Bauingenieure trafen sich wieder in Greiz

Vor dem Gebäude der ehemaligen Ingenieurschule für Bauwesen stellten sich die Teilnehmer am Klassentreffen zum Erinnerungsfoto auf.
 
Es hat sich viel verändert, auch in den Klassenzimmern.
Greiz - August-Bebel-Straße.
Aus allen Teilen der damaligen DDR kam eine große Masse an Absolventen nach Greiz, um an der Ingenieurschule für Bauwirtschaft das Rüstzeug für den Einstieg ins Baugewerbe zu erhalten. Zwei Semester Grundstudium zum Allgemeinwissen und vier Semester zum Hoch- und Tiefbau hatten auch die ehemaligen Studenten, die von 1958 bis 1961 in Greiz ihr zweites zu Hause fanden, zu absolvieren. Nach dem Abschluss des Studiums, das den Weggang von Greiz zur Folge hatte, verloren sich die damals etwas über 20-jährigen nicht aus den Augen. Es war eine aufregende Zeit, das Studium lag im Umbruch von Hoch-auf Ingenieurschulen, der Lehrplan wurde von einst vier auf drei Jahren verkürzt, erinnert sich Diplom Ingenieur Joachim Ebert, einer der Organisatoren der Treffen, der heute in Potsdam lebt und erst 1990 die Anerkennung seines Diplom in der Bundesrepublik anerkannt bekam.
Das wir uns heute noch zum 54. Klassentreffen in Greiz treffen, verdanken wir unseren schönen Erinnerungen an die Zeit, die damals wie heute einen Hauch des ehemaligen Fürstentums versprüht. Greiz ist mit seinen zwei Schlössern, dem Sommerpalais und dem Greizer Park für uns auch heute noch etwas ganz Besonderes. Beim Bummel durch die Greizer Geschäfte vermissen wir etwas, damals sagten die Verkäufer beim Verlassen „Aufwiedersehen und besuchen Sie uns bald wieder“ das sei leider verloren gegangen, bedauerten die Senioren, die heute im Alter von 75 bis 80 Jahren u.a. aus Schwerin, Magdeburg Dresden, Gera und Potsdam angereist waren. Viel Gesprächsstoff gab es im Tagungsraum der AWT, die heute im Gebäude mit wechselvoller Geschichte untergebracht ist und allen Greizern noch als „Eierschule“ bekannt ist, denn nach 1962 war hier die Fachschule für Getreidewirtschaft untergebracht. Die damals fast gleichaltrigen Absolventen waren im Internat und auf privaten „Studentenbuden“ untergebracht, erinnern sich gern an die Tanzabende in der Friedensbrücke und kleinen romantischen Abenteuern nicht nur im Greizer Park. Über Einzelheiten wurde mit einem Augenzwinkern darüber geschwiegen. Im Gespräch mit dem Greizer Bürgermeister Gerd Grüner (SPD) brachten die Senioren zum Ausdruck, Greiz müsse sich touristisch besser vermarkten, sprachen den Bau eines Aufzuges zum Oberen Schloss an und ein Hotel, das mindestens drei Busbelegungen zur Übernachtung aufnehmen kann.
Nach einem von der AWT bereit gestellten schmackhaften Mittagessen mit Sauerbraten und Thüringer Klößen, bedankten sich die 22 Teilnehmer des Treffens beim Personal der AWT und ließen Blumen sprechen. Beim anschließenden Rundgang durch ihre „ehemalige Schule“ mit fachkundiger Führung stellten die Gäste schnell fest, hier hat sich gegenüber unserer Zeit sehr viel verändert. Fragen über Fragen hatte die Mitarbeiterin der Akademie für Wirtschaft und Technologie Thüringen GmbH während dem Rundgang durch die Werkstätten, dem Computerkabinett und weiteren Räumlichkeiten zu Arbeitsvermittlung, Aus- und Weiterbildung sowie Trainingsmöglichkeiten für Schule und Beruf zu beantworten. Am 1. September 2015 begeht die Akademie ihr 25-jähriges Bestehen, dann werden die Greizer und ihre Gäste zum Tag der offenen Tür Gelegenheit zu einer Besichtigung haben.
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