Gassi gehen mit Boomer

Boomer genießt die Streicheleinheiten von Antje Doebler. Auf ihren gemeinsamen Spaziergängen ist ihr der fast blinde Schäferhund ans Herz gewachsen.
 
Boomer lässt sich von Antje Doebler auch gern kämmen.
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Antje Doebler führt zwei bis drei Mal pro Woche Hunde aus dem Greizer Tierheim aus

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„Boomer erkennt schon am Klingeln, wenn Frau Doebler kommt“, sagt Tierheimleiterin Sabine Wonitzki. Und tatsächlich, als die Eingangsklingel im Greizer Tierheim läutet, ist der Schäferhund vor Freude außer sich. Dann steht Antje Doebler in der Tür und für Boomer gibt es kein Halten mehr. Schwanzwedelnd stürzt er auf sie zu, denn er weiß – jetzt geht es auf zum Spaziergang. Antje Doebler ist heute seine Gassi-Geherin. Zwei bis drei Mal pro Woche kommt sie ins Tierheim, um Hunde auszuführen. Boomer ist ihr Lieblings-Vierbeiner.

„Es war Liebe auf den ersten Blick“, erzählt Antje Doebler. Im November vorigen Jahres hat sie ihr Herz an Boomer verloren. „Unsere Tochter absolvierte hier im Tierheim ihr FÖJ und sagte, ich könne mich doch einmal als Gassi-Geherin vorstellen. Die Tierheim-Mitarbeiter tun ihr Bestes, doch sie haben alle Hände voll zu tun und schaffen es nicht, mit jedem Hund Gassi zu gehen“, erinnert sich Antje Doebler. Die 48-Jährige lebt in Elsterberg, ist aber in Greiz aufgewachsen und sagt, dass sie in ihrer Familie immer Hunde hatten. „Beim ersten Besuch im Herbst vorigen Jahres gab mir Frau Wonitzki einen Hund zum Ausführen, der sonst nicht raus geht und etwas problematisch sein sollte“, so die Elsterbergerin. Es war Boomer. Der neun Jahre alte Rüde hat eine schwere Vergangenheit hinter sich. Er ist zu 80 Prozent blind und wurde aus einer verlassenen Wohnung geborgen, nachdem er hier eine Woche ohne Nahrung und Trinken eingesperrt war. Dadurch war der Rüde äußerst misstrauisch zu fremden Menschen. Doch Antje Doebler kam mit ihm wunderbar klar, was offenbar auf Gegenseitigkeit beruhte. Denn beim nächsten Tierheim-Besuch begrüßte sie Boomer gleich mit überschwänglicher Freude.

Seitdem führt Antje Doebler Boomer regelmäßig aus. Doch nicht nur ihn, auch andere Hunde gehören zu ihren Schützlingen beim Gassi-Gehen. „Damit kann ich den Vierbeinern etwas Gutes tun. Außerdem ist das für mich ein wunderbarer Ausgleich zu meiner sitzenden Tätigkeit“, so die Tierfreundin, die als Sachbearbeiterin bei einer gesetzlichen Krankenkasse angestellt ist. Zu Hause hat Familie Dübler zwei Katzen. „Die haben ältere Rechte und würden keinen Hund neben sich dulden“, sagt Antje Doebler lachend.

Für das Gassi-Gehen mit Boomer & Co. wurde sie von den Tierheim-Mitarbeitern fachgerecht angeleitet und erhielt eine „Gassigeherbelehrung“ über den Umgang mit den Hunden. „Die sind grundsätzlich an der Leine zu führen“, nennt Sabine Wonitzki einen Schwerpunkt und weist darauf hin, dass Kinder unter 18 Jahren nur in Begleitung Erwachsener Vierbeiner aus dem Tierheim ausführen dürfen. Und welcher Hund mit welchem Gassi-Geher seine Runde drehen darf, entscheiden stets die Mitarbeiter der Einrichtung.

INFORMATION: Wer Interesse als Gassi-Geher hat, kann sich jederzeit im Tierheim Greiz-Sachswitz vorstellen. Telefon: 03661-6443. Öffnungszeiten und weitere Info unter www.tierheim-greiz.de.
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2 Kommentare
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Antje Hellmann aus Jena | 21.08.2013 | 08:27  
Gerd Zeuner aus Zeulenroda-Triebes | 21.08.2013 | 08:31  
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