„Herz ohne Maske“ in Kirche Bernsgrün

Zeulenroda-Triebes: Bernsgrün | „Es ist noch nicht Nikolaustag, aber wir fangen trotzdem jetzt schon mit der Geschichte an“, begrüßte Carsten Weigelt von der Evangelischen Spielgemeinde Pausa die Besucher aus Arnsgrün, Bernsgrün und Plauen in der Bernsgrüner Kirche am Sonntagvormittag. Es folgte ein Spiel um den Bischof Nikolaus von Gerhard Stolzenberger. Der Bischof war gütig und gerecht und ein Freund der Kinder. „Wie wir ihn heute noch verehren, soll nun unser Spiel zeigen“, so Carsten Weigelt. Die Handlung spielte in der Hafenstadt Myra in Kleinasien um das Jahr 350. Bischof Nikolaus (Thomas Weigelt) zog abends mit Maske und Verkleidung mit seinem treuen Knecht Ruprecht (Sandy Thoß) durch die Straßen der Stadt. Er lernte so Menschen kennen, die er von seinem Thron aus nie kennengelernt hätte. Er erfuhr von Armut, Krankheit und Betrug an den Bürgern. Und er tröstete und half, wo er nur konnte. Der Bischof beglich die Schulden vom Korbmacher und ließ die Gewichte des Kaufmanns prüfen. Er verurteilte die Seeräuber Antonio und Rafael (Carsten Weigelt und Stefan Popp), die die Altarschätze von Myra stehlen wollten und bestrafte sie mit 50 Peitschenhieben. Auf die Anfrage seines Knechtes Ruprecht, dass doch nicht Gott den Menschen hilft, sondern er als Bischof, antwortete er: „Gott hilft immer nur durch Menschen. Seelsorge ist Bruderliebe“. Als eine große Dürre mit Hungersnot in Myra eintrat, war auch der Bischof verzweifelt. Nikolaus forderte die Menschen auf, Schmuck und andere Schätze abzugeben, um Korn aus Ägypten zu kaufen. Aber es reichte nicht zur Bezahlung der Ladung der beiden Seeräuber Antonio und Rafael. Diese hatten die Peitschenhiebe nicht vergessen und verlangten klingende Münze oder lebendige junge Ware. Der Korbmacher und ältere Geschwister stellten sich als Sklaven für die jüngsten Kinder zur Verfügung. Doch Bischof Nikolaus erlöste alle, indem er den Kirchenschatz von Myra als Lösegeld für die Kinder überbrachte. „Denn der Schatz der Kirche sind unsere Kinder“. Und die Weisheit des Bischofs: Wer anderen helfen will, muss zuweilen eine Maske tragen. Gesichter dürfen Masken tragen, aber nicht das Herz.
Noch heute wird der Heilige und Schutzpatron der Kinder an seinem Todestag am
6. Dezember als Nikolaustag und Vorbote des Weihnachtsfestes gefeiert. „Er geht durch die dunklen Gassen und beschenkt junge Kinder mit Süßigkeiten“, beendet CarstenWeigelt ein von allen Akteuren beeindruckendes und bewegendes Spiel, das verdient mit viel Beifall belohnt wurde.
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