3. Ikarus-Treffen in Sachsen

Viele, viele Besucher (Foto: Foto: Gilbert Weise)
 
Viele, viele Busse (Foto: Foto: Gilbert Weise)
Hartmannsdorf bei Kirchberg: Sächsisches Nutzfahrzeugmuseum |

Hartmannsdorf.

Ein bis auf den letzten Stehplatz belegter gelber „Schlenki“ vom „Nahverkehr Karl-Marx-Stadt“ mit „Stollberger Str./Südring“ in der Zielanzeige und ein Volkspolizist im ABV-Design, der per Dreiseitensperrung mittels schwarz-weißem leuchtendem Regulierungsstab den Verkehr zum Festplatz am Braugut und der Brauerei Hartmannsdorf regulierte – das war nur das äußere Erscheinungsbild des 3. Ikarus-Treffens, das am Pfingstsamstag in Hartmannsdorf nördlich Chemnitz stattfand.

Dank der weiteren Unterstützung auch des ortsansässigen Sächsischen Nutzfahrzeugmuseums und des Kraftomnibus e. V. konnten die Mannen vom Freundeskreis Ikarus zum aller zwei Jahre stattfindenden Treffen der Kultmarke in diesem Jahr 24 Omnibusse des einst weltgrößten Herstellers begrüßen. Darunter waren sowohl drei „Schlenkis“ der Bauart 280 als auch ein 55er Reisebus aus dem Jahre 1962 in leuchtendem grün von der Regiobus Mittelsachsen, erstmals ein Luxusbus der DDR-Regierung mit besonderer Bestuhlung wie auch ein Ikarus 256.55A, der tschechischen Busfreunden gehört.

Und dass mit diesen Bussen Erinnerungen verbunden sind, ließen die bestimmt über tausend Besucher den Veranstalter spüren. Nicht nur der Platz am Nutzfahrzeugmuseum war am Samstagvormittag gut gefüllt, auch die Rundfahrt durch Burgstädt nach Hartmannsdorf zurück mit Fotohalten u. a. am Busbahnhof lockte viele Einheimische begeistert an die Strecke. Dank des ab Mittag immer besser werdenden Wetters waren die bunten Busse beim Shuttleverkehr zwischen Brauerei/Braugut und Museum bestens ausgelastet.

Höhepunkt war die Prämierung der Busse mit der weitesten Anreise, den wieder die ungarischen Busfreunde mit ihrem Ikarus 255.70E aus dem Jahre 1980 gewannen – sie waren von Freitagfrüh bis spätabends unterwegs, um am 3. Ikarus-Treffen teilzunehmen. Der Bürgermeister von Hartmannsdorf überreichte Präsente an die Busbesatzungen und freute sich über so viel Publikum in seiner Gemeinde, denn zeitgleich fand auch das 40-jährige Jubiläum des Schalmeienorchesters Hartmannsdorf auf dem Festplatz an der Schule statt.

Doch was reizt so an den alten Bussen: Auch wenn die heutigen Wagen mit Euro-5-Technologie umweltfreundlich daherkommen – der Klang der 192 Pferde starken RABA-Motoren hat doch etwas Eigenes. Und dann die schönen dicken Sitzpolster, auf denen man es durchaus auch im Fernlinienverkehr aushalten könnte. Was die Fahrer aufgrund fehlender Lenkhilfe gewiss etwas anders sahen. Doch musste man früher auch im Stadtverkehr drei Stufen hochgeklettern, geht man bei aktuellen Fahrzeugen einfach per niederflurigem Einstieg in den Bus hinein, auch mit Rollator oder Kinderwagen. Ja, und dann haben die Wagen noch ein gewisses markantes Etwas, das ihnen auch zu entsprechenden Namen verhalf – die 66er zu „Rakete“ oder den 311er zu „Häkelnadel“.

Fazit – ein gelungenes 3. Ikarus-Treffen, das Erinnerungen an die 70er und 80er Jahre wachwerden ließ. Und auf das 4. Treffen in zwei Jahren neugierig macht.


Beitrag: Gilbert Weise

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