Mit den Gästeführern Altes und Neues entdecken

Gerd Rödel mit einem Bild von 1914, das zeigt die fürstliche Wache mit Präsentiergriff Gerd Rödel mit einem Bild von 1914, das zeigt die fürstliche Wache mit Präsentiergriff Gerd Rödel mit einem Bild von 1914, das zeigt die fürstliche Wache mit Präsentiergriff
 
Marlis Jugel mit einem historischen Bild vom Markt nach dem großen Stadtbrand
Greiz - Stadtzentrum
Zu einem besonderen Stadtrundgang, der kreuz und quer durch das fürstlich vogtländische Greiz führte, hatten die Gästeführer der Stadt am vergangenen Samstag eingeladen. Das Greiz eine vielfältige und äußerst interessante Geschichte hat, wurde den Gästen, darunter auch aus Berlin, an den einzelnen Stationen vermittelt. Die Führung übernahm anfänglich Kerstin Fischer am Unteren Schloss, dem Sitz regierender Fürsten, welche alle denselben Namen Heinrich trugen, mit Informationen zur Gründung und Entwicklung der Stadt. Greiz sei die Perle des Vogtlandes, am landschaftlich schön gelegenen Elster- und Göltzschtal, zu jeder Jahreszeit locken die Sehenswürdigkeiten der Stadt zahlreiche Besucher an. Am Aufgang zum Museum der Stadt verwies die Gästeführerin auf die Besonderheiten im Treppenhaus, dem früheren Aufgang zu den Privaträumen der Fürstenfamilie, mit einer Lichtkuppel, die von außen nicht zu sehen ist. Direkt unter der Kuppel konnten die Gäste den wunderschönen Allegorischen Kalender und die Reliefgestaltungen mit kriegerischen Elementen bestaunen. Vom größten Stadtbrand in der Greizer Geschichte, bei dem viele Gebäude, darunter auch das Untere Schloss mit Stadtkirche und der Silbermann Orgel vernichtet wurden, dem Wiederaufbau des Schlosses 1809 und der Weihung der neuen Kirche1805 mit dem Turm auf der Ostseite, erzählte in beeindruckender Schilderung bis hin zu einzelnen Details Brigitte Stange. Den Röhrenbrunnen ließ Heinrich XIX. im Jahre 1820 errichten und ist der einzige erhaltene Brunnen aus dem alten Greiz, diente der Bevölkerung als Wasserspender auch in den strengsten Wintern. Man sagte dem Quellwasser aus St. Adelheid, das in Holzröhren zum Brunnen geleitet wurde, in früheren Zeiten Heilwirkung nach, berichtete vor Ort Ingrid Feist. Mit der Aufforderung den Blick nach oben zum Kirchturm zu richten, sollten die Besucher die nachbildung eines Hundes in einer Nische an der Außenseite des Kirchturms entdecken. Welche Historie der Hund aus Stein in einer Nische an der Außenseite des Turmes hat bleibt offen. Symbolisiert es ein Bauopfer oder ist es ein Denkmal zur Erinnerung an den treuen Hund eines Türmers, oder der Fürstenfamilie, wie Peter Stösel, der sich unterwegs der Führung anschloss, zu berichten wusste. Die Originalfigur fand im ehemaligen Aufgang der fürstlichen Familie als direkter Zugang vom Unteren Schloss zur Stadtkirche seinen Platz. Das Premierenpublikum wurde an der Alten Wache von Gerd Rödel übernommen. Er verwies auf das Wappen mit dem Löwe und Kranich, zeigte historisches Bildmaterial vom historischen Gebäude mit Wachsoldaten und erzählte von zwei großen Kanonen, die einst am historischen Gebäude standen. Mit der Überquerung der Gräßlitz, die einst durch die Thomasstraße geflossen ist, verwies der Gästeführer auf das Jugendstilensemble in der Thomas- und Burgstraße. Mit Unterstützung historischer Bilder vom Greizer Markt und dem Rathaus, berichtete Marlies Jugel über Besonderheiten die mit dem großen Stadtbrand 1802 und danach in Zusammenhang standen. Von einem roten Männlein, das zwei Frauen nach getaner Arbeit plötzlich gegenüber stand, wurden diese in die Vision eines Stadtbrandes versetzt. Nachdem sie davon erzählten wurden sie ausgelacht. Zwei Tage später am 6. April 1802 kam es tatsächlich zum größten Stadtbrand aller Zeiten in Greiz. Im 17. Jahrhundert gab es schon einmal einen Brunnen auf dem Markt, ab 1883 sei er nicht mehr vorhanden gewesen. Viele interessante Geschichten vermittelten im weiteren Verlauf der Führung Gisela Peter zur alten Burg und dem Oberen Schloss, Karin Schobert über die Felsenkeller am Schlossberg und deren Nutzung. Zum Schlossgarten führte Almut Kaul mit Berichten und Erzählungen über Schlossgarten, Stadtmühle und der Weißen Elster. Zum Abschluss der Führung machten die Gäste mit Konrad Wiedemann einen Abstecher zu Blumenuhr am Eingang zum fürstlichen Greizer Park.
Auf zahlreiche bekannte Greizer Persönlichkeiten, die auf ihre Art und Weise die Geschicke und die Geschichte von Greiz prägten, kamen auch Greizer Dichter mit Sagen und kuriosen Begebenheiten zu Wort.
Diese besondere Stadtführung war von allen Gästeführern und der Tourist-Information Greiz bestens vorbereitet und hätte einen größeren Zuspruch verdient.
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1 Kommentar
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Jürgen Wesiger aus Nordhausen | 03.06.2016 | 07:48  
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