahr des Schlamms war eine echte Herausforderung, also darauf würden wir in Zukunft gern verzichten.

Aus der Abteilung skurrile Wünsche der Künstler gibt es bestimmt auch einiges zu berichten. Was war dabei das lustigste und was das eben skurrilste?
Manche Catering-Anforderung liest sich schon ein bisschen bizarr, wobei man auch immer bedenken muss, dass die Künstler zum Teil wochenlang unterwegs sind und es sich dabei wenigstens halbwegs angenehm gestalten wollen. Konkret ist mir allerdings ein Künstler in Erinnerung, der seitdem er beim SMS auftritt, eine Thüringer Bratwurst anfordert. Egal zu welcher Zeit. Da wird auch schon mal der Rost im Crew-Bereich angeworfen, weil es sonst nirgends Bratwürste gibt.

Wir danken Dir für deine Zeit unseren Lesern ein paar Fragen zu beantworten und wünschen viel Erfolg bei der bevorstehenden SMS.
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