Nun sind die Werke dort, wo sie hin gehören

Während einem feierlichen Gedenken an die Greizer Holzbildhauerin Elly-Viola Nahmacher übergab Tochter Silke Weißker eine Skultur ihres Vaters Wilhelm und eine Skulptur mit den Köpfen des Geschwisterpaares Silke und Eva-Maria Nahmacher, geschaffen von ihrer Mutter, in den Räumen des Unteren Schlosses in Greiz
 
Ein Teil des Ankaufs und der Schenkung wurden zum Pressetermin zur Schau gestellt
 
Ein Teil des Ankaufs und der Schenkung wurden zum Pressetermin zur Schau gestellt
Greiz - Museen der Stadt Greiz im Unteren Schloss.
Wertvolle Sammlung von Arbeiten der Greizer Bildhauerin Elly-Viola Nahmmacher in den dauerhaften Besitz der Stadt Greiz übergegangen
Am 27. Mai 2013 jährt sich der Geburtstag von Elly-Viola Nahmmacher zum hundertsten Male. Dieses Ereignis nahmen die Familienangehörigen der Bildhauerin zum Anlass, wertvolle Arbeiten aus privaten Besitz an die Museen der Stadt Greiz zu übergeben.
Mit Dankesworten lobte der Greizer Bürgermeister Gerd Grüner das Großzügige finanzielle Engagement des Thüringer Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur,
das im Dezember 2012 den Ankauf bisheriger Leihgaben der Bildhauerin ermöglichte.
In seiner Ansprache würdigte er das Schaffen und Wirken der Künstlerin, die mit ihren Werken und weltweiten Ausstellungen den Bekanntheistgrad der Stadt Greiz förderte.
Bürgermeister Gerd Grüner sagte. "Elly-Viola Nahmmacher gehört zu den bedeutendsten Greizer Künstlern. Durch ihre sakrale Kunst ist sie in vielen Kirchen des Greizer Landes und im Bundesgebiet gegenwärtig".
Seit einer Vielzahl von Jahren gibt es Kontakte seitens des Greizer Musikers Winfried Arenhövel zu der in Kromsdorf bei Weimar lebenden Tochter Elly-Viola Nahmmachers, Silke-Viola Weißker. Daraus resultierten umfangreiche Leihgaben an das damalige Heimatmuseum Greiz, den heutigen Museen der Schloss- und Residenzstadt Greiz.
In den Folgejahren wurden mit diesen Leihgaben zahlreiche regionale und überregionale Ausstellungen realisiert.
Winfried Arenhövel machte sich besonders um das Gedenken an die Greizer Künstlerin verdient. Weitere Aktivitäten zur Kontaktaufnahme mit den Familienangehörigen unternahm Ellen Melzer (ehem.Museumsleiterin) und Museumsdirektor Rainer Koch.
Die Museen der Schloss- und Residenzstadt Greiz bemühten sich seit einigen Jahren, dass künstlerische Vermächtnis von Elly-Viola Nahmmacher für die Stadt Greiz zu erwerben und somit dauerhaft zu bewahren. Ziel war es, dass die Werke als geschlossenene Sammlung am Orte ihres Entstehens verbleiben. "Das war auch der Wunsch meiner Mutter, die mir kurz vo ihrem Ableben Veranwortung zur Bewahrung ihrer Werke übertrug", sagte Silke Weißker und rninnerte sich dabei an die schönen Jahre, die sie gemeinsam verbrachten.
Dieses Anliegen konnte ausschließlich durch den Ankauf des Ouvres sowie von Objekten aus dem persönlichen Nachlass der Künstlerin umgesetzt werden.
Durch das Engagement des Greizer Bürgermeisters, Gerd Grüner, wurde im Jahre 2012 seitens des Thüringer Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur eine hundertprozentige Förderung des Ankaufs ermöglicht. Somit konnten die bisherigen Leihgaben in den dauerhaften Besitz der Stadt Greiz übergehen und in ihrer Gesamtheit künftigen Generationen gesichert werden.
Die Arbeiten aus den verschiedenen Schaffensperioden spiegeln die künstlerische Entwicklung der Bildhauerin wider.
Es handelt sich um 66 Skulpturen, 45 Aquarelle und Zeichnungen, Auszeichnungen, Fotografien und Utensilien.
Aus Anlass des einhundertsten Geburtstages von Elly-Viola Nahmmacher wird im Oktober 2013 eine Sonderausstellung im Museum im Oberen Schloss Leben und Werk der Künstlerin würdigen. In diesem Rahmen werden die angekauften Objekte präsentiert.
Gegenwärtig sind in der Fürstenloge des Museums auf dem Oberen Schloss ausgewählte Skulpturen dauerhaft ausgestellt.

Aus dem Leben der Bildhauerin Ella-Viola Nahmacher:
Die 1913 in Gera-Unterhaus geborene Künstlerin wurde nach Abschluss der
Schule 1930 in einer Greizer Buchhandlung tätig.
1934 - 1938 trat sie eine Bildhauerlehre bei Eva Eisenlohr an und war
anschließend Mitarbeiterin im Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz.
. Ihrer künstlerischen Weiterentwicklung dienten Studien bei Emil Mund
(Chemnitz) und Renée Sintenis (Berlin).
In Greiz wirkte Elly-Viola Nahmmacher seit Kriegsende als freischaffende
Künstlerin.
Greiz wurde zum Mittelpunkt ihres künstlerischen Schaffens.
Ab 1950 galt ihr Augenmerk vorrangig christlichen Themen.
Viele Kirchen in Deutschland beherbergen bis heute Altäre, Madonnen und
Kreuzwege der Künstlerin aus dem thüringischen Greiz.
Mit dem Lyriker Reiner Kunze verband die Künstlerin ab 1965 eine produktive
Freundschaft, beide inspirierten sich gegenseitig.
Ihre Arbeiten wurden 1970 bis 1975 im Ausland u.a. in den USA sowie in der
damaligen Bundesrepublik gezeigt.
Im Jahre 1975 erfolgt der Ausschluss Nahmmachers aus dem Verband Bildender
Künstler der DDR.
Die Künstlerin war den politischen Kreisen ein Dorn im Auge als sie 1977
ein Grabmal für den evangelische Seelsorger Oskar Brüsewitz schuf. Pfarrer
Brüsewitz hatte sich im August 1976 aus Protest gegen die Kirchenpolitik
der DDR-Regierung auf dem Marktplatz von Zeitz selbst verbrannt. Das
Denkmal durfte nicht auf dem Friedhof von Rippicha aufgestellt werden.
Es wurde beschlagnahmt. E. V. Nahmmacher erhielt im Zuge des „Ankaufs“
einen geringen Betrag als Entschädigung. Öffentlich aufgestellt wurde das
Denkmals erstmals 1989 anlässlich eines Konzertes gegen Gewalt.
Erst seitdem wurden Ausstellungen außerhalb christlicher Einrichtungen von
Elly-Viola Nahmmacher auf dem Gebiet der ehemaligen DDR wieder möglich.
1993 zog die Künstlerin zu ihrer Tochter nach Kromsdorf bei Weimar, wo sie
im Mai 2000 verstarb.
Die Verbindung zu ihrer Wahlheimat Greiz verlor sie auch nicht in ihren
letzten Lebensjahren. Mit der Bürgermedaille der Stadt Greiz in Gold wurde
ihr 1993 die höchste Ehrung zuteil, die unsere Stadt vergeben kann.
1994 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland.
Ihre letzte Ruhe fand sie ihrem ausdrücklichen Wunsch gemäß auf dem Neuen
Friedhof zu Greiz.
Seit 2004 trägt eine Straße in Greiz den Namen der Künstlerin.
Die in städtischer Trägerschaft befindlichen Museen der Schloss- und
Residenzstadt Greiz haben das Gesamtwerk der in Greiz arbeitenden,
überregional wirkenden und 2000 verstorbenen Künstlerin Elly-Viola
Nahmmacher zum Kauf für einen symbolischen Preis angeboten bekommen und
erworben
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