The Pretty Things im Herbst 2012 auf Deutschland-Tour

Dick Taylor (l.) und Phil May (M.) mit den Pretty Things am 9. November 2010 in Lichtentanne. Am 7. Oktober 2012 gastieren sie wieder im hiesigen Kulturzentrum "Sankt Barbara".
 
Dick Taylor, Mitbegründer der Rolling Stones, und seit 1963 Leadgitarrist der Pretty Things - mit einer elfjährigen Unterbrechung von 1969 bis 1980.
Zwickau: Lichtentanne | Auf den Jubiläums-Geburtstags-Partys der Rolling Stones zum 50-jährigen Bandbestehen 2012 fehlt ein Musiker, der zu den Gründungsmitgliedern der „größten Rock’n’Roll-Band der Welt“ gehört: Dick Taylor, der erste Bassist der Band. Der hatte mit Mick Jagger und Keith Richards die Steine ins Rollen gebracht, wollte aber viel lieber Gitarre spielen und gründete deshalb seine eigene Band - The Pretty Things. Damit hatte Richard "Dick" Taylor den Weg bei den Stones frei gemacht für seinen Nachfolger an der Bassgitarre, Bill Wyman.

Als die Rolling Stones am 12. Juli 1962 im legendären Londoner Marquee-Club ihren ersten öffentlichen Auftritt hatten, gehörten neben Jagger, Richards und Brian Jones (gest. 1969) noch Ian Stewart (gest. 1985) am Klavier und der Kunststudent Dick Taylor am Bass zum Lineup. Letzterer zählte in jenen Tagen zu den charismatischsten Erscheinungen der Londoner Jugendkulturszene: Taylor studierte am Sidcup Art College, trug einen Vollbart und war cool bis in die Haarspitzen. Im August 1962 verließ er die Stones, um sich vorrangig seinem Kunst-Studium zu widmen. Doch bereits im Frühjahr 1963 gründete Dick Taylor, nun an der Leadgitarre, mit dem Sänger Phil May die Band The Pretty Things. Diese Formation ist genau wie das Quintett von Jagger und Richards bis heute musikalisch aktiv, erreichte aber nie den kommerziellen Erfolg der Rolling Stones.

Doch die Pretty Things waren härter, langhaariger und kompromissloser als die Stones. Weshalb sie sie bei ihren Fans Kultstatus und bei zahlreichen Musikerkollegen eine hohe Wertschätzung genießen. Ihre wilden Bühnenshows sind legendär. Led Zeppelin-Sänger Robert Plant ließ sich von Phil Mays Auftritten für seine eigenen Live-Acts inspirieren und dass der Schlagzeuger von The Who, Keith Moon, das exzessive Gebaren des ersten Pretty Things-Drummers Vivian Prince einst kopierte, ist kein Geheimnis. David Bowie coverte für sein Album "Pinups" gleich zwei Pretty Things-Hits und auch junge erfolgreiche Bands wie Kasabian bekennen sich zu Pretty Things-Einflüssen.

Denn Dick Taylor und Phil May haben mit ihrer Band zahlreiche Innovationen in der populären Musik lanciert und einige musikalische Meisterwerke abgeliefert. Ihre erste Single „Rosalyn“ nahm in ihrer rauen Art den zehn Jahre später die britische Insel überschwemmenden Punk vorweg. Die krude Rock-Nummer schaffte es in den britischen Charts bis auf Platz 41, mit dem folgenden "Don't bring me Down" landete die Band ihren einzigen Top-Ten-Hit. Mit „Defecting Grey“ veröffentlichten die Pretty Things 1967 eine Single, auf der erstmals in einem Song mehrere völlig unterschiedliche Melodien ineinander übergehen. Ein Jahr später schuf die Band mit dem Konzeptalbum „S. F. Sorrow“ die erste Rockoper der Musikgeschichte. Das nächste Pretty Things-Album, „Parachute“, wurde von der Kritik hochgelobt und vom Fachmagazin „Rolling Stone“ zur „LP des Jahres 1970“ gewählt.
1998 führte die Band erstmals ihr komplettes Meisterwerk „S. F. Sorrow“ live auf. Bei dem Konzert in den Londoner Abbey Road Studios, das ins Internet übertragen wurde, wirkten Stars wie Arthur Brown und der Pink-Floyd-Gitarrist David Gilmour mit. Ein Jahr später erschien mit „Rage Before Beauty“ ein neues Album der Pretty Things, das nichts vom alten Feuer eingebüßt hatte.

Das haben auch Dick Taylor und Phil May nicht. In diesem Herbst 2012 gehen sie mit einer stark verjüngten Band auf Deutschland-Tour. Am 7. Oktober gastieren The Pretty Things im Kulturzentrum “Sankt Barbara” Lichtentanne bei Zwickau, tags darauf in München und am 14. Oktober in Bonn.

Bilder vom 2012er Konzert in LIchtentanne: http://www.meinanzeiger.de/zeulenroda-triebes/kult...
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