Martin Manner kämpft gegen den Blutkrebs

Wann? 23.11.2013 10:00 Uhr bis 23.11.2013 15:00 Uhr

Wo? Vogtlandhalle, Carolinenstraße 15, 07973 Greiz DE
Martin Manner erhielt am 12. Juni 2013 die Diagnose: Blutkrebs.
 
Gabi Manner steht ihrem Martin in diesen schweren Wochen bei. Um für ihn einen Stammzellenspender zu finden, gibt es am 23. November eine große Registrierungsaktion in Greiz.
 
Der Greizer Eric Nitschke hat sich bereits als Stammzellenspender registrierten lassen. (Foto: Privat)
 
Auch Schlagersänger Matthias Reim (l.) warb bei seinem Gastspiel in der Greizer Vogtlandhalle für die Gewinnung von Stammzellenspendern. Hier mit Steffen Seyfert, ein enger Freund von Martin Manner, und Leonie - jüngster MatthiasReim-Fan des Konzertabends am 15. November in Greiz. (Foto: Rüdiger)
Greiz: Vogtlandhalle | .

Um dem 58-Jährigen und anderen Betroffenen zu helfen, findet am 23. November 2013 in Greiz eine Registrierungsaktion für Stammzellenspender statt

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Martin Manner hat Blutkrebs. Das weiß er seit dem 12. Juni 2013. Wegen Kopfschmerzen war der Fernmeldemonteur an jenem Tag zum Arzt gegangen. „Ich dachte, vielleicht habe ich einen Nebenhöhlenentzündung oder so etwas“, so der 58-Jährige. Doch kaum war er wieder zu Hause, erhielt er einen Anruf aus der Arztpraxis. „Mit ihrem Blut stimmt etwas nicht, sie müssen sofort in die Uni-Klinik nach Jena“, sagte der Doktor. In der Universitätsklinik dann der schreckliche Befund: Blutkrebs. Von der ersten Blutentnahme beim Hausarzt in Greiz bis zu der niederschmetternden Diagnose in Jena waren gerade einmal fünf Stunden vergangen.

Die Jenaer Ärzte haben bei Martin Manner akute myeloische Leukämie (AML) diagnostiziert – eine bösartige Erkrankung des blutbildenden Systems und besonders schlimme Version der Krankheit. Um sie zu bekämpfen, musste sich der Greizer sofort einer ersten mehrwöchigen Chemotherapie unterziehen. Der folgten zwei weitere Chemo-Behandlungen, immer stationär in Jena. Dazwischen stets drei Wochen Urlaub zu Hause bei seiner Frau Gabi in Greiz. Hier erfährt er von ihr und seiner Familie alle Unterstützung.

Am 21. November fährt Martin Manner zur vierten und vorläufig letzten Chemo-Runde in die Jenaer Uni-Klinik. Überleben kann er allerdings nur, wenn er Stammzellen von einem anderen Menschen erhält. Der Stammzellspender muss allerdings nahezu die gleichen Gewebemerkmale wie der Erkrankte im Blut haben. Infrage kommen zunächst Geschwister. Doch die weisen nicht die für Martin erforderlichen Gewebemerkmale auf. Auch nicht sein 33-jähriger Sohn und die 27-jährige Tochter. „Es kommt nur sehr selten vor, dass zwei Menschen nahezu identische Gewebemerkmale haben. Im günstigsten Fall liegt die Wahrscheinlichkeit bei 1:20.000, bei seltenen Gewebemerkmalen findet sich eventuell unter mehreren Millionen kein ‚genetischer Zwilling’“, weiß Annika Schirmacher von der DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei. Für Martin Manner war die weltweite Suche nach einem passenden Stammzellspender bislang erfolglos.

Um ihm und anderen Betroffenen zu helfen, organisieren Freunde und Familie gemeinsam mit der DKMS eine Registrierungsaktion und hoffen, dass möglichst viele Menschen die Gewebemerkmale ihres Blutes bestimmen lassen. Fast 600 Menschen aus Greiz haben den ersten Schritt bereits getan und sich bei der DKMS typisieren lassen. „Jeder, der sich als potenzieller Stammzellspender in die DKMS aufnehmen lässt, ist eine weitere Chance für Patienten weltweit und kann vielleicht schon morgen zum Lebensspender werden“, sagt Annika Schirmacher.

Die Registrierungsaktion findet am Samstag, dem 23. November, von 10 bis 15 Uhr in der Greizer Vogtlandhalle Greiz statt. Mitmachen kann grundsätzlich jeder zwischen 18 und 55 Jahren, der in guter gesundheitlicher Verfassung ist. Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung werden dem Spender fünf Milliliter Blut abgenommen, damit seine Gewebemerkmale bestimmt werden können und er in das DKMS-Spednerverzeichnis aufgenommen werden kann. „Wir hoffen, dass möglichst viele Menschen kommen, um vielleicht meinem Mann und anderen Blutkrebs-Patiernten zu helfen“, wünscht sich Gabi Manner.

Eric Nitschke gehört zu den bereits als Stammzellenspender registrierten Greizern. Der 21-jährige Student, vielen auch als Fußballer des 1. FC Greiz bekannt, ließ sich im Sommer 2010 während seines Grundwehrdienstes bei der Bundeswehr registrieren.

Schon nach einem halben Jahr bekam er von der DKMS bescheid, dass er die ersehnte Nadel im Heuhaufen für einen schwer kranken Patienten sein könnte. Nach umfassender Aufklärung, Betreuung und Voruntersuchung bestätigte sich die seltene Übereinstimmung der Gewebemerkmale. Die periphere Stammzellentnahme fand im Universitätsklinikum Dresden statt. „Die Entnahme des Blutes und der darin enthaltenen Stammzellen selbst erfolgte sehr unkompliziert. Dafür wurde Blut aus einem Arm entnommen, das mir nach der Entnahme der Stammzellen sofort wieder in den anderen Arm zugeführt wurde. Dieser Prozess dauerte zirka 3,5 Stunden und meine Aufregung hielt sich in Grenzen, da die Entnahme einer einfachen Blutspende sehr ähnlich ist. Für mein leibliches Wohl wurde gut gesorgt. Sämtliche Organisation und Kosten wurden von der DKMS übernommen. Bei mir blieben jegliche Beschwerden aus. Ich hatte weder Müdigkeitserscheinungen noch körperliche Beeinträchtigungen“, so Eric.

Neun Monate nach seiner ersten Spende wurde Eric Nitschke gebeten, ein zweites Mal für die betreffende Person Stammzellen zu geben, da die Menge dieser nicht ausgereicht hatte. Dieser Bitte ist er gern nachgekommen und würde auch weiterhin Spendenaufrufe wahrnehmen.

Auch Martin hofft, dass bald ein passender Spender für ihn gefunden werden kann. Weitere Informationen zu der Aktion, die am Samstag, den 23.11.2013 von 10:00 bis 15:00 Uhr in der Vogtlandhalle Greiz, Carolinenstr.15, 07973 Greiz stattfindet, erhält man auf Facebook unter „Hilfe für Martin und andere“ oder auf www.dkms.de.

Weitere Info auch hier: http://www.meinanzeiger.de/zeulenroda-triebes/leut...
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Interview mit Annika Schirmacher, Spenderneugewinnung bei der DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei gemeinnützige Gesellschaft mbH

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Wer kommt als Spender in Frage, wer nicht?
Grundsätzlich kommt jeder gesunde Mensch zwischen 18 und 55 Jahren, der
mindestens 50 kg wiegt, als Spender in Frage. Ausschlussgründe sind beispielsweise schwere Erkrankungen des Herzens oder der Lunge, chronische Erkrankungen wie beispielsweise Diabetes, Krebserkrankungen, Hepatitis B, C oder D. Für Detailfragen steht am Aktionstag ein DKMS- Betreuer vor Ort zur Verfügung.

Wie läuft die Registrierung am Aktionstag ab?
Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung werden dem Spender fünf Milliliter Blut aus der Armvene entnommen. Für den Spender ist das zunächst eine Sache von 5-10 Minuten und ein kleiner Piks. Damit ist der erste Schritt getan, um einem Menschen das Leben retten zu können.

Wonach wird die Blutprobe untersucht?
Bei einer Typisierung werden die Gewebemerkmale des Blutes bestimmt. Die Blutgruppe spielt hier keine Rolle. Die Befunde werden anschließend anonymisiert an das Zentrale Knochenmarkspender Register (ZKRD) in Ulm weitergeleitet, wo sie für Patientenanfragen aus dem In- und Ausland zur Verfügung stehen.

Die Aufnahme in die DKMS kostet 50 Euro. Wofür wird das Geld benötigt?
Die Bestimmung der Gewebemerkmale des Blutes (Typisierung) ist eine
sehr aufwendige Laboruntersuchung. Für die Neuaufnahme eines potenziellen
Lebensspenders entstehen der DKMS Kosten in Höhe von 50,- Euro, die weder von den
Krankenkassen übernommen noch staatlich bezuschusst werden, sondern allein durch
Spendengelder finanziert werden müssen. Wir wissen natürlich, dass nicht jeder seine
Registrierungskosten selbst tragen kann. Aber auch kleine Beträge helfen. Jeder Euro zählt!

Wann kommt man als Stammzellenspender in Frage?
Die Gewebemerkmale von Patient und Spender müssen nahezu
hundertprozentig übereinstimmen, damit eine Transplantation erfolgreich durchgeführt werden kann. Anders als bei den verschiedenen Blutgruppen, ist die Übereinstimmung der Gewebemerkmale zweier Menschen allerdings äußerst selten. Deshalb ist es sehr wichtig, dass so viele Menschen wie möglich als potenzielle Stammzellspender registriert sind.

Wie groß ist die Chance, einen passenden Spender zu finden?
Bei häufigen Merkmalskombinationen kann ein Spender unter 20.000
gefunden werden, bei seltenen Gewebemerkmalen findet sich eventuell unter mehreren
Millionen kein passender Spender.

Was geschieht mit den Blutproben, die abgegeben werden?
Alle Blutproben der Aktion werden sofort nach der Aktion ins Labor gebracht
und untersucht! Im Labor werden zehn Gewebemerkmale analysiert. Entscheidend für eine Stammzellspende ist die Übereinstimmung von mindestens acht Gewebemerkmalen zwischen Patient und Spender.

Gesetzt den Fall, die HLA-Merkmale eines Spenders stimmen mit denen eines
Patienten überein. Was geschieht danach?
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Kommt man als Spender für einen Patienten in Frage, kommt es zu einer Bestätigungstypisierung. Dann ist der Zeitpunkt gekommen, an dem sich der potenzielle
Spender endgültig entscheiden muss, ob er für den Patienten zur Verfügung stehen will. Wenn er "ja" sagt, wird bei ihm ein gründlicher Gesundheits- Check-up durchgeführt.
Die bloße Registrierung bei der DKMS beinhaltet zunächst nicht die bindende Verpflichtung zu einer tatsächlichen Stammzellspende. Denn oft kommt es erst nach Jahren zu einer Anfrage für eine Stammzellspende und in dieser Zeit können im Leben eines Spenders Umstände (z.B. Krankheiten) eingetreten sein, die eine Stammzellspende unmöglich machen.

Was passiert bei einer Knochenmark- oder Stammzellentnahme?
Es gibt zwei verschiedene Entnahmeverfahren:
1. Seltener durchgeführt wird inzwischen die Knochenmarkentnahme, bei der dem Spender das Blut-Knochenmarkgemisch unter Vollnarkose direkt aus dem Beckenkamm (nicht (!!!) etwa Rückenmark) entnommen wird. Es bildet sich übrigens nach zwei Wochen wieder vollständig nach.
2. Die wesentlich häufigere Methode (80%) ist die periphere Stammzellentnahme: Dem
Spender wird über mehrere Tage ein Medikament verabreicht, welches die Produktion der
Stammzellen im Knochenmark anregt und diese in die Blutbahn ausschwemmt. Nach dieser Vorbehandlung werden die Stammzellen über ein spezielles Verfahren aus dem Blut gesammelt

Muss sich der Spender auf einen längeren Krankenhausaufenthalt gefasst
machen?
[
Nur bei der Knochenmarkentnahme ist ein Krankenhausaufenthalt nötig, der etwa 2-3 Tage dauert. Die periphere Stammzellspende wird ambulant durchgeführt und dauert in der Regel vier Stunden.

Was sind die Anzeichen für einen Erfolg einer Stammzelltransplantation?
Nach etwa zwei bis vier Wochen gibt der Anstieg der weißen Blutkörperchen erste Anhaltspunkte dafür, ob die neuen Stammzellen ihre Aufgabe aufgenommen haben und – wie gewünscht - gesunde Blutzellen bilden. Ist beim Patienten ein stetiger Anstieg weißer Blutkörperchen nachweisbar ist, steigt auch seine Chance auf ein zweites Leben.

Welche Risiken gibt es bei der Stammzellentnahme?
Bei der Knochenmarkentnahme besteht für ein paar Tage ein lokaler
Wundschmerz. Das Risiko beschränkt sich bei dieser Methode auf das übliche Narkoserisiko!
Bei der peripheren Stammzellspende können während der Vorbereitungsphase
grippeähnliche Symptome auftreten. Langzeitnebenwirkungen sind nach heutigem
Forschungsstand nicht bekannt.

Welches Krankenhaus entnimmt dem Spender Stammzellen?
[Die DKMS kooperiert bundesweit mit ausgesuchten und routinierten Entnahmezentren. Die gesamte Reiseabwicklung inklusive Unterkunft übernimmt die DKMS für ihre Spender. Dem Spender entstehen keine Kosten.
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