Sonderausstellung im Unteren Schloss

Wann? 03.03.2013 11:00 Uhr

Wo? Unteres Schloss, Greiz DE
Plakat zur Ausstellung
Greiz: Unteres Schloss | Museum im Unteren Schloss Greiz

Knusper, knusper, knäuschen …
Die märchenhafte Welt des Lebkuchens

02. Dezember 2012 – 03. März 2013
dienstags – sonntags
10.00 Uhr bis 17.00 Uhr

„KNUPER; KNUPER; KNEISCHEN; WER KNUPERT AN MEINEM HÄUSCHEN?“
„DER WIND; DER WIND; DAS HIMMLISCHE KIND“

Hätte die Hexe diese sinnreiche Antwort nicht akzeptieren können?
Genau 200 Jahre ist es her, dass die Niederschrift der Gebrüder Grimm dazu führte, dass die herzlosen Eltern und die gruselige Hexe durch die Kinderzimmer spuken.
Seitdem dürfen die liebevollen Eltern des Nachts bei den lieben Kleinen sorgsam die Träume bewachen und böse Schatten aus der heilen Welt der Kleinen verscheuchen.
Und alles nur für die Allgemeinbildung?
Oder sind das die Momente, welche für die Eltern so unentbehrlich sind, weil sie die Eltern so unentbehrlich machen?
1812 veröffentlichten die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm die Urfassung des Märchens in den „Kinder- und Hausmärchen“. Diese Märchensammlung wurde von ihnen nach alten, überwiegend mündlich überlieferten Geschichten niedergeschrieben sowie bearbeitet.
Übrigens ist die Überschrift kein Schreibfehler, denn Ludwig Bechstein änderte diese Passage erst 1856 in: „KNUSPER; KNUSPER; KNEISCHEN; WER KNUSPERT MIR AM HÄUSCHEN?“

Mit der diesjährigen Weihnachtsausstellung
„KNUSPER, KNUSPER, KNÄUSCHEN …- DIE MÄRCHENHAFTE WELT DES LEBKUCHENS“ im Museum im Unteren Schloss Greiz erinnern die Museen der Schloss- und Residenzstadt an dieses Jubiläum.
Das Märchen wird mit allen Sinnen erlebbar, denn ein begehbares Pfefferkuchenhaus aus echtem Pfefferkuchen erwartet die großen und kleinen Besucher.

PFEFFERKUCHEN – LEBKUCHEN – GEWÜRZKUCHEN – INGWERBROT - HONIGKUCHEN – LABEKUCHEN

Die Bezeichnungen sind genauso regional und individuell geprägt wie die Rezepturen des würzig-süßen Gebäcks.
Doch die Süße des Honigs und der Duft sowie Geschmack der orientalischen Gewürze ist allen Gebäcken dieser Art immanent.

In unserer Region wurde die Bezeichnung PFEFFERKUCHEN verwendet.
Erst die Beliebigkeit der industriellen Lebensmittelproduktion ließen diese regional geprägten Bezeichnungen zugunsten der Omnipräsenz des Lebkuchens in den Hintergrund treten.
Der PFEFFER im KUCHEN ist natürlich in diesem Kontext ein Synonym für die Vielzahl orientalischer Gewürze, welche im Mittelalter umgangssprachlich nicht näher differenziert wurden.

ZIMT – NELKEN – ANIS – KORIANDER – MUSKAT – INGWER – KARDAMOM – PIMENT – VANILLE

Diese Gewürze waren in vergangenen Jahrhunderten eine Rarität.
Für viele Menschen war deren Beschaffung nicht möglich.
Die Herstellung und Verbreitung des Pfefferkuchens ging deshalb auch lange Zeit von den entsprechenden Handelszentren aus.
Daraus erwuchs eine Exklusivität und Besonderheit – auch im Preis.


KLEIN – KOMPAKT – HALTBAR – NAHRHAFT – WOHLSCHMECKEND

Die sehr lange Haltbarkeit und Lagerfähigkeit ermöglichte weite Transporte und war mit Sicherheit auch ein Aspekt für die weite Verbreitung.
Das würzig-süße Gebäck war Bestandteil der Fastenküche und bei Pilgern sehr beliebt.
Diese wurden aber auch als Festtagsgebäck zu Ostern oder zu anderen Kirchen- und Familienfesten verzehrt, übrigens auch mit Starkbier.
Heute verbinden sich die interessanten, fremdartigen Gerüche des Pfefferkuchens für die meisten von uns mit den Geheimnissen der Weihnachtszeit.
Nur besondere Feinschmecker wissen, dass diese gut gelagert zur Osterzeit am leckersten sind.

Die Pfefferkuchenherstellung ist ohne die Süße des Honigs undenkbar.
Bis in das 19. Jahrhundert war der Bienenhonig das wichtigste Süßungsmittel.
Das zweite Produkt der Bienen, das Wachs, war von ähnlich großer wirtschaftlicher Bedeutung.
Die Wichtigkeit dieser Produkte ist auch eng mit der Pfefferkuchentradition verknüpft, denn Pfefferküchler gingen vielerorts gleichzeitig dem Handwerk des Wachsziehers nach.
Das lag einerseits an der naheliegenden Weiterverarbeitung aller Bienenprodukte aus einer Hand und andererseits an der Mehrfachverwendung der Holzmodells (Formen) und der Arbeitsgeräte.

Die Ausstellung folgt der Kulturgeschichte des Lebkuchens durch 10 Ausstellungsräume und verknüpft diese mit der Vorstellung handwerklicher Traditionen des Imkers, Pfefferküchlers und Wachsziehers.
In unserer Nähe ist Pulsnitz seit 450 Jahren ein Zentrum des Pfefferkuchens. Authentische Werkzeuge einer historischen Pfefferküchlerei vermitteln diese Traditionen.
Sie werden durch Gerüche erlebbar – durch Objekte fühlbar.
Bei einem „Riechspiel“ zu den Zutaten des Lebkuchens können Jung und Alt ihre „feinen Nasen“ prüfen.

Die historischen Puppenstuben zieren wieder die prunkvollen Räume des Unteren Schlosses und laden zum Entdecken des Alltagslebens vergangener Jahrhunderte ein.
Natürlich erstrahlen alle Räume im weihnachtlichen Glanz.
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2 Kommentare
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Hannelore Grünler aus Artern | 23.11.2012 | 20:07  
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Lutz Leipold aus Ilmenau | 24.11.2012 | 10:11  
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