Nights in Greiz – Bilder aus der Blauen Stunde

Lutz Zürnstein: "Ich verwende nur vorhandes Licht, Stativ und lange Belichtungszeiten."
„Nein, ich bin eigentlich kein Nachtschwärmer“, wehrt Lutz Zürnstein eine diesbezügliche Frage ab. Doch tagsüber arbeite er halt, weshalb der Hobbyfotograf in der Regel erst mit Einbruch der Dämmerung auf Motivsuche geht. Und das mit Vorliebe auf Friedhöfen, an Denkmalen, Schlössern und Kirchen. Davon gibt es ja in Greiz jede Menge. Aber auch Bauruinen und Abrisshäuser, die zur Fotopirsch einladen.

„Die so genannte Blaue Stunde bietet mir das interessanteste Licht und lässt meine Motive in einem ganz besonderem Charme erscheinen“, so der studierte Geologe. Für seine Aufnahmen im Dämmerlicht verwendet er ausschließlich vorhandene Lichtquellen wie den Mond oder die Straßenbeleuchtung. Ausnahmen bestätigen diese selbst auferlegte Regel. Beim Dölauer Wasserschloss beispielsweise kamen zusätzliche Scheinwerfer zum Einsatz.

Lange Belichtungszeiten lassen die Objekte in ganz besonderem Licht erscheinen. Der Blick vom Alten Friedhof zum Oberen Schloss erhält so eine mystische Stimmung, die Aubachtaler Kirche erscheint wie ein verzaubertes Märchenschloss und die Kolonnaden am Unteren Schanzengarten wirken wie ein Wandelgang aus einer keltischen Sage.

„Greiz hat unheimlich viel zu bieten, es gibt immer wieder etwas neues zu entdecken“, schwärmt Zürnstein. Der 57-Jährige bannt aber nicht nur offensichtliche „Hingucker“ auf seine Fotos. Unter dem Thema „Versteckter Verfall“ geht er in der Kreisstadt auch in vergessenen Gebäuden, abgelegenen Straßen und stillgelegten Gleisanlagen auf Spurensuche. Auch hier findet der Hobbyfotograf hinschauenswerte Motive, die er im Dämmerlicht der blauen Stunde stimmungsvoll erstrahlen lässt.

Seine Fotografien konnte Lutz Zürnstein bereits in mehreren Ausstellungen zeigen – erinnert sei nur an die über das Greizer Theater kurz vor dessem Abriss 2010. Etwa 200 Aufnahmen seiner abendlichen Foto-Streifzüge hat Zürnstein unter dem Titel „Nights in Greiz“ auf zwei CDs veröffentlicht. Die besten Fotos daraus sind jetzt für ein halbes Jahr im Café Menz in der Greizer Marienstraße ausgestellt und zu den Öffnungszeiten des Cafés zu sehen.

Zur Person: Lutz Zürnstein, Jahrgang 1957, Schule in Leipzig, Chemiefacharbeiter in Böhlen und Leuna, 1979 bis 1984 Geologiestudium an der Bergakademie Freiberg, seit 1990 Angestellter im Bauamt der Stadtverwaltung Greiz,
Fotografie seit 1980, seit 1996 Beschäftigung mit dem Thema Verfall von Bausubstanz, Mitglied im Fotoclub Greiz.

Mehr unter www.zuernstein-fotografie.de
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