„Radio Doria“ mit Sänger Jan Josef Liefers - die Band spielt gemeinsam mit Chris de Burgh zum Thüringentag in Pößneck

Die Band Radio Doria (Foto: CMS Source)
 
Die CD "Die freie Stimme der Schlaflosigkeit" (Foto: CMS)
Pößneck: Lutschgenpark | .

Von Mario Keim

Wer Jan Josef Liefers in seinen zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen erlebt, der ahnt wohl, dass der Schauspieler nichts dem Zufall überlässt. Das gilt auch für den Musiker, Komponisten und Texter, der seit zwölf Jahren mit eigener Band unterwegs ist und diese besondere Leidenschaft auslebt.

Dabei ist im vergangenen Jahr aus Jan Josef Liefers & Oblivion die Band Radio Doria geworden, mit der es jetzt ein erstes Album unter dem Titel „Die freie Stimme der Schlaflosigkeit“ gibt (zusammen mit Oblivion ist es das dritte Album der sechs Musiker). Weil sich eine gleichnamige US-Metal-Band den Namen Oblivion schützen ließ, kam es zu dieser Umbenennung. Vor allem aber wollte Jan Josef Liefers, dass sein eigener Name nicht explizit vor einen Bandnamen gestellt werden sollte.

Widmete sich der Musiker Liefers anfangs unter dem Titel „Soundtrack meiner Kindheit“ und mit mehr als 200 Konzerten noch Erfolgstiteln der DDR-Rockmusik, so bietet Radio Doria nunmehr eigenständige Lieder, an deren Entstehung er als Texter und Komponist aktiv mitgewirkt hat. Sein Gesang ist ausdrucksstark und bietet viele Nuancen. Liefers bewegt sich zwischen Rock und Pop, ja sogar Liedermacherqualitäten sind erkennbar. Der 50-Jährige wirkt auf dem Album glaubwürdig, man vergisst sofort, dass hier einer der bekanntesten Schauspieler Deutschlands seine Lust an der Musik auslebt (auch Schauspielkollege Axel Prahl aus dem Münster-Tatort ist erfolgreich mit eigener Band auf deutschen Bühnen unterwegs). Aus Alibi singt Jan Josef Liefers wahrlich nicht. Der Musiker bleibt Musiker und der Schauspieler bleibt Schauspieler. Zu unterschiedlich in den Ansprüchen sind die jeweiligen Rollen.

Von Experiment kann beim Anhören der elf Stücke auch keine Rede sein. Liefers und seine Bandkollegen kommen sehr modern rüber und haben textlich einiges zu sagen.
Die Lieder handeln von Beobachtungen aus dem Alltag und den Beziehungen zwischen Menschen, reflektieren diese jedoch aus dem Blickwinkel der Nacht.
Getreu dem Titel wandelt das poetische und vieldeutige Werk zwischen tranceartigen, traumwandlerischen Liedern wie dem „Mondlied" und emphatischen Liebesliedern wie „Helden" oder „Liebe ist nicht wie Du". Die Ode an das ewige Kind in uns Menschen wurde in Form des Stückes „Verlorene Kinder" als erste Singleauskopplung veröffentlicht und gibt es dazu passend auch als Video.
Radio Doria verarbeiteten und vertonten aber auch alptraumartige Erfahrungen, wie im Song „Unbeschreiblich". Dieser entstand nach Liefers Reise ins Syrische Kriegsgebiet und inspirierten ihn zu folgenden Textzeilen: „Ich habe den Krieg gesehen, der war nicht weit. Er wartet mit Geduld auf seine Zeit. Wenn einer käme ihn zum Guten zu verklären, will ich nichts wissen, will nichts hören."

Musikalisch lässt die Band ihrer Kreativität freien Lauf. Druckvoll-rockig, melodisch-nachdenklich und psychedelisch-traumwandlerisch sind die Lieder, und auch eindringliche Liebeslieder sind zu finden. Mit dem Produzenten Alexander Freund wurde für „Die freie Stimme der Schlaflosigkeit“ ein originärer Sound entwickelt. Entstanden ist ein kraftvolles Album voller Poesie und Vieldeutigkeit. Es mag zwar vereinzelt Anleihen an verschiedene deutschsprachige Popkünstler der Gegenwart haben, doch Radio Doria klingen erfrischend eigenständig. Popmusik mit Tiefgang.
„Die freie Stimme der Schlaflosigkeit“ bietet zu 100 Prozent handgemachte Musik, wie sie nur eine lange aufeinander eingespielte Band spielen kann. Radio Doria transportieren auf ihrem „Debütalbum“, das natürlich nur eines dem Namen nach ist, gute Laune und Lebensfreude. Somit macht das Anhören immer wieder aufs Neue Spaß.

Radio Doria gibt es natürlich nicht nur auf CD zu hören, die Band gibt regelmäßig Konzerte. So wie es sich für richtige Musiker gehört, die längst eine eingeschworene Fangemeinde haben. Zu erleben sind sie gemeinsam mit Chris de Burgh beim Konzert zum Thüringentag 2015 am 27. Juni im Lutschgenpark in Pößneck.

Weitere Informationen zum Thüringentag: http://www.thueringentag-2015.de/
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