Kurzweilig und informativ: Eine Floßfahrt mit dem Bauerngeneral

Georg Kresse schießt scharf!
Hain: Leubatalsperre | Es sollte eine ruhige, besinnliche Kaffeefahrt werden - mit dem Floß über die Leubatalsperre bei Hohenleuben, an einem sommerwarmen Sonntag im September. Das Wasser war ruhig, im See spiegelte sich die Sonne und die Fische sprangen. Die Kaffeetafeln auf dem sich in der sanften Brise wiegenden Gefährt waren gedeckt, die Fahrgäste hatten gemütlich Platz genommen und das von einem 5 PS starken Elektromotor angetriebene Floß tuckerte in Schrittgeschwindigkeit los. Doch wenige Minuten, nachdem das Wasserfahrzeug abgelegt hatte, schreckte ein lauter Knall vom Ufer die Kaffeegesellschaft auf und laute Rufe schallten über den Stausee.

Der Räuberhauptmann Georg Kresse war aus dem Wald getreten und befahl, sofort am Ufer anzulegen. Mit einem weiteren Ohren betäubenden Knall aus seiner Vorderlader-Pistole - extra noch einmal nachgeladen für die Fotografen - unterstrich der "Bauerngeneral" seine Forderung, ihn mit an Bord zu nehmen. Was die Floßgesellschaft dann auch tat, denn der sagenumwobene Rebell aus dem Dreißigjährigen Krieg war in friedlicher Absicht gekommen. Sogar eigenes Proviant und Getränke für die Fahrgäste hatte er dabei.

Angetan in historischer Kleidung des 17. Jahrhunderts, mit Federhut, Wams und Felltasche, berichtete der legendäre Bauerngeneral über Wissenswertes aus der Region und deren bewegte Vergangenheit. Kauernmühle, Neumühle und Teufelskanzel kamen zur Sprache. Kurzweilig und stets mit dem Schalk im Nacken. Denn manche der mit Augenzwinkern dargebotenen Storys dürften kaum der Prüfung der HIstoriker stand halten. Etwa die, weshalb die Talsperre erbaut worden sei. Nicht etwa wegen des Hochwasserschutzes oder als Trinkwasserreservoir. Nein - die Leubatalsperre wurde errichtet, damit das Floß mit Georg Kresse darauf herum fahren kann!

Auf Fragen antwortete der sympathische Kresse überaus schlagfertig und die wichtigsten Orte seines historisch verbürgten Wirkens - von der Geburt 1604 in Dörtendorf bis zu seiner Ermordung am 1. November 1641 in Auma im damaligen oberen Gasthaus - dokumentiert der Bauerngeneral anhand mitgebrachter Fotos und historischer Dokumente. Auch über die Festnahme seines Zeit- und Zunftgenossen Nickel List in der Neuen Schenke wusste er zu berichten.

Die Floßfahrt mit Georg Kresse - der im wahren Leben Johannes Pensold heißt und eigentlich der Kapitän des Floßes ist, wenn er es nicht gerade als "Georg Kresse" überfällt - entpuppte sich am Ende als eine überaus gelungene Kaffeefahrt der etwas anderen Art, die den Teilnehmern garantiert noch lange im Gedächtnis bleibt.

Für die kleine Gemeinde Hain, einem Ort in der Verwaltungsgemeinschaft Leubatal, ist die Leubatalsperre ein touristisches Alleinstellungsmerkmal. Ein Vertrag mit der Talsperrenmeisterei sichert dem Ort, dass er mit dem großen Floß im Sommer Ausflugsgäste über die Talsperre fahren kann. Auf dem schwimmenden Gefährt finden bis zu 20 Personen Platz. Die haben Spaß und spülen so ganz nebenbei einige Euro in die Gemeindekasse von Hain.
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10 Kommentare
Jana Scheiding aus Arnstadt | 13.09.2011 | 18:40  
Gerd Zeuner aus Zeulenroda-Triebes | 14.09.2011 | 08:29  
Jana Scheiding aus Arnstadt | 14.09.2011 | 10:38  
Gerd Zeuner aus Zeulenroda-Triebes | 14.09.2011 | 10:41  
Jana Scheiding aus Arnstadt | 14.09.2011 | 10:43  
Gerd Zeuner aus Zeulenroda-Triebes | 14.09.2011 | 11:53  
Jana Scheiding aus Arnstadt | 14.09.2011 | 15:42  
Gerd Zeuner aus Zeulenroda-Triebes | 14.09.2011 | 16:34  
Jana Scheiding aus Arnstadt | 14.09.2011 | 16:36  
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Hannelore Grünler aus Artern | 12.10.2011 | 11:11  
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