Diskriminierung einer integrativen KITA-Einrichtung

Kinder... Zukunftsperspektive oder Kostenfalle einer Gemeinde?
Es ist geradezu frevelhaft, was noch heute in unserer Gesellschaft passieren mag.
Vor der eigenen Haustür, am eigenen Nachwuchs erfährt man, dass wir noch sehr weit entfernt sind von einer aufgeschlossenen Allgemeinheit..

Am 10. Februar 2014, wurde in einer Stadtratssitzung beschlossen, die Gemeindekindergärten "Wirbelwind" In Ebersdorf, "Bärenwiese" in Friesau und die Kitaeinrichtung "Löwenzahn" in Saalburg mit einem Zuschuss von 1,75 Euro pro Kind/Tag, mit Hauptwohnsitz in Stadt Saalburg- Ebersdorf zu fördern, um die Sicherung einer höheren Auslastung der KOMMUNALEN KINDERGÄRTEN zu gewährleisten. Sprich den Eltern der Kinder die diese Einrichtungen besuchen, wird ein Zuschuss gewährt der meist dem Essengeld für ein betreffendes Kind zugerechnet wird, wenn sie einen der genannten Kindergärten besuchen und in der Stadt wohnhaft sind. Dieser Zuschuss beläuft sich auf ca. 400,-Euro pro Jahr/ Kind.

Soweit so gut, doch gibt es in der Stadt Saalburg- Ebersdorf einen weiteren Kindergarten, nämlich den integrativen Kindergarten "Kinderhaus Gottesschutz", welcher vom Träger Diakonie Stiftung Weimar/ Bad Lobenstein gehalten und unterstützt wird. Hier finden nicht nur normale Kinder einen Kindergartenplatz, sondern auch Kinder mit Handikap einen Start ins zukünftige Leben... Auch hier werden Kinder die IN der Stadt Saalburg- Ebersdorf BEHEIMATET SIND betreut, dass heißt ihr Hauptwohnsitz liegt ebenfalls in der Stadt Saalburg- Ebersdorf. Doch leider bekommen hier, weder der Kindergarten die öffentliche Anerkennung noch die Eltern diese sogenannte finanzielle Unterstützung durch einen Zuschuss der Stadt, da deren Kinder leider den FALSCHEN KINDERGARTEN zu besuchen scheinen.

Lediglich wurde in der Stadtratssitzung beschlossen den Satz Betriebskosten pro Kind in diesem integrativen Kindergarten zu decken, den auch die anderen Kindergärten bekommen, um wenigstens das Ansehen einer Duldung des Kindergartens in der Öffentlichkeit zu gewährleisten.

Die Eltern der Kinder, die diesen Integrativen Kindergarten besuchen und ihren Hauptwohnsitz in der Stadt Saalburg- Ebersdorf haben, schauen also dumm aus der Wäsche. Denn scheinbar haben sie sich mit dem Entschluss einen Platz für ihren Nachwuchs zu finden in einer Einrichtung, die für Toleranz und Sozialisierung gehandikapten Kindern steht, wohl für den falschen Kindergarten in dieser Gemeinde entschieden. Es hat tatsächlich den Beigeschmack, als wolle die Stadt Saalburg- Ebersdorf wohl gegen eine derartige Einrichtung werben, als sei sie dieser Stadt nicht würdig mit ihren wohlnützigen Zielen zur Einbindung behinderter Kinder in unserer Gesellschaft.

Es grenzt wohl auch schon etwas an Diskriminierung, die Eltern und den Kindergarten nicht mit einem Zuschuss zu bedenken, sondern die Eltern lediglich beschwichtigen zu wollen, mit der Äußerung dieses Dilemma nochmals bei einer weiteren Stadtratssitzung anbringen zu wollen.

Auch hat eine von Seiten des Kindergartens und der Eltern in Umlauf gebrachte Unterschriftenaktion nichts bewegen können. Doch wenigstens dürfen sich die Eltern über eine Unterstützung seitens des Kindergartens erfreuen, jener möchte sich gern im stetigen Verlauf für die betroffenen Eltern weiterhin einsetzen und auch fortwährend sachlich gegen diesen unfairen Beschluss angehen, mit dem erhofften Ziel, wenigstens die Zuschüsse für das Jahr 2015 für die hier ortsansässigen Familien sichern zu können. Auch wenn dies bedeuten müsste, das Eltern der Kinder, welche die kommunalen sowie dem integrativen KITA`s besuchen und in der Gemeinde Saalburg- Ebersdorf wohnhaft sind, am Ende einen etwas geringeneren Zuschuss erhalten würden.
Was ja auch einem der Beweggründe dieses unsäglichen Beschlusses zugrunde gelegen hat, ein derzeit knappes Finanzbudget, entgegenkommen mag!

So bleibt wohl nur die Frage des Weshalb und Warums der betroffenen Eltern, ihr Kind wohl auf diese trastische Art und Weise in einer Gemeinde benachteiligt wird, wo diese doch mit einer gewissen Kinderfreundlichkeit glänzen wollte.

Eines ist jedoch klar, die Eltern der Kinder in dem integrativen Kindergarten "Kinderhaus Gottesschutz" zahlen wie alle anderen Eltern der Stadt Saalburg- Ebersdorf auch ihren Beitrag zur Unterbringung in einer Kita, um arbeiten gehen zu können und dadurch den Konsumfluss, Beiträge, ihre Steuern und damit die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und Kostendeckung der Gemeinde finanzieren zu können, die wiederum gemeinnützigen Zwecken und nicht zuletzt solchen Zuschüssen, wie den hier im Artikel debattierten Fall, doch sehr dienlich sind. Ohne Wenn und Aber und ohne die Möglichkeit für die betroffenen Eltern mit entscheiden zu können, wer das Geld wofür in dieser Gemeinde verwenden kann.

So bleibt den Eltern wohl nur dreierlei Möglichkeit: dieser Gemeinde den Rücken zu kehren, das Essengeld für ihre Kinder selbst zu finanzieren und sich einer derartigen Herabsetzung der damit einher gehenden Entwürdigung, eigens gesteckter Ziele an den Nachwuchs, hinzugeben oder sich diesem Beschluss zu beugen und den Nachwuchs in einer dieser genannten Gemeindekindergärten unterzubringen und damit der erhofften höheren Auslastung genüge zu tun.

Doch entspricht es tatsächlich dem Recht des Stadtrates, den im Grundbuch festgelegten Artikel 1-6, 11, 17 und 19 zu widersprechen und diese gar zu übergehen, und seien es wie in diesem Fall ja nur Kinder die es betrifft, geschweige denn sich einfach über die Bedürfnisse jener hinweg zu setzen. Diese im Grundbuch festgelegten Verhaltensregeln einfach für sich auszuhebeln, um die Sicherung einer kommunalen Auslastung der KITA´S und dem Erhalt des niedrigen Finanzbudget gewährleisten zu dürfen?

Ist das der Grundsatz einer freien Demokratie, auf welcher solch ein Beschluss zustande gekommen ist oder gar nur das Sinnbild einer beginnenden Unterdrückungsstrategie, welcher im kleinen Rahmen seinen Ursprung finden möchte?

Sollte es dem Anfang einer Unruhestiftung zwischen den Gemeindemitgliedern oder bewußt dem Abwerben einer Kindertageseinrichtung, bis hin zur entgültigen Schließung derer, dienen?

Welches Aushängeschild mag wohl der Stadtrat in Saalburg- Ebersdorf erhalten, wenn die betroffenen Eltern weitere Wege in weit höheren Präsenzen nicht scheuen mögen und vor allem die hiesigen und weitläufigen Medien zu nutzen beginnen?

Wurde hier tatsächlich eine sorgsame Überlegung getätigt oder ist`s nur einer kleinen Fehleinschätzung zu verdanken?

Auch Eltern haben eine Stimme und VIELE Eltern haben eine sehr LAUTE Stimme, ob sich desen der Stadtrat wohl im Vorfeld so recht bewußt geworden ist, bevor er sich mit jener verunglückten Entscheidung überworfen haben mag?

Hat einer der Stadtratsvorsitzenden selbst ein Kind in jener integrativen Kindertageseinrichtung und ist sich somit über die vermehrten Kosten für die Eltern derer Kinder bewußt, die trotzallem ebenfalls MITGLIEDER DIESER GEMEINDE sind und nun bewußt benachteiligt werden sollen?

Wenn ja,wie steht er selbst zu einem höheren Kostenaufwand für die Betreuung seines Kindes oder ist sein Verdienst so hoch bemessen, dass er es wohl kaum spüren wird?

Hat er vielleicht auch gleich mehrere Kinder in dieser integrativen KITA und damit wie manch Eltern einen noch höheren Aufwand, weil sie dort ebenfalls ihren gesamten Nachwuchs unterbringen möchten?
So könnte er sich ja mit den Eltern in Verbindung setzen und ihnen seine Sicht der Dinge nahelegen. Es wäre gewiss für manch einen der betroffenen Eltern ein gewisser Trost, wenn sie ihren Frust mit einem betroffenen Stadtratsmitglied teilen könnten, der sich in der selben Situation wiederfinden mag, wie derer selbst!
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6 Kommentare
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Antje Stumpf aus Zeulenroda-Triebes | 17.03.2014 | 20:08  
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Simone Guhr aus Zeulenroda-Triebes | 17.03.2014 | 22:51  
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Antje Hellmann aus Jena | 18.03.2014 | 13:20  
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Simone Guhr aus Zeulenroda-Triebes | 18.03.2014 | 16:15  
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Antje Hellmann aus Jena | 18.03.2014 | 17:15  
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Simone Guhr aus Zeulenroda-Triebes | 18.03.2014 | 22:19  
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