In memoriam Klaus Vonderwerth

Nächster Termin: 22.07.2017 10:00 Uhr bis 22.07.2017 17:00 Uhr

Wo? Sommerpalais, Greizer Park, 07973 Greiz DE
Klaus Voderwerth mit seinem Engel mit Gasmaske von 1991, der auf dem aktuellen Ausstellungsplakat zu sehen ist.
 
Cleo-Petra Kurze vor den Radierungen ihres Mannes, die sie am meisten mag.
Greiz: Sommerpalais |

Die aktuelle Sonderausstellung im Greizer Sommerpalais ist dem Karikaturisten Klaus Vonderwerth gewidmet.

"Schon vor zwei Jahren hatten wir mit Klaus Vonderwerth verabredet, zu dessem 80. Geburtstag eine Ausstellung über ihn in unserem Haus zu organisieren", berichtet Sommerpalais-Direktorin Eva-Maria von Máriássy im Vorfeld der aktuellen Ausstellung. Ende 2015 habe der Künstler aber angerufen, dass er gesundheitlich nicht in der Lage sei, eine Ausstellung zu gestalten. Im März vorigen Jahres, kurz nach seinem 80. Geburtstag, ist Klaus Vonderwerth leider verstorben.

"In die Phase der Trauer mischte sich dann aber auch Freude, als sich Vonderwerths Witwe Cleo-Petra Kurze meldete und uns mitteilte, dass ihr Mann kurz vor seinem Tod verfügt hat, dass sein gesamtes Werk an das Satiricum in Greiz gehen soll", erinnert sich von Máriássy. Die Freude war noch größer, als sie die Schenkung - insgesamt 675 einzelne Blätter - abholten durfte. So eine akkurate Katalogisierung eines Lebenswerkes habe sie noch nie gesehen, so die Direktorin des Sommerpalais. "Das Auflisten war Trauerarbeit", sagt Cleo-Petra Kurze, die bereits einen Tag vor der Eröffnung Ausstellung nach Greiz gekommen war, den hiesigen Medien Rede und Antwort stand und den Übergabevertrag im Sommerpalais unterschrieb.

"Klaus möchte, dass seine Arbeiten gesehen werden. Und dafür ist das Sommerpalais in Greiz der ideale Ort", gibt Cleo-Petra Kurze das Vermächtnis ihre Mannes weiter. Gesehen werden kann das Werk Klaus Vonderwerths übrigens ab dem kommenden Jahr weltweit, denn alle seine Blätter werden in Greiz digitalisiert und ins Netz gestellt.

Auf die Frage, was die Kunst ihres Mannes zu etwas Besonderem gemacht hat, sagt dessen Witwe: "Es war seine Art zu zeichnen, altmeisterlich und technisch perfekt, ein bisschen in Richtung Albrecht Dürer." Nicht von ungefähr ist ihr Lieblingsbild ihres Mannes das große Rasenstück Dürers mit den hinein platzierten Pershing-Raketen. Vonderwerth hatte es sich auf die Fahne geschrieben, Cartoons möglichst ohne Worte zu schaffen, erinnert sich Cleo-Petra Kurze: "Er mochte es, wenn Leute lange vor seinen Blättern verweilten, bis zum Aha-Effekt". Auch wenn bei manchen der Effekt nie eintrat.

Klaus Vonderwerth wurde 1936 in Berlin geboren, wo er im Ostteil der Stadt eine Berufsausbildung zum Gebrauchswerber absolvierte. Anschließend studierte er an der Meisterschule für Graphik und Buchgestaltung in West-Berlin. Ab 1959 war er als freischaffender Graphiker, Buchillustrator und Plakatgestalter Ost-Berlin tätig. Von 1970 an beschäftigte er sich zunehmend mit satirischer Zeichnung und Druckgraphik. Bekannt wurde er durch zahlreiche Veröffentlichungen im "Eulenspiegel" und in der NBI, aber auch durch die Gestaltung von Schallplattencovern - beispielsweise des Traumzauberbaums von Reinhard Lakomy - und Grafiken. "Klaus hat den Sprung vom DDR-Karikaturisten zum BRD-Cartoonisten nahtlos geschaft", erinnert sich dessen Witwe an die Wendezeit. Die Basis dafür waren ihrer Meinung nach seine politischen Cartoons, die bis 1991 jede Woche in der NBI erschienen. Daraus resultierten zahlreiche Aufträge von West-Zeitungen wie der Süddeutschen Zeitung und der Welt.

Die Ausstellung "Klaus Vonderwerth in memoriam" zeigt vom 15. Juli bis 3. Oktober 2017 im Greizer Sommerpalais fast 140 Blätter des Künstlers. Der Großteil davon stammt aus der Schenkung, einige Blätter kommen aus dem eigenen Bestand des Hauses. Dazu sind Leihgaben von Cleo-Petra Kurze zu sehen, beispielsweise die Original-Blätter des Traumzauberbaums sowie von Vonderwerth gestaltete Plattencover sowie Zeichnungen seiner Arizona-Reise, die 1992 im "Magazin" veröffentlicht wurden.

Öffnungszeiten: Geöffnet ist das Sommerpalais täglich, außer montags, 10 bis 17 Uhr.
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