Geistesblitze in Holz. Morgen Ausstellungseröffnung „Zwischen Realismus und Abstraktion“ - Holzreliefs und Plastiken Ilona Schlupeck im Stadtmuseum Zeulenroda

Wann? 28.06.2012 bis 23.08.2012

Wo? Städtisches Museum , Aumaische Straße 30, 07937 Zeulenroda DE
 
Die Holzbildhauerein arbeitet mit traditionellen, seit Jahrhunderten üblichen Werkzeugen.
Zeulenroda: Städtisches Museum | Ist der Span mit dem Stechbeitel abgehoben, so ist das unwiderruflich. Ilona Schlupeck hätte es auch einfacher haben können. Ursprünglich wollte sie Malerei/Grafik studieren. Mit einem Pinsel hätte sich eine fehlerhafte Stelle schnell übermalen lassen. Aber die Burkersdorferin ist beim Holz gelandet – eine Entscheidung, die sie bis zum heutigen Tag nicht bereut.

Ilona Schlupeck bearbeitet nicht nur Holz, sie lebt und liebt den nachwachsenden Rohstoff. Rein äußerlich wird dies bereits an ihrem alten Fachwerkhäuschen im nicht mal 100 Einwohner zählenden Burkersdorf deutlich. Auch Pseudo-Holz-Möbel aus Spanplatte werden Sie eher vergebens suchen. Auf manchen Großstädter wird die Lebensweise der Holzbildhauerin im ersten Moment etwas gestrig wirken. Dennoch ist es genau das von ihr geschaffene Umfeld, das ihr die notwendige Inspiration zum Umgang mit dem Holz gibt. Und so spiegelt sich in ihren Werken nicht nur perfektes handwerkliches Können wider, sondern auch ihr Leben, ihre Gedanken, ihre Gefühle, ihre Begegnungen.

So unterschiedlich die Arbeiten auch ausfallen, wenn Sie einmal einem „Schlupeck“ begegnet sind, werden Sie auch andere Arbeiten an anderer Stelle immer der Künstlerin zuordnen können. Klare Linien und Treppen sind wiederkehrende Gestaltungselemente. Glatte, geschliffene Flächen wechseln mit rauen. Sie spielt mit dem Holz, vornehmlich Linde. Arbeitet den Widerspruch heraus, der im Material steckt. Dabei ist Ilona Schlupeck nicht die Kunsthandwerkerin, die mit einem einzigen Blick erfassbare Werke von der Stange schafft. Die in Holz gearbeitete Aussage sitzt tiefer. Ihre Werke bedürfen der Auseinandersetzung und Interpretation.

Den Beruf des Holzbildhauers hat sie von der Pieke auf gelernt. Dem folgte das Studium an der Fachschule für Angewandte Kunst in Schneeberg, Fachrichtung Holzgestaltung bei Prof. Hans Brockhage, und die Steinbildhauerei betreffend an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Seit 1984 ist Ilona Schlupeck als Holzgestalterin freiberuflich tätig.
In der Ausstellung „Zwischen Realismus und Abstraktion“, die am 3. Mai, 19 Uhr, im Städtischen Museum Zeulenroda eröffnet wird, zeigt sie etwa 50 Arbeiten ihrer gesamten Schaffensperiode. Der Titel verrät bereits die Vielfalt der Werke vom kleinen Relief bis zur frei im Raum stehenden Stele. Logisch, Briefmarkensammler haben es rein körperlich gesehen einfacher, eine Ausstellung vorzubereiten. Manche ihrer gezeigten Arbeiten sind bis zu 80 Kilogramm schwer. Woher nimmt sie die Kraft? Viel modernes Handwerkszeug ist in ihrem Atelier nicht zu finden. Vielmehr setzt sie auf Werkzeuge, wie sie seit Jahrhunderten benutzt werden. Alles Handarbeit. Der Gang ins Fitnessstudio dient aber nicht allein dem Muskeltraining. Sie möchte auch ab und an Menschen begegnen, scherzt sie. Zu ihrem Atelier hat sie es nicht weit, nur treppab ein paar Stufen. Wer jetzt denkt, dass sie ein typisches Künstlerleben führt und sich erst mittags aus den Federn quält, irrt. Der Arbeitstag beginnt frühmorgens und endet meist erst Mitternacht.


Ausstellung

„Zwischen Realismus und Abstraktion“
Holzreliefs und Plastiken Ilona Schlupeck
Städtisches Museum Zeulenroda
Vernissage: 3. Mai, 19 Uhr
Ausstellungsdauer: bis 28. Juni 2012
Öffnungszeiten: dienstags, mittwochs und freitags 9 – 16 Uhr; donnerstags 9 – 18 Uhr, sonn- und feiertags 13 – 16 Uhr
Am 13. Mai und 17. Juni, jeweils 14 – 16 Uhr, können Interessenten Ilona Schlupeck innerhalb der Ausstellung bei der Arbeit über die Schulter schauen.
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3 Kommentare
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Renate Jung aus Erfurt | 30.04.2012 | 23:37  
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Karin Jordanland aus Artern | 01.05.2012 | 12:56  
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Petra Seidel aus Weimar | 02.05.2012 | 22:30  
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