Weihnachtsstuben aus zwei Jahrhunderten

Wann? 18.01.2015 09:00 Uhr bis 18.01.2015 16:00 Uhr

Wo? Städtisches Museum , Aumaische Straße 30, 07937 Zeulenroda-Triebes DE
Die Hortkinder aus der Kita "Frohe Zukunft" besuchen die Ausstellung.
  Zeulenroda-Triebes: Städtisches Museum |

Die diesjährige Weihnachtsausstellung im Städtischen Museum Zeulenroda steht unter dem Motto "Weihnachtsstuben aus zwei Jahrhunderten".

Die Exponate, Dioramen und liebevoll gestalteten Ensembles sind im gesamten Haus verteilt – sozusagen begleitend zu den Ausstellungen zur Stadtgeschichte, der Sonderausstellung über den 1. Weltkrieg und der Sonderschau „Einmal Filz und kein zurück“. Die Besucher sehen unter anderem weihnachtlich geschmückte und gestaltete Stilmöbelzimmer mit Spielzeugen und Puppenstuben, das Wohnzimmer einer armen Strumpfwirkerfamilie zur Weihnachtszeit sowie ganze Wohnungseinrichtungen der 50er und 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts in weihnachtlichem Ambiente.

Dabei ist schon erstaunlich zu sehen, wie sich neben dem Interieur und dem Weihnachtsschmuck auch das Spielzeug verändert hat. Noch vor 50 Jahre standen Holzspielzeug und Zinnfiguren ganz hoch im Kurs. Zu Weihnachten, das wie kein anderes Fest mit den Spielsachen verbunden ist, wurden Puppenstuben, Kaufmannsladen und Modelleisenbahn hervorgeholt, um nach den Festtagen wieder sorgsam verpackt zu werden.

Weihnachten in der Zeit nach 1950 war noch geprägt durch den Mangel der Nachkriegszeit. Die Geschenke fielen oftmals bescheiden aus. Handarbeit war in der Vorweihnachtszeit angesagt: Der Vater baute für die Tochter die Puppenstube selbst und die Mutter kleidete die Puppen mit Selbstgestricktem an. Ende der 50er Jahre stabilisierten sich die Lebensverhältnisse, in die deutschen Wohnzimmer zog wieder bescheidener Wohlstand ein und es konnten wieder besondere Weihnachtswünsche erfüllt werden.

Der klassische Tag für die Bescherung ist der Heilige Abend. Doch diesen gab es im offiziellen Sprachgebrauch der atheistischen DDR gar nicht – der 24. Dezember hieß hier „Weihnachtsabend“, an dem aber keine Weihnachtsengel aufgestellt wurden, sondern „Geflügelte Jahresendfiguren“!

Nichtsdestotrotz war auch im Osten Deutschlands das Weihnachtsfest das beliebteste Familienfest der Nation. Am Heiligabend trafen sich Kinder, Eltern und Großeltern unterm Weihnachtsbaum. Die Familien sangen gemeinsam Lieder und verbrachten gemütliche Stunden zusammen. Natürlich war die abendliche Bescherung der spannendste Moment. Alle freuten sich darauf. Schließlich war man Wochen und Monate vorher immer und immer wieder „rumgelaufen“, um Schönes zu ergattern. Die strahlenden Kinderaugen ließen die Hektik der Vorweihnachtszeit schnell vergessen.

Schenken in der DDR war deshalb etwas ganz Besonderes. Auch der Duft von Apfelsinen – die gab es meist nur zur Weih-nachten – und der teure West-Kaffee aus dem Delikat-Laden oder dem begehrten Westpaket machten den Abend zu etwas Besonderem. Was an den beiden Festtagen auf dem Mittagstisch stand, war ebenfalls allzuoft mit vorheriger „Rennerei“ verbunden. Denn Kasseler zu bekommen war genauso schwierig wie Kaninchenkeulen, eine frische Gans oder Beilagen. Aber irgendwie schafften es alle, sich den Festbraten zu besorgen.

Heute unvorstellbar. Umso interessanter ist es, sich im Museum umzuschauen, wie Weihnachten früher gefeiert wurde!

Zu sehen ist die Weihnachtsausstellung bis zum 18. Januar 2014!

Öffnungszeiten: Dienstags, mittwochs und freitags 9 bis 16 Uhr, donnerstags, 9 bis 18 Uhr und sonntags 13 bis 16 Uhr.
1. Weihnachtsfeiertag, Silvester und Neujahr geschlossen.
Öffnungszeiten zum Weihnachtsmarkt: 06./07.12. 13 – 17 Uhr mit Café
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