Sinnlich, tief, dunkel, üppig, befriedigend, potent, cremig, verführerisch, anregend, exzessiv, himmlisch - Greizer Schokoladenausstellung macht Appetit auf mehr!

Es ist noch bis 19. Februar angerichtet.
 
Junge Mädchen aus Triebes beim Naschen im Greizer Museum.
Greiz: Unteres Schloss | "Die Speise der Götter" lockt die Museumsbesucher derzeit in das Untere Schloss nach Greiz, denn die Weihnachtsausstellung im hiesigen Museum widmet sich ganz dem Kakao und der Schokolade. Zur Ausstellungseröffnung hatten Museumsleiter Rainer Koch und Walter Poganietz vom Konditoreimuseum Kitzingen, der wohl größten Schokoladenschau Deutschlands, über die Geschichte des Kakaos und seiner Verbreitung in Europa referiert.

Die süße Versuchung hat ihren Ursprung in Südamerika, spanische Konquistadoren brachten sie im 16. Jahrhundert auf unseren Kontinent, wo sie lange Zeit nur privilegierten Schichten vorbehalten war. Zunächst nur als trinkbare Leckerei, seit knapp 150 Jahren erst in fester Form. Die älteste deutsche Schokoladenfabrik ist übrigens die 1804 in Halle an der Saale gegründete Firma Halloren. Überhaupt war der Osten Deutschlands über ein Jahrhundert lang der Schwerpunkt deutscher Schokoladenproduktion - mit der "süßen Hauptstadt" Dresden und der traditionsreichen Produktion in Saalfeld.

Zahlreiche weitere interessante Informationen erfahren die Ausstellungsbesucher in der aufwändigen, detailgetreuen und liebevoll aufbereiteten Exposition. Die Ausstellung mit ihren exquisiten Expomaten versüßt die Wartezeit bis Weihnachten - und darüber hinaus. "Schokolade - Die Speise der Götter" ist im Museum im Unteren Greizer Schloss noch bis zum 19. Februar 2012 zu sehen. Geöffnet ist dienstags bis sonntags 10 bis 17 Uhr.

Museumsdirektor Rainer Koch stellt nachfolgend die Intension der Ausstellung vor: “Schokolade ist wunderbar, mild, sinnlich, tief, dunkel, üppig, befriedigend, potent, massiv, cremig, verführerisch, anregend, prachtvoll, exzessiv, seidig, glatt, luxuriös, himmlisch. Schokolade ist Ruin, Glück, Vergnügen, Liebe, Ekstase, Phantasie. Schokolade macht uns böse und unschuldig, lässt uns sündigen, macht uns gesund, elegant und glücklich.“ (Elaine Sherman)

Wenn Sie jetzt die Augen schließen würden und an das letzte Stück Schokolade denken, welches Sie bewusst genossen haben, beschleicht Sie sicherlich ein angenehmes Gefühl. Empfinden Sie die Bezeichnung der Schokolade als „Speise der Götter“ für übertrieben? Es ist die offizielle wissenschaftliche Bezeichnung des Kakaobaumes, die im Jahre 1753 durch Carl von Linné geprägt wurde. Er setzte die griechischen Wörter theos ( Gott ) und broma´ ( Speise ) zusammen, woraus Theobroma cacao entstand - zu deutsch: 'Die Speise der Götter´.

Der Kakaobaum ist sehr anspruchsvoll. Er wächst nur in den gleichmäßig warmen und feuchten Zonen der Tropen – in den Ländern nahe des Äquators.

Die Schokolade umgibt uns in allen Lebenslagen, besonders aber in der Verbindung mit Feierlichkeiten und Festen. Gerade jetzt nähern wir uns der Weihnachtszeit und freuen uns auch auf die vielen Leckereien. Aber so selbstverständlich wie uns der Genuss von Schokolade erscheint, war es in der langen Kulturgeschichte der Schokolade keineswegs, denn der Kakao war durch die großen Entfernungen nach Europa unglaublich teuer und exklusiv.

Ausgehend von den Hochkulturen der mittelamerikanischen Olmeken, Maya und Azteken gelangte der Kakao durch die Eroberung Mittelamerikas nach Spanien. Die erste Schiffsladung Kakao erreichte Sevilla (Spanien) aber erst 1585. Durch die Vielseitigkeit der Rezepturen, die Entdeckung der traumhaften BITTER-SÜSSEN-VERBIDUNG sowie die steigenden Rohrzuckereinfuhren im 16. und 17. Jahrhundert gewann der Kakao als Grundstoff für Getränke an Bedeutung. Das exklusive Getränk blieb aber nach wie vor dem Adel und hochgestellten Persönlichkeiten vorbehalten.

Erst im 19. Jahrhundert wurden die technischen Voraussetzungen für eine Verarbeitung großer Kakaomengen geschaffen. In Halle an der Saale war es die FIRMA DAVID – heute HALLOREN AG – die 1804 gegründet wurde und somit die älteste Schokoladenfabrik in Deutschland ist.

1828 ermöglichte die Erfindung des Holländers C.J. van Houten mittels Presse die Trennung der Kakaomasse vom Kakaofett und schuf so die Grundlage des heutigen Kakaogetränks sowie der Ihnen so vertrauten festen Schokolade. Durch diese Erfindungen entstanden auch im heutigen Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen viele Schokoladenfabriken.

Die Ausstellung präsentiert einige dieser Firmengeschichten multimedial. Mitteldeutsche Erfolgsgeschichten werden durch Filme und authentische Objekte. Firmen wie Rotstern (ehemals Mauxion) in Saalfeld, Berggold in Pößneck, Zetti in Zeitz und Halloren in Halle (ehemals David, dann Mignon) so präsentiert, dass der Schokoladengeschmack Ihrer Kindheit auf der Zunge zu spüren ist.

Fühlen Sie mit all Ihren Sinnen die Verführung der Schokolade – auch Ihre Nase lernt in dieser Ausstellung sehen!

Gruppen haben nach vorheriger Anmeldung die Möglichkeit mit Schokolade kreativ zu arbeiten sowie die Individualität des Schenkens und Genießens neu zu entdecken.

Das Museum im Unteren Schloss Greiz lädt Sie und Ihre Familie in eine erlebnisreiche Ausstellung zu einer wahrhaft fürstlichen Speise in den tropischen Dschungel und in die historischen Räumlichkeiten des ehemals Fürstlichen Residenzschlosses ein.

Ein Genuss für die ganze Familie!
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