Kunst, die verbindet: Eine Liebeserklärung an die Heimat – Sonderausstellung zum 70. Geburtstag von Dr. Klaus Machalett

Wann? 02.09.2012 10:00 Uhr

Wo? Unteres Schloss, 07973 Greiz DE
Dr. Klaus Machalett und Ehefrau Reinhilde vor dem "Sachsen-Dreier" des Elsterbergers Peter Zaumseil.
 
Dr. Klaus Machalett (l.) im Gespräch mit den vogtländischen Künstlern Peter Zaumseil aus dem sächsischen Elsterberg und Horst Sakulowski (r.) aus dem Thüringischen Weida.
Greiz: Unteres Schloss | Dr. Klaus Machalett ist das, was der Begriff "Philanthrop" sehr treffend beschreibt: Ein Menschenfreund, dessen Handeln und Tun mit Wohltätigkeit und gemeinnützigen Aktivitäten assoziiert wird. Wohltätiges praktizierte Klaus Machalett über 35 Jahre vor allem als Arzt in Elsterberg, Gemeinnütziges weit darüber hinaus. So übergaben er und seine Frau Reinhilde im vorigen Jahr ihre umfangreiche, rund 600 Grafiken und Aquarellen sowie zirka 100 Gemälde umfassende Kunstsammlung regionaler und überregionaler Künstler, den Greizer Museen. Etwa einhundert dieser Werke sind seit Samstag in einer Sonderausstellung zu sehen.

Den Titel der Ausstellung, "…unser Vogtland", würde der bekennende Verehrer, Förderer und Freund der vogtländischen Heimat und Kultur gern um den Zusatz "… ist unsere Heimat" erweitern. Die Zersplitterung des Vogtlandes schmerze ihn schon ein wenig: "Vor 500 Jahren gab es einen einheitlichen Vogtlandkreis, der heute in das Thüringer und sächsische Vogtland getrennt ist, Teile liegen auch in Bayern und Böhmen", bedauert Dr. Klaus Machalett. Deshalb suche er auch immer wieder das Verbindende der Region. Und macht es an seiner Person fest: "Ich wurde in Hohndorf geboren und ging hier in die Volksschule. In Elsterberg habe ich die Mittelschule besucht, in Plauen eine Lehre absolviert und in Greiz als Assistenzarzt gearbeitet." Die Ostthüringer Kreisstadt sei das Kulturzentrum der Region und nicht zuletzt stammt Machaletts Frau Reinhilde aus Greiz. 1975 haben sie geheiratet.

Da hatte der Arzt schon längst den Grundstock für seine umfangreiche Kunstsammlung gelegt. Ab 1969 trug Dr. Machalett zunächst Aquarelle seines Zeichenlehrers Friedrich Degenkolb aus Hohndorf und Zeichnungen seines Elsterberger Kunstlehrers Erhard Dietzsch zusammen. Schnell nahm die Sammlung ungeahnte Dimensionen an. Regionale Künstler wie Horst Sakulowski, Bernd Hieke, Peter Zaumseil, Klaus Tiller, Hubertus Blase und Wolfgang Dreßler fanden darin Aufnahme. Aber auch Werke überregional namhafter Maler wie Werner Tübke und Wolfgang Mattheuer aus der "Leipziger Schule" konnte Dr. Klaus Machalett erwerben. Wie umfangreich die Sammlung im Laufe der Jahrzehnte geworden war, davon ahnte viele Jahre wohl nicht einmal seine Frau Reinhilde etwas.

Mit dem Eintritt in den Ruhestand vor fünf Jahren war klar, dass die Hausarztpraxis nicht mehr als Magazin und Ausstellungsort dienen kann. Als Zwischenlösung wurden die Bilder im Dezember 2007 in der ehemaligen Hohndorfer Schule eingelagert. "Temperaturschwankungen und Feuchtigkeit würden über einen längeren Zeitraum wohl nicht zur Verbesserung des Zustandes der Bilder beitragen", schätzte Klaus Machalett wohl richtig ein. Er dankt heute noch Peter Zaumseil für dessen regelmäßige "Kontrollgänge", bei denen der Elsterberger nach dem Rechten sah.

Im März vorigen Jahres übergab die Familie Machalett ihre Sammlung regionaler und überregionaler Künstler den Museen der Schloss- und Residenzstadt Greiz. "Der Stadtrat und insbesondere der Kulturausschuss sind sich der Verantwortung und Größe bewusst, die aus der Schenkung dieser umfangreichen und wohl einzigartigen Sammlung resultiert", dankte Christian Tischer zur Ausstellungseröffnung am Samstag im Auftrag der Stadt dem Ehepaar Machalett.

Für die Ausstellung "... unser Vogtland" hat Klaus Machalett 100 Arbeiten ausgewählt, die seinen Bezug zum Vogtland verkörpern. Damit offenbart er seine ganz persönliche Sichtweise auf seine Mitmenschen, seine Umgebung und sein Leben. Die Sonderschau wird anlässlich des 70. Geburtstages von Klaus Machalett gezeigt und ist eine Liebeserklärung an seine Heimat.

Zur Vernissage waren zahlreiche Künstler und Kunsterzieher gekommen, auch, um Dr. Klaus Machalett persönlich zum Geburtstag zu gratulieren. So unter anderem Erhard Dietzsch, Horst Sakulowski, Peter Zaumseil und Klaus Tiller. Aber auch die Greizer Landrätin Martina Schweinsburg und Schauspieler Rolf Pucher zählten zu den Gratulanten. Christian Tischner überbrachte die Grüße des Greizer Bürgermeisters Gerd Grüner. Die Ausstellungseröffnung begleitete Stavenhagenpreisträger Gunnar Dietze am Klavier. Christiane Lorenz überbrachte einen musikalischen Blumenstrauß von der Musikschule "Bernhard Stavenhagen", gesungen von Felix Rohleder.

Die Ausstellung ist sowohl im Unteren Schloss als auch im Oberen Schloss zu sehen. "Ein Besuch dieser Sonderausstellung sollte im Museum im Unteren Schloss beginnen und in der Museumscafeteria im Oberen Schloss, umgeben von Grafiken aus der Sammlung Machalett, seinen gemütlich Ausklang finden", empfiehlt Museumsdirektor Rainer Koch.

Information: Sonderausstellung "UNSER VOGTLAND - Einblicke in die Kunstsammlung der Familie Machalett" bis zum 2. September 2012 in den Museen im Unteren und Oberen Schloss zu Greiz. Geöffnet: Täglich 10 - 17 Uhr (außer montags).
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