100 Tage im Amt

Markus Dürr, Geschäftsführer der Badewelt Waikiki und der Energiewerke Zeulenroda.
 
Das "Waikiki" in Zeulenroda wird von Wasserfreunden jeder Generation aus nah und fern gern besucht.
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Interview mit dem Geschäftsführer der Badewelt Waikiki


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Seit dem 6. Mai 2013 ist Markus Dürr Geschäftsführer der Zeulenrodaer Badewelt Waikiki. Am 14. August sind es 100 Tage, die der 49-Jährige das Spaßbad leitet. Ich sprach mit dem studierten Betriebswirt:

Wieviel Spaß haben Ihnen die ersten 100 Tage als Waikiki-Geschäftsführer gemacht?
In einem Freizeitbad wie dem Waikiki zu arbeiten macht Spaß - keine Frage. Jedoch sind Bäder immer defizitär, das heißt, dass man unter schwierigen finanziellen Bedingungen arbeiten muss. Das macht leider weniger Spaß. Alles in allem ist es aber eine positiv herausfordernde Aufgabe.

Wie fällt Ihre Bestandsaufnahme nach 100 Tagen aus?
Die Bestandsaufnahme fällt gemischt aus. Es gibt einen Stamm von langjährigen Mitarbeitern, die sich für das Bad engagiert haben und die motiviert sind, auch die Zukunft mit zu gestalten. Die finanzielle Situation des Bades ist gleichzeitig schwierig, so dass die Spielräume für das Bad sehr eng sind. Wir werden daher auch in der kommenden Schließzeit vom 16. bis 22. September nur notwendige Reparaturen und Wartungen durchführen. Für größere Umbauten und Modernisierungen fehlt das Geld. Die Zusammenarbeit mit der OTWA (Ostthüringer Wasser und Abwasser GmbH) als technischer Dienstleister funktioniert dabei sehr gut. Die Zusammenarbeit mit der Stadt als Gesellschafter möchte ich noch intensivieren.

Welche Maßnahmen wollen Sie einleiten, um mehr Besucher in die Zeulenrodaer Badewelt zu locken?
Aktuell kann es erst einmal nur darum gehen, den Betrieb des Bades zu sichern. Größere Umbau- oder Erweiterungsmaßnahmen wird es kurzfristig nicht geben. Wir wollen aber versuchen, unsere Angebote im Bereich Wasser-Fitness und im Bereich Wellness nach und nach zu erweitern. Mittelfristig ist angestrebt, die Badewelt Waikiki in das Tourismuskonzept der Talsperre besser zu integrieren. Das steht unter dem Aspekt Natur und Gesundheit und hier kann ich mir – spätere Fördermittel vorausgesetzt – auch neue Schwerpunkte vorstellen.

Gibt es konkrete Vorstellungen, wie Sie noch mehr Einheimische für die Badewelt begeistern wollen?
Wir überlegen, ob wir noch mehr spezielle Angebote für Kurzentschlossene und kurzzeitige Besucher anbieten können. So ist denkbar, das Frühschwimmen auszuweiten oder auch einen Abendtarif für das Sportbad anzubieten. Solche Angebote sind vor allem für Einheimische interessant, die nur mal für eine oder zwei Stunden das Bad besuchen kommen.

Auf welche neuen Herausforderungen oder Veränderungen müssen sich die Waikiki-Mitarbeiter einstellen?
Jedenfalls auf einen Geschäftsführer, der häufiger im Bad präsent ist. Ansonsten hoffe ich auf guten Teamgeist, denn nur mit motivierten und engagierten Mitarbeitern lässt sich das Bad auch in Zukunft erfolgreich betreiben.

Wird es künftig wieder „Waikiki-typische“ Veranstaltungen wie Jazz-Night, House-Party oder gar das Hula-Festival geben?
Ja, diesen Bereich möchte ich wieder intensivieren. So gibt es am 21. August eine große Kinder-Sommer-Party für die jüngeren Besucher und am 14. Dezember wird es nach einigen Jahren wieder einmal eine House-Party für das eher jugendliche Publikum geben.
Ein Hula-Festival in dem Ausmaß früherer Jahre wird es nicht wieder geben – ich möchte aber, dass wir das Hawaii-Thema im Waikiki wieder etwas stärker ausprägen. Ich denke daher, dass es nach der erfolgreichen Country-Nacht bald einmal eine Hawai-Nacht geben wird.
Insgesamt möchte ich den Bereich Veranstaltungen ausbauen, um die Attraktivität und die Bekanntheit des Waikiki zu steigern.

Wo sehen Sie die Badewelt Waikiki in fünf Jahren?
Die Badewelt Waikiki ist in fünf Jahren hoffentlich wieder in ruhigerem Fahrwasser und ist ein attraktiver Bestandteil des Tourismus in und um Zeulenroda.


Zur Person: Geschäftsführer Markus Dürr führt seit dem 1. Juli ebenfalls die Geschäfte der kommunalen Energiewerke Zeulenroda GmbH. Der ehemalige Berliner war sechs Jahre in einem Energie-Konzern angestellt und betreute danach verschiedene Stadtwerke als selbstständiger Berater. Markus Dürr ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt seit vier Wochen in Zeulenroda.


Hintergrund: Als die Badewelt Waikiki am 30. Juni 1997 in Zeulenroda erstmals ihre Tore öffnete, war sie neben einem Spaßbad in der Landeshauptstadt die erste Einrichtung dieser Art in Thüringen. Im ersten Jahr nach der Eröffnung kamen fast eine halbe Million Badegäste in das Zeulenrodaer "Waikiki", genau 481.684 Besucher wurden 1998 gezählt. Seitdem haben in Thüringen und im benachbarten Sachsen weitere Freizeitbäder eröffnet. Nach der Anfangs-Euphorie gingen in allen Spaßbädern die Besucherzahlen drastisch zurück, manches kämpft heute ums pure Überleben.

In Zeulenroda hat sich das „Waikiki“ in den letzten Jahren einigermaßen konsolidiert. Nicht zuletzt dank städtischer Zuwendungen, aber auch durch ein breit gefächertes Freizeitangebot. Das reicht vom Seniorenschwimmen montagmorgens 7 Uhr über den regulären Bade- und Saunabetrieb bis hin zum Sportbad, in dem auch Schulschwimmen, Vereinssport und Tauchschulen durchgeführt werden. Insgesamt können sich die 50 Waikiki-Mitarbeiter sogar wieder über steigende Besucherzahlen freuen. „Per 31. Mai haben unsere Badewelt im Vergleich zum Vorjahr knapp neun Prozent mehr Gäste besucht“, teilte 2012 Klaus Kübler mit, der seit 2008 bis Anfang dieses Jahres die Geschäfte des Hauses führte. Die jährlichen Besucherzahlen hätten demnach wieder die 200.000er Grenze erreicht und voriges Jahr (2012) überschritten. Tendenz leicht steigend. Zirka ein Drittel kommt aus der näheren Region Greiz, Zeulenroda, Schleiz. Etwa zwei Drittel sind überregionale Gäste, vorwiegend aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Bayern.

Der neue Geschäftsführer Markus Dürr möchte die Badewelt als Teil des Tourismuskonzeptes der Talsperre Zeulenroda etablieren und mit Hilfe von Fördermitteln die Attraktivität erhöhen.
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