Raum Zeit Tod – aufwühlende Performance mit intensiven Klanggebilden und Gedichten aus dem Krieg

Greiz: Bahnhof |

„Die Trommel stapft, das Horn wächst auf“ sind die ersten Zeilen des Gedichts "Signal" von August Stramm und der Titel eines Programms, mit dem am Montag im Greizer Bahnhof vier Künstler ihr Publikum mit auf eine Zeitreise in die Schützengräben des 1. Weltkriegs nahm.

Das Greizer Bahnhofsgebäude gehört zu den ungewöhnlichen Spielstätten des Greizer Theaterherbstes 2015. Stillgelegt seit Jahren, bietet das Gebäude immer wieder Raum für ungewöhnliche Kunst. So auch zum diesjährigen Theaterfestival für das Gastspiel von Martin Heesch, Harald Fellenberg, Gregor Kuhn und Steffan Claußner, die mit einer intensiven Performance die Lyrik von August Stramm erlebbar machten.

August Stramm (1874 – 1915) gehört zu den heute vergessenen deutschen Dichtern des vorigen Jahrhunderts. Unverdientermaßen, denn der Dramatiker zählte mit seinen Gedichten zu den Begründern des Expressionismus. Er schuf völlig neue Sprachelemente und Wortformen. Mit dem Ausbruch des 1. Weltkrieges wurde er als Hauptmann der Reserve eingezogen. Das Grauen in den Schützengräben löste bei ihm eine intensive Schaffensphase aus, die in aufwühlende Kriegsgedichte mündete. Am 1. September 1915 fiel August Stramm an der Ostfront.

Fast auf den Tag genau 100 Jahre später machten Heesch, Fellenberg, Kuhn und Claußner Stramms Kriegsgedichte in einer eindrucksvollen Performance erlebbar. Mit teilweise ungewöhnlichem Instrumentarium und der rezitativischen Inbrunst Heeschs verwoben die Künstler Raum, Zeit und Lyrik zu einer Art Hörspiel, dem das Publikum im Greizer Bahnhof ergriffen folgte.

Bis zum 20. September präsentiert der Greizer Theaterherbst 2015 unter dem Motto "irgendwie anders" noch weitere Gastspiele und Eigenproduktionen. Info: www.theaterherbst.de
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