Fraureuther Porzellan - 150 Jahre Porzellanfabrik Fraureuth, Sonderschau im Museum Greiz

Wann? 06.09.2015

Wo? Unteres Schloss, Burgplatz 12, 07973 Greiz DE
  Greiz: Unteres Schloss |

Die Museen der Schloss- und Residenzstadt Greiz zeigen im Museum im Unteren Schloss bis zum 6. September eine Sonderausstellung zum 150. Jubiläum der Porzellanmanufaktur Fraureuth.

In den historischen Räumlichkeiten werden die Firmengeschichte, die Herstellungsverfahren und herausragende Künstlerpersönlichkeiten, die für die Porzellanmanufaktur Fraureuth gearbeitet haben, präsentiert. Das Herzstück der Sonderausstellung bildet das repräsentative Vedutenservice des Herzogs Ernst I. von Sachsen-Altenburg und seiner Gemahlin Agnes von Anhalt-Dessau. Dieses Prunkservice nimmt in der Firmengeschichte der Fraureuther Porzellanfabrik eine herausragende Bedeutung ein, denn diese aufwändige Landschaftsmalerei ist für die Fraureuther Porzellanfabrik nur noch durch wenige andere Einzelstücke nachgewiesen. Das Vedutenservice umfasste ursprünglich vermutlich 240 Einzelteile, die mit aufwändigen Miniaturlandschaftsmalereien geschmückt waren. Die 96 erhaltenen Teile des Tafelservices zieren Motive von Schlössern, Rittergütern, Stadtansichten, Forsthäusern sowie Landschaften aus dem Herzogtum Sachsen-Altenburg und sind mit dem Doppelwappen Sachsen-Altenburg-Anhalt-Dessau bekrönt. Die Fertigung des Prunkservices wird für den Zeitraum 1896/97 vermutet und illustriert eindrucksvoll die hohe künstlerische Qualität sowie Leistungskraft der Fraureuther Porzellanfabrik.

In der Sonderausstellung im Museum im Unteren Schloss Greiz wird eine Auswahl von 17 Terrinen, Platten, Schüsseln und Teller aus dem herzöglichen Prunkservice mit Vedutenmalereien der näheren Umgebung präsentiert. Die Besucher können u.a. wunderschöne Ansichten von den Schlössern in Posterstein, Hummelshain, Pölzig, Ponitz, Löbichau, Windischenleuba sowie Stadt- und Dorfansichten von Eisenberg, Hain, Ronneburg, Meuselwitz, Altenburg, Uhlstädt entdecken.

Fraureuth mit seiner Porzellanmanufaktur gehörte bis 1918 zum souveränen Fürstentum Reuß älterer Linie mit der Haupt- und Residenzstadt Greiz. 1865 kam es zur Gründung der Manufaktur durch Bruno Foedisch und Arved von Römer. Konzentrierte man sich in den Anfangsjahren auf die Fertigung von Gebrauchsgeschirr, so führte der einsetzende wirtschaftliche Erfolg zu einer allmählichen Erweiterung der Produktionspalette. Hinzu kamen gehobene Porzellane. Eine gute Geschäftsführung und die Gewinnung von namhaften Modelleuren, die in der Greizer Sonderausstellung näher vorgestellt werden, verhalfen der Fraureuther Porzellanfabrik zu einem exzellenten Ruf in Deutschland und Europa. Sogar auf dem amerikanischen Kontinent schätzte man diese Erzeugnisse.

Nach der Jahrhundertwende erwarb das Fraureuther Unternehmen die Fabrikationsstätten Lichte und Wallendorf. In Dresden wurde eine Kunstabteilung gegründet. Figürliches Porzellan von hohem ästhetischem Anspruch bereicherte die Angebotspalette und hob das Ansehen der Fraureuther Porzellanfabrik. Namen wie Carl Lorenz, Carl Nacke und M. Hermann Fritz stehen für Entwürfe von hoher künstlerischer Qualität.

Obwohl selbst nach dem 1. Weltkrieg die Nachfrage an Fraureuther Porzellan nichts zu wünschen übrig ließ, zeichnete sich nach unausgereiften Modernisierungen, Fehlspekulationen und der schlechten wirtschaftspolitischen Entwicklungen der allmähliche, aber unaufhaltsame Niedergang des Unternehmens ab. 1926 wurde Konkurs angemeldet.

Mit der Sonderausstellung wird die Bedeutung der Fraureuther Porzellanfabrik wieder in den Blickpunkt des öffentlichen Interesses gerückt. Diese Sonderausstellung korrespondiert mit den Sonderausstellungen zum 150. Firmenjubiläum in Fraureuth und Werdau. Jede dieser Expositionen nähert sich diesem Anlass unter einem besonderen Blickwinkel. Im Unteren Schloss Greiz wird in zehn Sonderausstellungsräumen neben zahlreichen Ausstellungsobjekten aus den Sammlungen der Museen der Schloss- und Residenzstadt Greiz Leihgaben von dem Schlossmuseum Eisfeld, der Stiftung Leuchtenburg und dem Stadt- und Dampfmaschinenmuseum Werdau präsentiert.

Öffnungszeiten
Dienstag – Sonntag 10.00 Uhr – 17.00 Uhr.
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