Auf den Dächern dieser Welt – Interview mit dem Höhenbergsteiger Jürgen Landmann

Wann? 03.05.2015 09:00 Uhr bis 03.05.2015 16:00 Uhr

Wo? Städtisches Museum , Aumaische Straße 30, 07937 Zeulenroda DE
Jürgen Landmann mit seinen Bergstiefeln, mit denen er bereits zwei Achttausender bestiegen hat.
 
Jürgen Landmann am Basislager des Broad Peak in Pakistan. Den Achttausender hat er voriges Jahr bestiegen. (Foto: Landmann)
Zeulenroda: Städtisches Museum |

Der Bergsteiger Jürgen Landmann hat bereits zwei Achttausender bestiegen. Seine schönsten Fotos zeigt er zurzeit in Zeulenroda.

Abenteuerlust und Fernweh, gepaart mit sportlichen Herausforderungen und einer großen Portion Neugier, ziehen Jürgen Landmann alljährlich zu den höchsten Gipfeln dieser Welt. Ich sprach mit dem Höhenbergsteiger.

Seit wann unternehmen Sie ihre Hochgebirgs-Expeditionen?
Die Kletterei und das Bergsteigen faszinieren mich seit frühester Jugend. Meine erste Hochgebirgs-Expedition unternahm ich im Jahre 2005 zum Kilimandscharo.

Was war der bisher höchste Gipfel, den Sie erklommen haben?
Das war mit 8.201 Metern der Cho Oyu in Tibet, der sechsthöchste Berg der Welt. Mit dem Broad Peak in Pakistan kam voriges Jahr mein zweiter Achttausender dazu.

In welche Länder haben Sie ihre Expeditionen bislang geführt?
Ich denke, das war ein gutes Dutzend Länder in Europa, Afrika und Asien.

Wie lange dauert eine solche Reise?
Die letzten beiden Touren 2013 nach Tibet und voriges Jahr nach Pakistan haben jeweils sechseinhalb Wochen gedauert.

Soviel Urlaub hat doch niemand!
Ich habe einen verständnisvollen Arbeitgeber – neben dem Urlaub und Absetzen von Überstunden gewährt er mir auch unbezahlte Freistellungen.

Wie erleben Sie die Bewohner in den entlegenen Bergregionen?
Die Menschen dort sind sehr offen, zuvorkommend und neugierig. Was mich immer wieder beeindruckt und was ich auch stets versuche, in meine Vorträge mit einzubringen, ist die überwältigende Gastfreundschaft der Menschen in den Dritte-Welt-Ländern. Die Leute laden Fremde gern zu sich nach Hause ein, zeigen stolz das Wenige, das sie besitzen und teilen alles mit den fremden Gästen. Das ist immer wieder beeindruckend.

Welche Region hat Sie am meisten beeindruckt?
Das ist schwierig zu beantworten und wahrscheinlich auch ungerecht den Nichtgenannten gegenüber. Doch den vielleicht stärksten Eindruck auf mich hat der Iran gemacht. Im Vorfeld wurde mir nur Negatives über das Land berichtet und bis auf drei Leute haben mir alle abgeraten, dorthin zu reisen. Doch Land und Leute sind einfach überwältigend. Die Menschen kamen stets freundlich auf uns zu. Wir übernachteten dort privat bei uns völlig unbekannten Familien – im Iran gibt es, außerhalb der großen Städte, keine Hotels oder Pensionen. Einmal haben wir sogar in einer Moschee geschlafen.

Wie halten Sie sich für Ihre Extrem-Touren fit?
Im Sommer gehe ich jedes Wochenende zum Felsenklettern, meistens hier ganz in der Nähe im Steinicht, am Elsterufer zwischen Elsterberg und Rentzschmühle. Über die Wochenenden unternehmen wir gern kleine Bergtouren in den Alpen. Ansonsten fahre ich oft Rad und vor den Expeditionen laufe ich viel.

Was sagen Ihre Lebensgefährtin und Ihre Kinder, wenn Sie sich in solch entlegene Gegenden aufmachen?
(lacht) Das müssten Sie sie eigentlich selber fragen! Sie hat vollstes Verständnis für meine Unternehmungen und unterstützt mich in allen Belangen. Sie hat mich so kennen und lieben gelernt. Mittlerweile begleitet sie mich sogar auf die eine oder andere kleine Alpen-Tour. Meine Kinder sind sowieso damit aufgewachsen. Sowohl meine Tochter als auch mein Sohn sind schon oft auf kleinere Expeditionen mitgekommen.

Wo geht es dieses Jahr hin?
In diesem Sommer fahre ich Mitte Juni nach Alaska, um den Mount McKinley zu besteigen. Das ist nicht nur der höchste Berg Nordamerikas, sondern auch der kälteste der Erde: Selbst im Sommer herrschen dort am Gipfel Minus 45 Grad Celcius!

ZUR PERSON
Der 45-jährige Jürgen Landmann ist Klempner und Installateur in einem Zeulenroda-Triebeser Unternehmen. Er hat zwei Kinder und lebt mit seiner Lebensgefährtin in Langenwetzendorf. Seit über zehn Jahren hat er sich dem Höhenbergsteigen verschrieben. Auf seinen Reisen legt er stets Wert darauf, Land und Leute kennen zu lernen. Mit seiner Kamera hält er dabei berührende Momentaufnahmen von den zahlreichen intensiven Eindrücken seiner anspruchsvollen Expeditionen im Bild fest. Info: www.abenteuer-outdoor.eu

Auf dem Dach der Welt
In der Sonderausstellung „Auf dem Dach der Welt“ zeigt das Städtische Museum Zeulenroda vom 22. Februar bis 3. Mai 2015 großformatige Fotos von Jürgen Landmann. Darüber hinaus kann der Besucher in der Fotoschau originale Ausrüstungsgegenstände sowie persönliche Erinnerungsstücke und Mitbringsel aus fernen Ländern bewundern. Öffnungszeiten: Dienstags bis mittwochs und freitags 9 bis 16 Uhr, donnerstags 9 bis 18 Uhr und sonntags 13 bis 16 Uhr.
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