"Knockout" im Sommerpalais

Wann? 03.11.2013 10:00 Uhr bis 03.11.2013 17:00 Uhr

Wo? Sommerpalais, Greizer Park, 07973 Greiz DE
Aha ...
 
Ausstellungsbesucher amüsieren sich über das Punker-Pärchen von Franziska Becker.
Greiz: Sommerpalais | .

Power-Frauen und schamlos lüsterne Weiber im Geschlechterkampf
.
Sie zählt zu den bedeutendsten deutschen Karikaturistinnen, zeichnet seit dem ersten Heft 1975 für die Frauenzeitschrift „Emma“ und ist seit der ersten Triennale des Greizer Satiricums nach der Wende regelmäßig in Ausstellungen der ostdeutschen Hauptstadt der Karikatur vertreten: Franziska Becker, Jahrgang 1949, Malerin und vielfach ausgezeichnete Comic-Künstlerin. Unter dem Titel „Knockout“ präsentiert das Sommerpalais in Greiz jetzt erstmals Zeichnungen aus verschiedenen Schaffensperioden der Illustratorin in einer Personalausstellung.

Vom 24. August bis 3. November sind in der Beletage des Hauses 95 Blätter, zehn Bildgeschichten, drei Figurinen und mehrere Skizzenbücher von Franziska Becker ausgestellt. Die Themen sind dabei so vielfältig wie das menschliche Leben und reichen von politischen Statements bis hin zu persönlichen Befindlichkeiten, nehmen den Zeitgeist ins Visier, spießen den Jugendwahn mit spitzer Feder auf oder geben einfach heiteren Blödsinn wider. Nicht zu übersehen ist dabei, dass die in Mannheim Geborene, die sich der 68er Generation zurechnet, bekennende Feministin ist. So schleift auf einer ihrer Zeichnungen schon in der Steinzeit eine in Fell gehüllte Frau mit geschulterter Keule und breitem Grinsen ihren Mann in die heimische Höhle. In der Neuzeit lassen sich bei Franziska Becker Businessfrauen bei geschäftlichen Besprechungen von äußerst leicht bekleideten Männern bedienen. Überhaupt kriegen die Herren der Schöpfung ihr Fett weg. Etwa, wenn der Nackte mit Zylinder an sich herunter schaut und an seinem Unterleib das Schleifchen mit der Aufschrift „Ruhe in Frieden“ entdeckt. Oder wenn Gott im Paradis zu Ada und Eva – ja, die ersten Paradies-Bewohner waren nach Beckerscher Lesart weiblich, auch Gott ist eindeutig eine Frau – aus dem Himmel herab donnert: „Wenn ihr nicht gehorcht, mache ich einer von euch Beiden einen Schniepel zwischen die Beine!“

Dass ihre Geschlechtsgenossinnen bei Franziska Becker besser wegkommen als die männliche Spezies, liegt in der Natur der Sache. Und die ist nicht selten von erotischer Deftigkeit. Was auch Emma-Herausgeberin Alice Schwarzer begeistert hat: „Die Humoristin und Satirikerin Becker ist die Emma ihrer Power-Frauen! Sie ist die erste Karikaturistin, die Frauen und Mädchen offensichtlich sinnlich zeichnet … Bei ihr bewegen sich schamlos wollüstige Weiber in ihren Körpern, als seien sie darin zuhause.“

Die Ausstellung "Knockout" mit den Karikaturen von Franziska Becker ist bis zum 3. November 2013 im Festsaal der Beletage des Greizer Sommerpalais zu sehen.

Öffnungszeiten:
August und September: 10–17 Uhr,
Oktober und November: 10–16 Uhr,
montags geschlossen.

Zur Person: Franziska Becker wurde 1949 in Mannheim geboren. Sie studierte von 1972 bis 1976 an der Kunstakademie Karlsruhe u. a. bei Markus Lüpertz und ist seit 1977 freischaffende Karikaturistin und Malerin. Seit dem ersten Heft 1975 war sie als Mitarbeiterin bei der „Emma“ tätig und veröffentlichte unter anderem in „Annabelle“, „Psychologie heute“, „Titanic“, „Stern“, „Züricher Tagesanzeiger-Magazin“, „Kölner Stadtanzeiger“ und vielen anderen mehr. Hinzu kommen seit 1980 eigene Bücher, zahllose Buchillustrationen, Kalender und Plakate, sowie unzählige Ausstellungen im In- und Ausland. Franziska Becker war schon mehrfach in Ausstellungen des Greizer Satiricums vertreten. Sie wurde unter anderem ausgezeichnet mit dem „Max und Moritz Preis als bester deutscher Comic-Künstler“(1988), dem „Göttinger Elch“ 2012 für ihr Lebenswerk und zuletzt im Mai 2013 mit dem Wilhelm-Busch-Preis.

Ihre Themen sind breit gefächert und höchst unterschiedlich: Diät, Mode, Geld, Männer, Weiber, Paare, Alter, Jugendwahn, Bundespolitik, Kirche, Krieg, Neue Weltordnung, Reproduktionstechnologie, Kinder, Tiere, Psycho, Esoterik, Yuppies, Parteitage, Medien, Reisen, tiefer Ernst und höherer Blödsinn. Kurz: Sie beschreibt den politischen Zeitgeist in all seinen Facetten mit „einem unbestechlichen Blick, der zugleich gemein und liebevoll sein kann“, immer aber „treffsicher und anarchistisch“. Dabei ist die Selbstironie eine der deftigsten Farben auf ihrer Palette.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige