Helmut Zaumseil und seine 20 Puppen

Greiz: Leiningen | Wer in diesen Tagen an Helmut Zaumseils Garten in Leiningen vorbeikommt, wirft unwillkürlich einen Blick in diesen. Beim Anblick von 20 akkurat stehenden Weizenpuppen wird so mancher in seine Kindheit versetzt. Kinder und Jugendliche aber staunen über diese „Gebilde“ und Art der Getreideernte von anno dazumal. Auch die Berngrüner Schüler Eric und Aaron Jung hatten aus Erzählungen vom Ernten zu Großelterns Zeiten schon gehört, aber gesehen hatten sie es noch nie. Helmut Zaumseil erklärte ihnen, wie er den Weizen mit der Sense mähte, die abgeschnittenen Halme zu Garben bündelt und jeweils acht Garben zu einer Puppe mit den Ähren nach oben zum Trocknen aufstellt. „In diesem Jahr war das Mähen erschwert, da der Regen den Weizen auf den Boden gedrückt hat. Aber die Halme waren hoch gewachsen, sodass ich sie als Bänder zum Umwickeln der meisten Garben verwenden konnte“, berichtet Zaumseil. Der Regen in den letzten Tagen bereitet ihm allerdings Sorgen, da die Puppen für das anschließende Dreschen so nicht trocken werden. Auch das Dreschen erledigt Helmut Zaumseil selbst. Wenn er den trockenen Weizen mit dem Schubkarren eingefahren hat, setzt er seine noch voll funktionsfähige elektrische Dreschmaschine, die er 1962 aus dem Nachbarort Schönbrunn erworben hat, in Gang. „Ich mach halt alles noch so, wie ich es von Kind an gelernt habe. Wir mussten als Kinder immer ran. Keine Lust haben, gab es nicht“, so Zaumseil. Außer der Getreideaussaat und dem Ackern der Flächen, wo er fremde Hilfe von einem Bauern in Anspruch nimmt, macht er alle weiteren Arbeiten allein.
Neben dem 3 ar großen Weizenfeld sind auf ebenso großer Fläche noch Kartoffeln angebaut. Auch Rüben, Tomaten, Zwiebeln und viele schöne Blumen, die er zum Teil selbst gezogen hat, zeigen den grünen Daumen von Helmut Zaumseil. Und er legt Wert darauf, dass alles Bio ist. „Ich verwende keinen Kunstdünger“, sagt er. Verwendet wird alles Geerntete für den Eigenbedarf, für Schweine und Ziegen. Den rüstigen 86-Jährigen hält die körperliche Arbeit an der frischen Luft fit und jung. „Ich mache alle so gerne und habe jeden Tag meinen Plan“. Erich und Aaron waren vom Gehörten und Gezeigten begeistert und interessiert, stellten Fragen. Und sie zollten Helmut Zaumseil verdientermaßen großen Respekt für seine Mühen, Anstrengungen, Fingerfertigkeiten, die er allein und ohne Einsatz moderner Technik bravourös jedes Jahr bewältigt.
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2 Kommentare
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Hannelore Grünler aus Artern | 01.08.2014 | 21:52  
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Renate Jung aus Erfurt | 02.08.2014 | 21:34  
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