Gemeinsamer Kampf gegen Windkraftvorranggebiet Bernsgrün

  Zeulenroda-Triebes: Bernsgrün | Thüringische und sächsische Bürger positionieren sich zu W 13- „Wir sind Verbündete“
Grundstückseigentümer Jochen Gräbner sagt „nein“ zu Betreibervertrag

Jochen Gräbner, Grundstückseigentümer aus Bernsgrün, sorgte für den emotionalen Moment zur Infoveranstaltung am Donnerstagabend im Bürgerhaus „Zum Roß“ in Bernsgrün. „Wir sind Bewohner des ländlichen Raums, Bürger vom Dorf. Man sollte keine Rechnung aufmachen, was für Geld auf uns zukommt. Wir werden den Vertrag nicht unterschreiben“, nimmt er unter lang anhaltendem Beifall klare Stellung zu seiner Heimat. Um den Schutz der Heimat, der Natur, der Tier- und Vogelwelt und insbesondere der Gesundheit ging es allen Referenten an diesem Abend, zu dem die Bürgerinitiative „Pro Weide“ eingeladen hatte. Und die Resonanz mit knapp 200 Bürgern aus Thüringen und Sachsen war groß. Der Pausaer Jens Maul belegte, dass der mit 2,1 % in der Energiestruktur in Deutschland zu Buche stehende Windstrom größtenteils unwirtschaftlich ist, keine wirklichen CO 2- Einsparungen bringt, keine praxisrelevante Speicherung möglich ist und der Gesamtanteil am „grünen“ Strom im Netz bald seine technisch machbare Kapazität erreicht. Udo Schröder, NABU –Sachsen, brachte nachweisbare Fakten bezüglich der im W 13-Gebiet brütenden Rot- und Schwarzmilane, Schwarz- und Weißstörche, Bussarde, Wachteln und Kibitze. „Auch ein Uhupaar ist in der Nähe und gefährdet. Das Teichgebiet „Pausaer Weide“ gehört zu den Vogelrastplätzen und muss im Umkreis von 1200 Metern geschützt werden“. Allgemeinmediziner Dr. Udo Junker aus Theuma beleuchtete die gesundheitlichen Aspekte von Signalleuchten, Schattenwurf und besonders Infraschall mit der Erkenntnis: „Es gibt guten Grund, um mit dem weiteren Ausbau von Windkraftanlagen (WKA) zu warten, um weitere Nachweisstudien abzuwarten“. Auch Referent Ludwig Freitag vom Thüringer Landesverband Energiewende mit Vernunft schließt sich dem an. „Infraschall dringt ungehindert in unseren Wohnraum ein. Die Bundesregierung kennt die Gefahr. Es muss genauer untersucht werden, wie er auf Menschen wirkt“. Er hinterfragt, was das Grundgesetz laut Artikel 2 in Bezug auf körperliche Unversehrtheit noch wert ist. Freitag hob in seinen umfassenden Ausführungen auch hervor, dass das Thüringer Waldgesetz keine WKA zulässt.“ WKA im Wald sind weder notwendig, noch moralisch vertretbar“. Er informierte, dass es in Thüringen zehn anerkannte Naturschutzverbände gibt, die angehört werden müssen, dass sich bereits 30 Bürgerinitiativen thüringenweit gebildet haben und die Subventionen für den EEG-Strom 24 Milliarden Euro betragen, aber der Strom nur 1,5 Milliarden Euro wert ist. Freitag appellierte auch an die Grundstückeigentümer, sich durch die Betreiber mit dem Vertrag nicht unter Druck setzen zu lassen, über die rechtlich bedenklichen Verträge, zeigte mögliche Konsequenzen bei Insolvenz der Unternehmen auf, wies auf die große Straßenlast hin und machte auf die Eisschlag- und Feuergefahr der Windräder aufmerksam. CDU-Landtagsabgeordneter Christian Tischner begrüßte in der anschließenden Diskussion den Dialog und die Bürgerinitiative. „Es ist nicht notwendig, weitere Anlagen zu bauen. Die Politik der Landesregierung in Erfurt ist gegen den ländlichen Raum. Solange nicht geklärt ist, wie die WKA auf die Gesundheit wirken, sind sie auszusetzen“. Auch Achim Schulz (FDP), Bürgermeister Gemeinde Rosenbach, bezog Stellung gegen W 13. „Auch wenn ich hier in einem anderen Land bin, wir sind Verbündete, und wir werden unsere Stellungnahme nach Thüringen abgeben“. „Hoffentlich findet das auch in Zeulenroda Gehör. Das Rathaus schweigt bislang und hat sich noch nicht positioniert“, bedauert der Bernsgrüner Steffen Kanis und ergänzt: „Wir werden den Kampf kämpfen und hoffen, dass wir unsere Heimat freihalten von diesen WKA“. Und Elfriede Schumann aus Pausa brachte es auf den Punkt: „Wir können hier verlieren. Aber wenn wir nichts machen, haben wir schon verloren. Also sollten wir alle die Initiative ergreifen“, forderte sie alle Anwesenden auf, aktiv Stellungnahme zu W 13 Bernsgrün zu beziehen. Entsprechende Formulare dazu lagen bereit. Die öffentliche Auslegung zum Windvorranggebiet Bernsgrün ist im Bauamt der Stadtverwaltung Zeulenroda - Triebes in der Zeit vom 9. Mai bis 12. Juli 2016. Stellungnahmen können dazu in den Briefkästen der Bernsgrüner Familien Kanis und Hänold-Hering, im Pausaer Rathaus und dem Gemeindebüro in Mehltheuer abgegeben werden.
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2 Kommentare
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Renate Jung aus Erfurt | 27.05.2016 | 23:20  
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Gabriele Wetzel aus Zeulenroda-Triebes | 28.05.2016 | 20:06  
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