Clownspiel begeisterte in der Greizer Stadtkirche.

Jesus ist in Jerusalem mit seinen Jüngern angekommen
 
Gesegnet sei Jesus der da kommt.
Greiz - Stadtkirche
Am vergangenen Samstag sahen begeisterte Zuschauer in der Greizer Stadtkirche St Marien die Matthäuspassion, ein Clownspiel ohne Worte mit Musik von J.S. Bach, die auszugsweise erklang, dargestellt von Clown Leo (Steffen Schulz), begleitet von Juliane Gilbert am Cello und Thomas Wiehl an der Oboe, die das Wesentliche der Passion in einer Choreografie von Petra Steinert hervorhoben. Die Lesung zur Inszenierung hatte vorab Pfarrer Michael Riedel von der evangelischen Kirchgemeinde Greiz zum besseren Verständnis des folgenden Stückes übernommen. Jesus wird von seinen Jüngern und vielen Menschen nach Jerusalem begleitet, sie möchten das Jesus ihr König wird. Jubelnde Menschen laufen ihm entgegen, rufen „Hosiana unser König“! Aber nicht alle jubeln mit, darunter Pharisäer und Hohenpriester. Das Abendmahl, die Ankündigung der Verleugnung und Jesus Gefangennahme, die Verschleppung vor dem Hohen Rat der obersten Priester. Dort befragt, hat dich Gott gesandt, bist du Gottes Sohn, ja, antwortete Jesus. Er macht sich selbst zu Gottes Sohn, lachten die Priester, dafür soll er sterben. Aus Angst verleugnet auch Petrus die Zugehörigkeit zu Jesus, so wie er es tags zuvor vorausgesagt hatte. Man bringt Jesus zum römischen Statthalter Pilatus, nur er kann das Urteil vollstrecken. Soldaten ziehen Jesus einen roten Königsmantel an, setzen ihm eine Dornenkrone auf, schlagen und verspotten ihn. Da habt ihr euren König ruft Pilatus dem Volke zu, aber alle rufen: Ans Kreuz, ans Kreuz mit ihm!“ und Pilatus sagte,“Gut, er soll gekreuzigt werden“ Jesus stirbt am Kreuz, da geschieht ein großes Erdbeben, der Hauptmann der Jesus bewachen muss ruft: Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen! Der Kirchenraum mit seiner guten Akustik wurde beim anschließenden Clownspiel in Kombination von Mimik und Gestik zu einem besonderen Erlebnis für alle Sinne. Es genügten winzige Dinge, um die inneren Regungen sichtbar und erlebbar zu machen, die schwere und tränenreiche Botschaft einfach und durchdacht arrangiert dem Publikum nahe zu bringen. Gut umgesetzt die Kombinationen, sich beinahe streichelnd die tränenfeuchte Wange zu wischen, oder auch die Anregung zum fortwährenden Schmunzeln, zum einen der Clown über sich selbst und die dargebotenen kleinen feinen Zaubereien ermunterten hierzu besonders die anwesenden Kinder. Schulz schlüpft nicht nur in die Person Jesus, sondern stellt auch dessen Widersacher dar. Beim Streit um die Krone spürte man, wie aktuell die Geschichte ist und die Antwort dazu - Jesus behält die Dornenkrone. Die Musiker ließen die Musik der Bachschen Matthäuspassion auszugsweise erklingen und wurden in verschiedenen Szenen eingebunden. Wie Juliane Gilbert beispielsweise in der achten Szene, der Leugnung des Petrus sowie das Ende des Judas, in der die Musikerin dem Clown den Beutel mit Geld zuwirft – dem Mörderlohn. Auch während der zehnten Szene, Jesus Kreuzigung, wurden die Musiker einbezogen. Sie stiebitzten dem Clown die Dornenkrone und andere Kopfbedeckungen vom Haupt. Eine Szene weiter stellte Steffen Schulz pantomimisch Jesus Tod dar. Der Clown flatterte als Schmetterling davon und setzte sich zwischen die Zuschauer. Für die Schlussszene, Jesus Grablegung, betrat er noch einmal die Bühne vor dem mit Kerzen lodernden Altar und stieg symbolisch in das Grab. Sicherlich gab es im Vorfeld einige Bedenken, wie denn Passion und ein Clown zusammengehen könnten. Die recht gut gefüllte Kirche und der lang anhaltende Beifall nach dem gut einstündigen Stück dürften die Bedenken auch bei den Greizer Besuchern ausgeräumt haben. Begeistert von der Passionsgeschichte war Gemeindepädagogin Evi Nachtigal, die gemeinsam mit Kindern aus verschiedenen Greizer Kirchgemeinden sich das Stück ansahen. Michele Wohlrab und Florian Meckler konnten der Handlung gut folgen, da diese verständlich dargestellt wurde. „Seit meiner Schulzeit begleiten mich die biblischen Geschichten und die Musik von J.S.Bach, so wuchs in mir der Wunsch, die Matthäuspassion zu inszenieren, als ein Clownspiel mit Musik, die eine bewegende Sprache spricht“, resümierte Steffen Schulz im Gespräch nach der Veranstaltung.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige