Keine Postkartenmotive: Udo Lauer zeigt in seiner Fotoausstellung thüringische Momente auf Schloß Burgk

Arbeiten von Udo Lauer waren bereits in der Freimaurer-Ausstellung "Himmelsgegenden" zu sehen. Jetzt kehrt er mit der eigenen Ausstellung „Begegnungen: Thüringische Momente, erlebt und fotografiert von Udo Lauer, Merlin-Presse-Berlin“ nach Burgk zurück.
 
„Begegnungen: Thüringische Momente, erlebt und fotografiert von Udo Lauer, Merlin-Presse-Berlin“
Burgk: Schloß Burgk | Udo Lauer dürfte den Besuchern von Schloß Burgk kein Unbekannter sein. Zumindest denjenigen nicht, die jüngst die Ausstellung „Die Himmelsgegenden“ gesehen haben. Die Ausstellung wurde von der Geraer Freimaurerloge „Heinrich zur Treue“ initiiert. Die Besonderheit lag darin, dass sich Freimaurer erstmals derart umfangreich der Öffentlichkeit präsentierten. In der gut besuchten Ausstellung waren auch Arbeiten von Fotojournalist Udo Lauer zu sehen.

Jetzt ist Lauer mit einer eigenen Fotoausstellung „Begegnungen: Thüringische Momente“ in der Neuen Galerie und im Pirckheimer Kabinett präsent. Seine Fotos polarisieren. Thüringische Postkartenmotive sucht man vergebens unter den großformatigen Aufnahmen. Auch Schönwetterbilder machen sich rar. Das war auch nicht Intention für den Berliner Fotojournalist. Oder besser gesagt: Das war nicht sein Auftrag. Die zu sehenden Fotos sind ein Auftragswerk vom früheren Thüringer Ministerpräsident Dieter Althaus. Er hatte Lauer gebeten, die Schönheit des Landes Thüringen abseits der bekannten Touristenorte im Bild festzuhalten. 2008 und 2009 war er mit fotografischen Blick von außen ohne Heimatgefühle in Thüringen unterwegs. Lauer hat an Orten innegehalten, an denen selbst viele Thüringer achtlos vorüber gehen. Und das auch zu Tageszeiten, wo sonst kaum einer auf die Idee kommt, auf den Auslöser zu drücken. Für ihn ist die Ausstellung auch Anlass, sich für die Freundlichkeit und Offenheit, mit der man ihm auf seinen Fotostreifzügen begegnet war, zu danken. 80 Fotos sind im Rahmen dieses Auftrags entstanden. Nicht alle finden als großformatiger Druck an den Wänden Platz. Dank Beamer können dennoch alle gezeigt werden. Manch Ausstellungsbesucher wird sich wundern, dass man unter den Fotos keinerlei Bildbeschreibung findet. Lauer ist bekennender Freund der Gedankenfreiheit. Er möchte die Gedankengänge der Betrachter nicht beeinflussen. Daher haben seine Fotos auch keine Bildtitel. Und er gehört nicht gerade zu den Freunden der digitalen Fotografie. Mit einem Fingerzeig auf eines der Nebelbilder meint er: „Das wäre in dieser feinen Farbabstufung mit einer Digitalkamera nicht machbar“. Die in Burgk gezeigten Fotos sind ausschließlich mit analoger Technik entstanden.

Als Endergebnis des Fotoprojekts war ursprünglich eine Buchveröffentlichung geplant. Doch die Ereignisse überschlugen sich mit Althaus‘ Skiunfall. So wie er von der politischen Bühne verschwand, war auch das Buchprojekt gestorben. Einzig ein einfacher Ausdruck per Computer, gleich eingangs der Ausstellung liegend, erinnert an das geplante Buch.

Einen Lichtblick zur Vollendung des 2008 begonnenen Fotoprojekts verkündete zur Vernissage Hermann Binkert in seiner Funktion als Geschäftsführer des Consulere Verlages. Er möchte das Buch in überarbeiteter Variante veröffentlichen. Er war es auch, der Udo Lauer den Gästen der Vernissage näher vorstellte. Von großen Lebensstationen war da die Rede. Lauer hat seit 1979 die Bundespräsidenten Karl Carstens, Dr. Richard von Weizsäcker, Dr. Roman Herzog und Johannes Rau auf deren Reisen fotografisch begleitet. Bereits seit 1965 arbeitet er für verschiedene Foto- und Nachrichtenagenturen. Amüsant hat Binkert auch die erste Begegnung Lauers mit der Fotografie geschildert. Ein eingeschmissenes Kellerfenster war daran schuld, dass Lauer als Siebenjähriger sich etwas Taschengeld verdienen musste, um die Reparatur bezahlen zu können. Er arbeitete in einem Fotogeschäft. Die Fotografie hat den inzwischen 70-Jährigen nicht mehr los gelassen.

Auch Landrat Thomas Fügmann zeigte sich angesichts der neuen Ausstellung auf Schloß Burgk begeistert. Kultur und Kunst werde an diesem Ort nicht nur aufbewahrt, sondern auch gelebt. Letztlich führte ihn nicht nur die Vernissage nach Burgk. Als oberster Herr des Haus - Schloß Burgk ist eine Einrichtung des Landkreises – ernannte er Sabine Schemmrich offiziell zur Leiterin der Einrichtung. Am 8. Oktober 2011 wurde die bisherige Kuratorin zur kommissarischen Leiterin berufen.

Die Ausstellung „Begegnungen: Thüringische Momente, erlebt und fotografiert von Udo Lauer, Merlin-Presse-Berlin“ ist bis zum 3. Februar 2013 auf Schloß Burgk zu sehen.

Innerhalb der Freimaurer-Ausstellung waren bereits Arbeiten von Udo Lauer zu sehen:

http://www.meinanzeiger.de/zeulenroda-triebes/ratg...

Mehr über Schloß Burgk ist hier zu erfahren:

http://www.meinanzeiger.de/gera/themen/burgk.html
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
2 Kommentare
9.688
Hannelore Grünler aus Artern | 24.09.2012 | 02:29  
16.680
Steffen Weiß aus Gera | 02.04.2013 | 15:32  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige