Bergkirche Schleiz - Fürstengruft eingeweiht

Bau-Beteiligte und Ehrengäste v.l.n.r. Landrat Thomas Fügmann, Pastorin Christiane Winterberg, Fürst Reuss Heinrich XIV, Prof. Bernhard Mai, Prinz Reuss Heinrich VIII, Herr Jürgen Hauck, Prinzessin Dorit Reuss (Foto: Foto: Mandy Käßner)
 
So präsentiert sich die Fürstengruft den Besuchern.
Schleiz: Bergkirche | Die Bergkirche St. Marien in Schleiz (im thüringischen Teil des Vogtlandes) ist seit dem 6. Mai 2015 wieder um eine Attraktion reicher. Die Fürstengruft konnte frisch saniert ihrer Bestimmung übergeben werden. Damit ging eine insgesamt 8 Jährige Bau- und Sanierungszeit zu Ende, die reich an baulichen Überraschungen, Fortschritten und Rückschlägen durch extreme Feuchtigkeit war. Erst die Entdeckung, dass auch die Erbauer der Gruft 1676 schon Probleme mit eindringendem Schichtenwasser hatten, sich jedoch zu helfen wussten, brachte den Durchbruch bei der aufwendigen Sanierung. Heute empfängt die Besucher ein helles trockenes Gewölbe über einem trockenen Fußboden. Ein gemauerter 3-fach Sarkophag, die frisch restaurierten 17 Metallsärge und 4 erste Holzsärge stehen wieder in der Gruft. 24 Holzsärge sind noch in Arbeit und werden nach und nach zurückgebracht. Am Ende werden wieder 44 Särge die Fürstengruft füllen.
Die Bergkirche diente genau 413 Jahre lang - parallel zur gottesdienstlichen Nutzung - zusätzlich als Begräbniskirche der Herren von Gera und Plauen und der Grafen und Fürsten Reuß zu Schleiz. Unter der Annenkapelle ruhen Verstorbene der Familie Kospoth und im Kirchenschiff fand man 1979-83 diverse bürgerliche Bestattungen.

In einer Feierstunde mit Vertretern des Landesamtes für Denkmalpflege, der bauausführenden Firmen, der Verantwortlichen aus Landkreis, Kommune und Kirche, des Gemeindekirchenräte und der Bergkirchenführer begrüßte Pastorin Christiane Winterberg auch Heinrich XIV Fürst Reuß und einige Familienmitglieder der Familie Reuß. Die Pastorin dankte allen Beteiligten für das gemeinsam Geschaffte und freute sich, dass nun ein weiterer wichtiger Abschnitt der Bergkirchensanierung erledigt ist.
Fürst Reuß seinerseits bedankte sich bei allen Beteiligten für die gelungene Sanierung und zeigte sich hoch erfreut darüber, dass die Grablege seiner Familie zukünftig im würdigen Rahmen bei speziellen Führungen präsentiert werden kann. Er sagte zu, die noch fehlenden Holzsärge zügig restaurieren lassen zu wollen, damit alle Familienmitglieder wieder gemeinsam in der Fürstengruft ruhen können.
Anschließend erläuterten Architekt Frank Sieber und seine Mitarbeiterin Anke Bocker den Sanierungsprozess aus fachlicher Sicht. Danach gab Prof. Bernhard Mai einen Einblick in die Geschichte der Bestattung in Särgen und ging besonders auf die, von ihm restaurierten, Kupfersärge der Fürstengruft ein. Abschließend hielt Pfarrer Scheibe-Winterberg eine kurze Andacht und stellte die Gruft und alle, die sie besuchen unter Gottes Segen.
Pastorin Winterberg öffnete danach die große Eisentür und führte die Gäste in die warm erleuchtete Gruft hinab. Eine ruhig brennende Kerze neben einem schwarz-weiß-goldenen Blumengesteck erinnerte daran, dass es sich um eine Begräbnisstätte handelt.

Das kleine Team der ehrenamtlichen Bergkirchenführer bereitet sich nun auf die Führungen in der Fürstengruft vor und wird sie einmal im Monat im Rahmen von Sonderführungen öffnen. Dabei spielen auch klimatechnische Erfordernisse eine Rolle, denn alle Besucher bringen mit ihrer Körperwärme auch Feuchtigkeit in das Gewölbe. Die wiederum ist der Erhaltung der Särge nicht zuträglich.

Die Termine für Gruftführungen sind folgende:

Do., 28.05. - 15.00, 16.00 Uhr
So., 21.06. - 14.00, 15.00, 16.00 Uhr
So., 26.07. - 14.00, 15.00, 16.00 Uhr
So., 23.08. - 14.00, 15.00, 16.00 Uhr
So., 13.09. - 14.00, 15.00, 16.00 Uhr
So., 18.10. - 14.00, 15.00, 16.00 Uhr

In die Gruft passen gleichzeitig ca. 10 Personen. Für die jeweils Wartenden läuft in der Annenkapelle eine Präsentation zur Bau- und Sanierungs-Geschichte.
Bitte beachten: Besuchergruppen ab 10 Personen nur mit Voranmeldung!

Der Preis für die Gruftführung beträgt pro Person 5,00 €.

Mehr Infos: www.bergkirche-schleiz.de
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