DAK-Gesundheitsreport 2012

Luftbild vom Greizer krankenhaus
 
Alexander Schulze (l.) Dr. Gudrun Böttger (2.v.l.) 2011 im Servicezentrum der DAK in Greiz zum Gesundheitsreport
Greiz.
Im Landkreis Greiz steigt der Krankenstand
Psychische Erkrankungen nehmen stark zu – Stress im Job erhöht Herzinfarkt-Risiko

Greiz 09.10.2012. Der Krankenstand im Landkreis Greiz ist 2011 gestiegen. Die Ausfalltage aufgrund von Erkrankungen nahmen um 0,2 Prozentpunkte zu, während sie im Land Thüringen insgesamt um 0,3 Prozentpunkte stiegen. Mit 4,3 Prozent lag der Kreis weiterhin knapp unter dem Landesdurchschnitt von 4,5 Prozent. Damit waren an jedem Tag des Jahres von 1.000 DAK-versicherten Arbeitnehmern 43 krankgeschrieben. Der höchste Wert in Thüringen wurde mit 5,2 Prozent in Eisenach und dem Wartburgkreis verzeichnet, der niedrigste mit 3,7 Prozent in Jena.

Wie aus dem aktuellen DAK-Gesundheitsreport für den Landkreis hervorgeht, stiegen im Vergleich zum Vorjahr bei einigen Diagnosen die Ausfalltage an. Einen deutlichen Zuwachs gab es mit 46 Prozent bei psychischen Krankheiten wie Depressionen und andere Seelenleiden. Der starke Anstieg geht in erster Linie auf eine längere Behandlungsdauer je Fall, aber auch auf einen Zuwachs der Erkrankungen an sich zurück. Die Fehltage wegen Krankheiten des Atmungssystems wie Erkältungen und Bronchitis nahmen um fast 27 Prozent zu. Bei Fehlzeiten aufgrund von Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems gab es dagegen einen Rückgang von gut drei Prozent. Diese Diagnose-Gruppe bleibt dennoch die häufigste Ursache für Krankschreibungen in der Region. Mehr als jeder fünfte Fehltag geht auf ihr Konto.

„Der Krankenstand in der Region zeigt Handlungsbedarf auf“, kommentierte Alexander Schulze von der DAK-Gesundheit die Ergebnisse. „Gesund leben und arbeiten gehören eng zusammen. Im Alltag ist es wichtig, dass sich die Menschen richtig ernähren, entspannen und bewegen. Die Arbeitgeber können über ein Gesundheitsmanagement den Krankenstand im Unternehmen beeinflussen. Aktuelle Studien zeigen, wie gezielte Rücken- oder Anti-Stress-Kurse positiv wirken. In Sachen betrieblicher Prävention beraten und unterstützen wir gerne.“


Einen besonderen Akzent setzt die Krankenkasse 2012 mit einer neuen Aufklärungskampagne: Im Beruf lauern bislang unbekannte Risikofaktoren für einen Herzinfarkt. Nach aktuellen Gesundheitsstatistiken ist der Infarkt die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. In Thüringen verstarben im Jahr 2010 insgesamt 1.970 Personen an einem Herzinfarkt. Bislang wurden zur Vorbeugung vor allem die klassischen Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck oder Übergewicht beachtet. Der neue DAK-Gesundheitsreport zeigt dagegen auf, dass auch Stress und Frust im Beruf das Infarkt-Risiko deutlich erhöhen können. „Herzinfarkte sind schon lange keine Managerkrankheit mehr“, sagt Schulze.

Fehlende Belohnung im Beruf macht krank
Nach einer repräsentativen Untersuchung leiden in Thüringen 13,9 Prozent der Berufstätigen an einer sogenannten beruflichen Gratifikationskrise. „Die Menschen haben Stress im Job, weil sie sich für ihre Anstrengungen im Beruf nicht ausreichend belohnt fühlen“, erklärt Alexander Schulze von der DAK-Gesundheit. „Dadurch verdoppelt sich bei den Betroffenen das Risiko für eine schwere Herzerkrankung.“ Während bundesweit vor allem Facharbeiter und Arbeiter an dieser Krise leiden, sind Selbstständige und Freiberufler nur selten betroffen.

Bei der Belohnung spielen vor allem das Gehalt, die Anerkennung durch Vorgesetzte und ein sicherer Arbeitsplatz eine wichtige Rolle. Als Belastungen werden Zeitdruck, Störungen und vermehrtes Arbeitsvolumen genannt. Sind erlebte Belastungen und Belohnungen nicht mehr ausgeglichen, sprechen Experten von „Gratifikationskrise“. Jeder zweite Betroffene schätzt auch seinen Gesundheitszustand als schlechter ein. Tatsächlich leiden die Personen häufiger unter Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen oder Schlaflosigkeit.

Betriebliches Gesundheitsmanagement nutzen
„Obwohl diese sehr gestressten Arbeitnehmer ihr erhöhtes Gefährdungspotential kennen, kümmern sie sich nicht stärker um ihre Gesundheit“, betont Schulze“. „Hier sollten Unternehmen mit ihrem betrieblichen Gesundheitsmanagement ansetzen, um die Betroffenen zu unterstützen.“ Die DAK-Gesundheit empfiehlt Arbeitnehmern außerdem neue Internetangebote zur Entspannung und zur besseren Bewältigung des Alltags. Informationen gibt es in jedem Servicezentrum der Krankenkasse oder unter www.dak.de

Die DAK-Gesundheit hat rund 177.000 Versicherte im Land Thüringen, davon rund 18.000 im Landkreis Greiz.
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3 Kommentare
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Hannelore Grünler aus Artern | 09.10.2012 | 22:10  
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Renate Jung aus Erfurt | 09.10.2012 | 23:32  
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Karin Jordanland aus Artern | 10.10.2012 | 12:57  
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