Mit Witz und spitzem Stift – Karikaturen von Manfred Sondermann im Zeulenrodaer Museum

Wann? 04.11.2012 14:00 Uhr

Wo? Städtisches Museum , Aumaische Straße 30, 07937 Zeulenroda DE
Manfred Sondermann (r.) und sein Alter Ego "Ossikar". (Foto: Sondermann)
Zeulenroda: Städtisches Museum | Man begegnet ihm immer wieder, in der aktuellen Sonderausstellung im Zeulenrodaer Museum: "Ossikar", den kleinen Zeitgenossen aus den Neuen Bundesländern, der – oftmals im Dialog mit seinem neuen Bekannten "Wessikar" aus Bayern – tiefsinnige Gedanken über die neue Zeit anstellt. Und dessen Gemütsverfassung an der Lage seiner Krawatte erkennbar ist. Ist sie glatt, ist alles gut. Ist die Krawatte zerknittert, hat "Ossikar" Probleme.

"Ossikar" ist das Alter Ego des Karikaturisten Manfred Sondermann, der in diese liebenswerte Figur seine ganz persönliche Statements hineinprojiziert.

Manfred Sondermann (geb. 1938) wuchs in Berlin und Zeulenroda auf und machte zunächst eine Ausbildung zum Maschinenschlosser, bevor er zwischen 1962 und 1967 ein Studium zum Maschinenbauingenieur absolvierte und als Konstrukteur arbeitete. Seine Tätigkeit als Karikaturist pflegt Manfred Sondermann zweitberuflich. Er ist Mitglied des Verbandes Bildender Künstler Thüringen und der e.o. plauen-Gesellschaft. In seiner Kindheit zeichnete Sondermann vorzugsweise humoristische Bilder und orientierte sich an Vorbildern wie e.o.plauen und Paul Simmel.

Die ersten Karikaturen wurden 1954 in der Lokalzeitung Volkswacht veröffentlicht. Aufgrund seiner Tätigkeit als Maschinenbauingenieur zeichnete Sondermann zunächst vor allem technische Karikaturen, die seit 1977 regelmäßig in der vom Verlag Technik herausgegebenen Zeitschrift Maschinenbautechnik veröffentlicht wurden, und fertigte Illustrationen für technische Fachbücher. 1987 erschien im Verlag Technik ein Bändchen mit technischen Karikaturen, die sowohl den übertriebenen Fortschrittsglauben und die Umweltsünden der frühen 1980er Jahre aufs Korn nehmen als auch mögliche Szenarien für die Zukunft entwarfen. In den letzten Jahren der DDR wandte sich Sondermann zunehmend der politischen Karikatur zu. Seine systemkritischen Blätter "Verwurzelt" und "Das Haus, in dem ich wohne", erschienen unmittelbar nach dem politischen Zusammenbruch im Wendebuch (Berlin 1990).

1991 etablierte sich Manfred Sondermann mit der Figur des "Ossikar" endgültig zum Zeichner von politischen Karikaturen. Zwischen 1991 und 2006 erschienen die in der Regel aus vier Bildern bestehenden Karikaturen regelmäßig in der Hofer Frankenpost sowie in der Thüringenpost. Der Fokus verschob sich dabei allmählich zu tagespolitischen Themen. Seit 2004 nimmt Manfred Sondermann jährlich an der Rückblende, einem Wettbewerb für politische Karikatur und Fotografie, teil.

Das Zeulenrodaer Museum zeigt vom 16. September bis zum 4. November eine Ausstellung mit zirka 100 Karikaturen, Cartoons, Zeichnungen und Buchveröffentlichungen aus allen Schaffensperioden von Manfred Sondermann.

SERVICE: Das Zeulenrodaer Museum ist Dienstag bis Freitag 9 bis 16 Uhr, Donnerstag 9 bis 18 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen 13 bis 16 Uhr geöffnet.
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