Geheimnisvolles Myanmar – Von Giraffenhalsfrauen und fünfjährigen Mönchen

Wann? 28.06.2014 09:00 Uhr bis 28.06.2014 16:00 Uhr

Wo? Städtisches Museum , Aumaische Straße 30, 07937 Zeulenroda-Triebes DE
Annett und Michael Rischer zeigen eine Buddah-Maske.
 
Annett und Michael Rischer mit dem offiziellen Ausstellungsplakat.
Zeulenroda-Triebes: Städtisches Museum | „Unsere Reise nach Myanmar war nicht nur eine Fernreise nach Südostasien, sondern auch eine Zeitreise in das 19. Jahrhundert“, beschreiben Annett und Michael Rischer ihren Aufenthalt in dem Land von Januar bis Anfang März 2011. „Es gab keine Telefone, geschweige Handys oder Internet, kein Fernsehen und kaum Autos“, so die Erfahrungen der Filmemacher/Fotografen vor drei Jahren. Grund war die Abschottung des Landes durch die verschiedenen Militärdiktaturen, die seit über 50 Jahren in Burma – wie viele Einwohner das Land noch immer nennen – herrschen. „Myanmar ist eigentlich nur ein politischer Name für Burma“, so Michael Rischer. In „Republik der Union Myanmar“ wurde Burma 1989 durch das Militär umbenannt, als Zeichen, dass die Kolonialzeit endgültig überwunden sei. Doch geöffnet hat sich das zwischen Thailand, Laos, Indien, Bangladesch und dem Golf von Bengalen gelegene Land erst, nachdem das Regime im Februar 2011 einen zivilen Präsidenten als Staatsoberhaupt einsetzte.

In den vergangenen zwei Jahren habe sich Myanmar/Burma so entwickelt, wie andere Länder in 200 Jahren. Der Tourismus boomt, Investoren kommen in das Land und auf den Straßen herrscht reger Verkehr. Davon war, als die Rischers in Burma war, noch nichts zu spüren. Die Filmemacher bewegten sich vor drei Jahren quasi inkognito durch das Land, getarnt als Touristen. „Doch wir hatten natürlich unsere Kamera- und Filmausrüstung dabei“, so Annett Rischer, „womit wir unzählige bewegte Bilder und Fotos aufnahmen“.

Die beiden Filmemacher erlebten ein spannendes Land voller Geheimnisse. In dem Vielvölkerstaat leben über 100 verschiedene ethnische Gruppen, von denen fast jede ihre eigene Sprache spricht. Das Land eint jedoch eine Schrift, die einmalig in der Welt ist. Einmalig ist sicher auch, dass Burma seine eigene Zeitzone hat. „Die Zeit ist um eine halbe Stunde zu den Nachbarstaaten verschoben“, berichtet Michael Rischer und verweist auf ein weiteres Kuriosum: „In Burma gibt es acht Wochentage!“ Das sei dem Buddhismus geschuldet, den ist in Myanmar in seiner reinsten Form gebe. Fast 90 Prozent der über 55 Millionen Einwohner sind Buddhisten.

Es waren vor allem die Menschen, für die sich Annett und Michael Rischer in Burma interessiert haben. Am geheimnisvollsten dabei sind wohl die „Giraffenhalsfrauen“ vom Stamme der Padaung. „Bis zu 28 Messingringe legen sie um ihren Hals, damit er schön lang wird“, so die Rischers. Dass die Frauen sterben würden, wenn sie den Halsschmuck ablegen, sei Unsinn: „Wenn die Frauen 46 Jahre alt sind, dürfen sie die Ringe abnehmen. Danach gibt es eine Art Physiotherapie, mit denen die zurückgebildeten Muskeln trainiert werden, und viel Bettruhe.“ Nach einigen Monaten würden bei den Frauen normalerweise keine Schäden zurückbleiben, außer ein verformter Schultergürtel.

Beeindruckende Bilder von den „Giraffenfrauen“, aber auch von anderen Menschen aus Burma wie dem fünf Jahre alten Bettelmönch Le Win und der 84-jährigen Sa Un We, die noch nie ihr Dorf in den Bergen bei Kalwe verlassen hat, sind in der derzeitigen Ausstellung „Gesichter Myanmars“ im Zeulenrodaer Museum zu sehen. Die Geschichten der Menschen erzählen Annett und Michael Rischer auf zehn großfomatigen Tafeln. Außerdem zeigt die Ausstellung 80 großformatige Fotos natürlich auch mit den Sehenswürdigkeiten des Landes sowie Objekte der Volkskultur wie Trommeln, Masken, Puppen und Alltagsgegenstände.

Information: Die Ausstellung ist bis zum 28. Juni 2014 zu sehen. Geöffnet ist dienstags bis freitags 9 bis 16 Uhr, donnerstags 9 bis 18 Uhr und an Sonntagen 13 bis 16 Uhr. Am Sonntag, dem 6. April, lädt das Museum um 17 Uhr zu einem Sonntags-Talk mit Annett und Michael Rischer ein. Die beiden zeigen einen Multimediavortrag über Burma/Myanmar. Dazu gibt es landestypisches Essen und Getränke sowie Musik aus der Konserve.
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