Himmlische Träume: Junge Tischlermeister aus ganz Thüringen und ihre Meisterstücke

Toni Köferstein präsentiert seine Schlummerschale.
 
Sebastian Heckert öffnet die Vorhänge an seinem Himmelbett.

Eine junge Dame und zehn junge Herren aus Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt haben den Meisterkurs für das Tischlerhandwerk in der Bildungsstätte Zeulenroda der Handwerkskammer für Ostthüringen erfolgreich abgeschlossen. Zur Zeugnisübergabe am 8. April stellten sie ihre Meisterstücke vor, deren Ausführung, Funktionalität und Originalität der Beauftragte im Qualitätsmanagement der Handwerkskammer und Vorsitzende des Prüfungsausschusses, Dr. Thomas Heyn, lobte: "Die meisterliche Verarbeitung und das hohe Niveau des handwerklichen Könnens sind durchaus beeindruckend".

Die Idee für sein Meisterstück sei ihm im Bett gekommen: "Während einer schlaflosen Nacht wünschte ich mir himmlische Träume, und die hat man bestimmt in einem Himmelbett", lacht Sebastian Heckert. Für den jungen Tischlermeister aus Erfurt war dies die Initialzündung für sein Himmelbett, das er im Rahmen seiner Meisterkurses angefertigt hat. "Himmlische Träume" nennt Heckert sein edles Schlafmöbel, das mit verspielten Vorhängen und einem Geheimfach ausgestattet ist. Gemeinsam mit den zwölf besten Meisterstücken seines Jahrgangs präsentierte er es zum Schautag in der Handwerkskammer-Bildungsstätte Zeulenroda.

Die anderen ausgestellten Meisterstücke waren nicht weniger originell wie das des Erfurters. Und vor allem genauso funktional. So hat auch Thomas Sonntag aus Lichte ein Bett gefertigt. Der junge Mann nennt sein Meisterstück "Evas Traum" – ein gediegenes Doppelbett in Apfelform, mit Geheimfächern, einem Audioteil und Lichtspielen im Rahmen.

Schlafen kann man im Meisterstück von Toni Köferstein auch. Der junge Mann aus Bad Blankenburg präsentierte seine Schlummerschale. "Eigentlich wollte ich eine Baby-Wiege bauen, doch die kann man ja nur eine kurze Zeit nutzen", begründet Toni Köferstein, weshalb er schließlich einen Hänge-Schaukel-Stuhl konstriuert hat. Den kann man im Wintergarten aufstellen und darin wunderbar entspannen. Und bei Bedarf lässt sich in die Schlummerschale auch eine Baby-Wiege integrieren.

Mit dem Showbike "Oldia" aus massiven Holz von Frank Ernst ist man eher der Bewegung verpflichtet. Es fährt auch wirklich, wie der Schleizer versichert: "Ich habe es selbst ausprobiert und war mit dem Fahrrad ein echter Hingucker!" Modernen Strukturen hat sich Melanie Müller, die einzige Frau des Meisterjahrganges, mit ihrem DJ-Pult und dem integrierten Plattenspieler verschrieben.

Jens Fiedler aus Gera setzt mit seinem beleuchteten Badschrank "Holz in Szene", so der Titel seines Meisterstückes. Dass sich in seinem modernen Badmöbel zahlreiche Fächer für Kosmetika, Schmuck und weitere notwendige Utensilien verbergen, versteht sich von selbst!

Alle in Zeulenroda ausgestellten Meisterstücke zeichneten sich durch gediegene Handwerkskunst, mit Phantasie und großem Können ausgeführt. Vielfach wurde bei der Ausführung heimische Hölzer verwendet.

Dr. Thomas Heyn, Beauftragter im Qualitätsmanagement der Handwerkskammer für Ostthüringen und und Vorsitzender des Prüfungsausschusses, zeigte sich von den ausgestellten Meisterstücken sehr angetan und lobte deren meisterliche Verarbeitung und das hohe Niveau des handwerklichen Könnens: „Die Kursteilnehmer haben sich während der praktischen Prüfungsphase gegenseitig beflügelt und zu Höchstleistungen animiert.“ Als bestes Meisterstück hat die Prüfungskommission die Bar von Christoph Dewaldt mit sehr gut bewertet. Der Tischler aus Eisenberg schloss auch den theoretischen Teil mit Sehr Gut ab.

Zwei Teilnehmer des Kurses konnten die Prüfung krankheitsbedingt noch nicht abgelegen. Elf Tischler haben zwei Teile der Meisterprüfung bestanden, acht sogar bereits alle vier. Die sind jetzt fertige Handwerksmeister.

"Damit gehören Sie ab heute zu den 312 Meistern ihres Faches, die nach der Wende ihren Abschluss bei der Handwerkskammer für Ostthüringen absolviert haben", sagte Bildungsstättenleiter Frank Eisenhut zur Zeugnisübergabe nach dem Schautag: "Sie haben mit dem Meisterabschluss die Stufe 6 im Europäischen Qualifikationsrahmen erreicht. Diese Stufe ist dem Bachelorabschluss gleichgestellt; darüber steht nur noch in Stufe 7 der Masterabschluss und in Stufe 8 die Promotion."

Für die jungen Tischlermeister gelte es jetzt, das Erlernte in die Praxis umzusetzen. "Sie haben die Möglichkeit, einen Betrieb gründen beziehungsweise einen von den 369 eingetragene Tischlerei-Betriebe in Ostthüringen zu übernehmen", so Eisenhut. Rund 16 Prozent der handwerklichen Betriebsinhaber in Ostthüringen seien älter als 55 Jahre. Damit stünden in Ostthüringen in den kommenden zehn Jahren zirka 1600 Handwerksunternehmen vor der Übergabe – viele davon auch im Tischlerhandwerk. Hier würden sich für jeden jungen Meister eine gute Chance auf eine Selbstständigkeit bieten.

Diese Tischler haben die Meisterprüfung Teil I im Tischlerhandwerk 2014 erfolgreich bestanden:

Christoph Dewaldt, Eisenberg, Meisterstück: Bar
Frank Ernst, Schleiz, OT Langenbuch, Meisterstück: Showbike "Oldia"
Jens Fiedler, Gera, Meisterstück: Badausstattung "Holz in Szene"
Sebastian Heckert, Eckstedt, Meisterstück: Himmelbett
Toni Köferstein, Band Blankenburg, Meisterstück: Wintergarten der Entspannung
Christian Müller, Elgersburg, Meisterstück: Hauseingangstür
David Müller, Endschütz, Meisterstück: Bad-Waschtisch
Melanie Müller, Plauen, OT Oberlosa, Meisterstück: DJ-Pult
Thomas Sonntag, Lichte, Meisterstück: Bett in Apfelform
Marco Szymocha, Jena, OT Isserstedt, Meisterstück: Hauseingangstür
Heiko Wagner, Zeitz, OT Wildenborn, Meisterstück: Truhe "Theresa"
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Regina Sehnert aus Zeulenroda-Triebes | 30.04.2014 | 13:25  
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