Nachbetrachtung: „Tag des Denkmals 2013 – Burgruine Reichenfels“

Museum Reichenfels In diesem Gebäude ist heute das Museum untergebracht und es finden dort auch Veranstaltungen statt, wie die Podiumsdiskussion am 08.09.2013. Es wurde nach dem 2. Weltkrieg seiner Bestimmung übergeben und die bisher im „Pächterhaus“ vorhandene Sammlung dorthin verbracht.
 
Die Gasstätte im Pächterhaus wurde 2006 umgebaut, modernisiert und auch Übernachtungsmöglichkeiten geschaffen (links). Zu einem Ausflugsziel, Museum und Denkmal gehört heute eine gut funktionierte Gastronomie. Hier ist im Rahmen des Gesamtkonzepts für Reichenfels noch Nachholbedarf (rechts 2011).
Hohenleuben: Reichenfels | Zum Tag des Denkmals am 08.September 2013 fand im Museum Reichenfels – Hohenleuben eine Podiumsdiskussion zum Thema: „Unbequeme Denkmale – unsere historische Verantwortung für die Burgruine Reichenfels“ statt, mit: Herr D. Bergner, Bürgermeister der Stadt Hohenleuben; F. W. Trebge, Ortschronist von Hohenleuben; Frau C. Lindig, Untere Denkmalschutzbehörde des Kreises Greiz und Herr F. Leo, Amt für Umwelt und Naturschutz des Kreises Greiz. Es moderierte: Frau A. Kühn von Hintzenstern, Beauftragte für Kultur in der Stadt Hohenleuben.
Aus der Sicht eines Teilnehmers will ich einige Eindrücke und Gedanken zum Thema darstellen und außerdem Bilder mit Erklärungen von Reichenfels zeigen.
Herr Trebge legte in seinen grundlegenden Ausführungen sehr eindrucksvoll dar, dass Reichenfels in seiner Gesamtheit eine Stätte mit einem hohen historischen Wert ist. Sie bietet in Regionalgeschichte, Archäologie, Volkskunde, Geologie, Fauna und Flora besonders für die Heranwachsenden viel Anschauungsmaterial.
Ich wurde 1931 in Hohenleuben geboren und lebte dort bis 1950. Später in der Fremde war ich immer stolz, wenn ich sagen konnte: „Hohenleuben ist meine Heimatstadt und Reichenfels ist einen Besuch wert.“
Ich meine und hier darf ich Trebges Vorschläge unterstützen, Reichenfels kann und muss durch sinnvolle „Gesamtgestaltung“ erhalten werden, sonst geht auch für die Stadt ein wichtiger Anziehungspunkt verloren.
Dort findet man ein Museum mit zahlreichen wertvollen Exponaten zur Ur- und Frühgeschichte, regionaler Naturkunde und häufigen interessanten Sonderausstellungen. In der wissenschaftlichen Bibliothek entdeckt man einen wertvollen Buch- und Schriftenbestand. In der Homepage des Museums findet man Hinweise zur Museumssammlung, Öffnungszeiten usw. www.museum-reichenfels.de
Von der Burgruine aus hat man einen wundervollen Blick in das Triebestal und seine Umgebung; dieser Aussichtspunkt, so auch Trebge, wird von allen Besuchern immer als erstes angesteuert. Leider wird dieser Ausblick durch höher wachsende Bäume stark beeinträchtigt. Es sollten, wie auch zur Veranstaltung diskutiert wurde, bei allem Verständnis für den Naturschutz, unbedingt Wege gefunden werden, die Bäume zu stutzen.
Seit ich denken kann erinnere ich mich an begründete Befürchtungen, dass durch den unter der Burgruine weit vorangetriebenen Steinbruch der gesamte Berg und mit ihm das Denkmal Burgruine abrutschen könnte. Im Übrigen sollte und muss zur Gesamtgestaltung ein Konzept her, in dem unter Berücksichtigung auch moderner Bautechniken und -materialien, Wege gewiesen werden, wie die Stätte gesichert werden kann. Weil immer und überall die Finanzen knapp sind, muss man auch an die Umgestaltung des Gesamtensembles denken, ohne dass dabei der Denkmalschutz verletzt zu werden braucht. Dies steht auch im Zusammenhang mit der Überforderung der Stadt Hohenleuben, wenn sie allein für Erhaltung der „Kulturstätte und das Denkmal Reichenfels“ aufkommen muss. Es fällt dabei oft sogar schwer, bei der Beantragung von Fördermitteln den notwendigen Eigenanteil zu sichern.
In diesem Zusammenhang wurde sehr sachlich über die Situation der Stadt Hohenleuben diskutiert. Durch keine oder zu geringe Industrieansiedlung gibt es zu wenige Steuereinnahmen, folglich stehen nicht genügend Mittel für die Kultur im weitesten Sinne zur Verfügung. Mit Sorge blicke ich auf meine Heimatstadt Hohenleuben, in der man durchaus viele Bemühungen zur Erhaltung einer notwendigen städtischen Infrastruktur spürt, wo aber in den letzten Jahren leider viele Versorgungs- und Betreuungseinrichtungen in Nachbargemeinden abwanderten oder abwandern mussten.
Über Kommentare zum Beitrag und den Bildern würde ich mich freuen, weil durchaus noch vieles offen blieb, weiter besprochen werden müsste und der Bevölkerungsmitwirkung bedarf.
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