Frivole Spiele mit dem Knochenmann. Zwei neue Ausstellungen zum Totentanz auf Schloß Burgk eröffnet

Wann? 17.06.2012 bis 10.09.2012

Wo? Schloß Burgk, 07907 Burgk DE
Historische Treppen erklimmen heißt es, wer die Ausstellung "ET IN ARCADIA EGO. Lutz Friedel. Ein Totentanz" sehen möchte.
 
Lutz Friedel in der Ausstellung "ET IN ARCADIA EGO. Ein Totentanz", die auf Schloß Burgk zu sehen ist.
Burgk: Schloß Burgk | Diesmal ist alles anders. Ernst oder nachdenklich sinnierend sind die üblichen Gesichtsausdrücke, wenn zu eröffnende Ausstellungen besprochen werden. An diesem Samstagnachmittag sitzen die Damen und Herren mit breitem Grinsen auf dem Gesicht auf ihren Stühlen und recken die Köpfe nach hinten. Was ist passiert? Aus den hinteren Reihen kommt ein unüberhörbares Schnarchen. Wer ist im Rittersaal auf Schloß Burgk so desinteressiert an den Eröffnungsreden? Darwin. Nein, nicht der Naturforscher. Der weilt ja schon längst nicht mehr unter uns. Darwin ist ein Mops. Und wie es sich für einen gelangweilten Mops gehört, schließt er in Herrchens Armen liegend einfach die Augen und schnarcht.

Aber was macht ein Mops bei einer Ausstellungseröffnung? Im Mittelpunkt stehen. Zumindest thematisch. Sein Herrchen, Wolfgang Wissing aus Hückelhoven, sammelt Exlibris. Und die zu einem ganz speziellen Thema: Mops, Tod und Literatur. Und genau jene Exlibris sind in der neuen Exposition auf Schloss Burgk zu sehen. Oder besser gesagt, es handelt sich hier um die zweite neue Ausstellung.

Hauptthema sind die Arbeiten von Lutz Friedel mit dem Titel „Et in Arcadia Ego. Ein Totentanz“. „Es geht um Darstellungen tanzender Toter oder um Auftritte des Knochenmannes, der Vertreter aller Geschlechter, Lebensalter und Berufe vom Diesseits ins Jenseits befördert“, führt Dr. Uli Wunderlich die Gäste ins Thema ein. Sie ist Präsidentin der Europäischen Totentanz-Vereinigung Danses Macabre d’Europe Bundesrepublik Deutschland e.V.. Trotz straffen Terminplanes hat sie den Weg zur Ausstellungseröffnung nach Burgk gefunden. Schon im Mittelalter ersannen Geistliche und fromme Laien redende und handelnde Gerippe, die das Publikum erstens daran erinnerten, dass jeder einmal sterben muss, und zweitens typischen Vertretern der Gesellschaft ihren sündhaften Lebenswandel vorhielten.

Der Totentanz ist somit in der Kunst ein altes Thema. Auch der von Lutz Friedel gewählte Titel „Et in Arcadia“ (Auch ich in Arkadien) leitet sich bereits aus vorchristlicher Zeit ab und geht auf Vergil zurück (70-19 vor Christus), der Hirten im Land der Seligen auf das Handwerk des Todes stoßen ließ. Im 16. Jahrhundert griffen Maler die Geschichte auf, später Goethe und schließlich auch Friedel. Insgesamt 296 Arbeiten, vornehmlich im Format 30 x 40 cm aber auch bis zu zwei Meter breit, hat der in Sachsen lebende selbstständige Künstler in Öl geschaffen. Hinzu kommen unzählige Pastelle und Zeichnungen. Dr. Uli Wunderlich zeigte sich angesichts des hohen Schaffensdrangs von Friedel erstaunt: „Obwohl die Zahl der Sterbeszenen im Totentanz seit 500 Jahren wächst, gab es nie eine Bilderfolge solchen Umfangs“.

Lutz Friedel liebt es, den Knochenmann und seine Opfer in den verschiedensten Situationen auftreten zu lassen. Seine Ausstellung in der Neuen Galerie auf Schloß Burgk ist die fünfte Station der Totentanz-Ausstellung, die im Herbst im Japanischen Palais in Dresden gastieren wird. Mit den Worten „So viel Aufmerksamkeit ist der Dank für die aus hunderten von Bildern bestehende Fleißarbeit“ gratuliert Uli Wunderlich dem Künstler.


ET IN ARCADIA EGO. Lutz Friedel. Ein Totentanz und Exlibris-Sammler VIII: Mops, Tod und Literatur in den Exlibris für Wolfgang Wissing

Ausstellungen im Museum Schloß Burgk vom 24. März bis 17. Juni 2012

Museum Schloß Burgk
Einrichtung des Landkreises Saale-Orla
07907 Burgk/Saale
Tel.: 03663 400119
www.schloss-burgk.de
Dienstag bis Sonntag 10 - 17 Uhr

Mehr über Schloß Burgk ist hier zu erfahren:

http://www.meinanzeiger.de/gera/themen/schlo%DF-bu...

PS: Bitte bedenken Sie, dass die Werksaufnahmen keine Reproduktionen unter kontrollierten Studiobedingungen sind. Es können durchaus geringe Farb- und Tonwertabweichungen auftreten.
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6 Kommentare
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Karin Jordanland aus Artern | 27.03.2012 | 19:51  
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Hannelore Grünler aus Artern | 27.03.2012 | 20:51  
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Renate Jung aus Erfurt | 27.03.2012 | 22:33  
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Gunter Linke aus Saalfeld | 27.03.2012 | 23:29  
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Susanne Steinfeld aus Erfurt | 01.04.2012 | 12:12  
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Renate Jung aus Erfurt | 01.04.2012 | 13:15  
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