Hardcore gepaart mit deutschem Rap: „Too Gross“ drehen zusammen mit „Ruffiction“ in Schleiz Videos

  Schleiz: ehemaliges Tiefbau-Gelände | EP-Release-Show stand auf dem ins Woody’s einladenden Flyer. Die EP von Too Gross ist aus technischen Gründen nicht rechtzeitig fertig geworden. Eine fette Show legte Too Gross dennoch aufs Parkett. Die Neugierde war schließlich groß, was für ein Projekt der ansonsten von Never Die Alone bekannte Basti, alias Sebastian Förster, ins Leben gerufen hat. Einen würzigen Vorgeschmack auf „zu heftig“, „zu krass“ – so in etwa könnte man Too Gross ins Deutsche übersetzen – gab es bereits am Nachmittag vor dem Konzert. Und den gab es nicht nur zu hören und zu sehen, sondern auch zum Mitmachen.

Aber erst mal der Reihenfolge nach. Auf Facebook ist Basti im ständigen Kontakt mit anderen Musikern. So traf er unter anderem auch auf Peachey, Sänger der bekannten englischen Hardcoreband Six ft Ditch, und den Gitarrist Holger und Bassist Stefan von Cunthunt 777 aus Augsburg. Die gleiche Wellenlänge führt die vier Musiker zusammen. Im Herbst des vergangenen Jahres entsteht die Idee von einem gemeinsamen Projekt, das via Internet Formen annimmt. Die Lieder stammen aus der Feder von Holger. Die Texte sind aus dem täglichen Leben gegriffen, natürlich teils auch gesellschaftskritisch. Am 3. Dezember gibt Too Gross sein erstes Konzert in London. Bereits im Februar wird die erste EP in Belgien aufgenommen. Genau jene EP sollte jetzt in Schleiz vorgestellt werden. Wird sie auch. Nur, dass eben die EP rein körperlich nicht vorhanden ist. Um das Publikum nicht zu enttäuschen, wurden fix noch zwei neue Lieder aufgenommen. So gab es wenigstens doch ein auf 75 Stück limitiertes Erstlingswerk der Hardcoreband.

Da sich Musiker internationaler Musikprojekte für gewöhnlich nicht ständig persönlich begegnen, hatte Basti die Idee vom Videodreh in Schleiz: „Das wäre doch eine gute Gelegenheit, die Videos mit dem Auftritt zu verbinden. Sofort hatte er das vor sich hin schlummernde ehemalige Tiefbaugelände in der Nikolaistraße im Auge. Ein paar Schrauber haben in den Garagen ihr Quartier bezogen. Das Holzhaus inmitten der Brache ist Treffpunkt für die Jugend, auch Anlaufpunkt für den Schlagzeuger. Ein Drehbuch als solches gab es nicht, Ideen schon. Natürlich waren die Jugendlichen eingeladen, in den Videos mitzuwirken. Ein etwas chaotischer Nachmittag, vieles passiert spontan. Zwei Kameramänner fangen die Szenen ein. „Das wird gut“, ist sich Basti nach vier Stunden Dreh sicher.

Nach zwei abgedrehten Liedern stößt mit den Mannen von Ruffiction eine zweite Musikrichtung dazu: Rap. Sie haben einen geremixten Too Gross-Song im Gepäck. Das dritte Video entsteht. Ruffiction sind keine Unbekannten in Deutschland. Natürlich lassen sich auch die Schleizer gern mit Frontman Daniel Gun ablichten.

Interview mit Daniel Gun von Ruffiction:

Daniel, du provozierst doch schon, bevor du überhaupt den Mund aufmachst!

„Meinst du meine Tatoos? Nein. Provozieren ist nicht meine Absicht. Manch einer mag das so empfinden. Aber ich möchte Niemand provozieren. Ich möchte dazu ermutigen, hinter die Fassade zu blicken. Wir Menschen sind alle gleich, egal welcher Herkunft wir sind oder wie wir aussehen.“

Daniel, eure Musik landet immer wieder auf dem Index!

„Das ist doch längst Geschichte. Das war 2007/08. Es ist Vergangenheit! Hast du schon mal mein neues Soloalbum „Rebellion der Großstadt“ gehört? Kein einziges Schimpfwort kommt mir in den Texten über die Lippen. Das ist absolut unüblich beim Rap. Es ist ein vernünftiges Album geworden. Ich möchte zeigen, dass man sich auch vernünftig ausdrücken kann“.

Was macht ihr in Schleiz. Ist das nicht eine Nummer zu klein für euch?

„Wir spielen heute bereits zum dritten Mal in Schleiz. Wir haben im Woddy’s schon viel Spaß gehabt, beim letzten Besuch sogar mit einem Fußballturnier. Das war voll lustig. Wir kommen immer wieder gern hierher.“

Und heute?

„Klar stehen wir auch mit auf der Bühne. Aber jetzt müssen wir erst mal Sebastian bei seinem Dreh unterstützen“.

Na dann viel Spaß, gebt dem Audi-Wrack den Rest!

"Darauf kannst du dich verlassen!"


Anbei ein paar Impressionen vom Videodreh von Too Gross, teils gemeinsam mit Ruffiction, und dem Auftritt von Too Gross im Woddy's.
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30 Kommentare
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Stefanie Lachmann aus Weimar | 21.06.2012 | 18:29  
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Steffen Weiß aus Gera | 21.06.2012 | 18:42  
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Steffen Weiß aus Gera | 21.06.2012 | 18:44  
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Petra Seidel aus Weimar | 21.06.2012 | 19:18  
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Hannelore Grünler aus Artern | 21.06.2012 | 20:00  
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Karin Jordanland aus Artern | 21.06.2012 | 20:33  
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Renate Jung aus Erfurt | 21.06.2012 | 22:58  
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Hannelore Grünler aus Artern | 22.06.2012 | 03:30  
Andreas Abendroth aus Saalfeld | 22.06.2012 | 07:31  
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Karin Jordanland aus Artern | 22.06.2012 | 08:48  
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Johannes Leichsenring aus Hermsdorf | 22.06.2012 | 09:31  
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Steffen Weiß aus Gera | 22.06.2012 | 09:54  
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Johannes Leichsenring aus Hermsdorf | 22.06.2012 | 10:02  
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Steffen Weiß aus Gera | 22.06.2012 | 10:08  
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Johannes Leichsenring aus Hermsdorf | 22.06.2012 | 10:13  
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Steffen Weiß aus Gera | 22.06.2012 | 10:16  
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Steffen Weiß aus Gera | 22.06.2012 | 10:24  
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Renate Jung aus Erfurt | 22.06.2012 | 21:44  
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Johannes Leichsenring aus Hermsdorf | 22.06.2012 | 23:18  
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Petra Seidel aus Weimar | 23.06.2012 | 09:24  
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Johannes Leichsenring aus Hermsdorf | 23.06.2012 | 21:04  
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Petra Seidel aus Weimar | 23.06.2012 | 21:24  
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Johannes Leichsenring aus Hermsdorf | 23.06.2012 | 21:45  
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Petra Seidel aus Weimar | 23.06.2012 | 21:50  
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Johannes Leichsenring aus Hermsdorf | 23.06.2012 | 21:54  
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Petra Seidel aus Weimar | 23.06.2012 | 22:01  
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Renate Jung aus Erfurt | 23.06.2012 | 23:29  
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Petra Seidel aus Weimar | 24.06.2012 | 12:07  
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