Greiz hat ein riesiges Potenzial

Eigentümer der Villa Uwe Liebold mit einer Ablichtung seiner Immobilie.
 
Vor dieser Kulisse fand das Geplauderf statt.
Geplauder sollte es auch noch in zehn Jahren geben.
Der Verein „Weil wir Greiz lieben – Bürgerinitiative für ein lebendiges Greiz“ hatte am Freitag, 28. Juli, ab 19 Uhr, zum 17. Greizer Geplauder an die Villa Gustav Wagner in der Rosa-Luxemburg-Straße 29 eingeladen. Als Moderator fungierte Thomas Hönsch, Vorsitzender des Vereins Bürgerinitiative „Weil wir Greiz lieben“, der sich zum Geplauder Uwe Liebold von der Getränkequelle Greiz und heutigen Besitzer der Gebäude als Gast eingeladen hatte. 1986 etablierten seine Eltern einen „regionalen Getränkestützpunkt“, heute ist er mit der Getränkequelle im internationalen Großhandel tätig. Seit sechs Jahren ist er Geschäftsleiter des Unternehmens, beschäftigt sieben Angestellte. Ist Mitglied in Vereinen, die auf seine Unterstützung zählen können. Für die Besucher war interessant zu erfahren, warum sich mit dem Kauf des 1882 von Textilkaufmann Wagner errichteten Villa für Uwe Liebold ein Abschnitt im Leben schloss. Als kleiner „Uwe“ lebte er schon einmal mit seinen Eltern in der 1. Etage, bis zum Verkauf an den VEB Interform, der das Gebäude für den Eigenbedarf nutzte. Umzüge in die Thomasstraße, später nach Aubachtal waren die Folge. Auf Drängen einiger Nachbarn gründete die Mutter von Uwe Liebold einen HO-Kommissionsstützpunkt. Den Entschluss das Gewerbe der Mutter zu übernehmen, fasste der gelernte Kfz-Schlosser 1993. Die Jahre zuvor bezeichnet er als „Wilde Jahre“, lief im Wendejahr 1989 als Demonstrant durch Greiz, ist der Kirche noch heute dankbar, die Türen für die „Bürger der ersten Stunde“ geöffnet zu haben. Nach 1990 änderte sich einiges im Handel, war zuvor der Einkauf das Problem und nicht der Getränkeverkauf, wurde zur Belieferung der Kundschaft zusätzlich ein Heim-Service im Getränkestützpunkt in der Feldschlößchenstraße aufgebaut. Seit über zehn Jahren befindet sich die „Getränkequelle Liebold“ in der Zeulenrodaer Straße 6, immer darauf bedacht, dem Anspruch Kosten deckend zu arbeiten, gerecht zu werden. Gern erinnere sich Liebold, an die von ihm ausgerichtete Hochzeit im Sommerpalais im Fürstlich Greizer Park, als Dorothea Castell, eine Gräfin der Nachfahren der Fürsten Reuß Jüngere Linie ihren Wunsch erfüllt bekam. Bis heute habe sich der Kontakt zu den Blaublütern erhalten, die er als ganz normale Menschen in Erinnerung behalten hat. Uwe Liebold liebt seine Heimatstadt, die so viel Schönes zu bieten hat, zählt Schlösser, Park und die Menschen auf, die sich mit ihm freuen, dass in Greiz so viel bewegt wird. Doch am Abend wurden auch kritische Töne ausgesprochen, ursprünglich gingen die Überlegungen dahin gehend, die gesamte Firma in die Villa und das nebenstehende Fabrikgebäude (ehem.Interform) zu integrieren. Durch die Aussagen der zuständigen Behörden, die Gebäude stehen in einem Wohngebiet, die Lärmbelästigung sei zu hoch, wurde das Vorhaben bis zum heutigen Tag verhindert. Stattdessen wurde von den zuständigen Behörden die Errichtung eines Hotels, Fitness-Studio vorgeschlagen, doch nun war Liebold am Zuge und versicherte, dies würde zu einer wesentlichen höheren Lärmbelästigung in den Abend- und Nachtstunden führen. Etwas Mut habe er schon verloren, lies er die Zuschauer wissen, „wenn man nicht in der eigenen Immobilie Herr sein kann“. Pläne zur Sanierung gäbe es genug, dies wurde bei einem kurzen Rundgang im Objekt sichtbar und ob er eines Tages „Fertig“ sagen kann, wird wohl seinen Nachfolgern vorbehalten bleiben. Zum Abschluss stellte Moderator Thomas Hönsch die Frage: „Uwe wie siehst du in zehn Jahren die Stadt Greiz?“ Darauf gab der 45-jährige Unternehmer die spontan formulierte Antwort: „Das es das Greizer Geplauder noch gibt“ und weiter „Die Stadt Greiz hat ein riesiges Potenzial an Kulturgütern, die müssen genutzt, bewahrt, von den kommenden Generationen geschätzt werden“. Zudem sollten an den wichtigen Hebeln der Stadt, in der Wirtschaft, Politik, Kultur und Sport nur noch Leute sitzen, die engagiert die Geschicke lenken. Nach dem offiziellen Teil kamen die Gäste bei Roster, Steaks und Getränken ins Gespräch. Der Erlös wird der Bürgerstiftung zur Verfügung gestellt.
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