Mein Dorf. Mein Leben. Heute: Steffen Franz aus Plothen

Steffen Franz am Hausteichhaus in Plothen. In diesem in Thüringen einzigartigen Pfahlbau hat der Traditions- und Heimatverein ein kleines Museum eingerichtet.
 
Das Hausteichhaus in Plothen, ein in Thüringen einzigartiger Pfahlbau. Hier hat der Traditions- und Heimatverein ein kleines Museum eingerichtet.

In der Serie „Mein Dorf, Mein Leben.“ portraitiert der Allgemeine Anzeiger Menschen, die sich mit ihrem Engagement in das dörfliche Leben ihres Heimatortes einbringen. Heute: Steffen Franz (53) in Plothen im Saale-Orla-Kreis

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Herr Franz, seit wann leben Sie in Plothen?
Seit 1980. Mich hat die Liebe nach Plothen gebracht. Aufgewachsen bin ich im Nachbarort Dittersdorf. Plothen und die wunderbaren Teiche kenne ich natürlich schon seit meiner Kinderzeit.

Hatten Sie nie den Wunsch, in eine Stadt zu ziehen?
Da muss ich etwas weiter ausholen. Meine Lehre habe ich in Leipzig absolviert, dann war ich ein Jahr an der ABF in Halle und hatte dann ein Auslandsstudium in Wroclaw begonnen. Das „städtische“ Leben ist zwar aus Sicht eines Jugendlichen recht spannend, doch die Heimatbindung habe ich nie verloren. Aus heutiger Sicht möchte ich keinesfalls in einer Stadt leben.

Wie lebt es sich im Dorf?
Meiner Meinung nach ist es ein sehr entspanntes und ruhiges Leben in unserem Dorf.

Weshalb? Können Sie das näher beschreiben?
Was mich immer wieder fasziniert, ist die selbstverständliche Hilfsbereitschaft der Menschen untereinander. Keiner schlägt jemanden Hilfe ab, keiner geht wortlos aneinander vorbei. Das findet man in einer Stadt bestimmt nicht mehr.

Was zeichnet das dörfliche Leben aus?
Die Ruhe und der Zusammenhalt sowie der Austausch von Erfahrungen von der älteren Generation zur Jugend.

Wie bringen Sie sich in das Dorfleben ein?
Das tue ich in mehreren Vereinen. So bin ich seit vier Jahren Vorsitzender des Traditions- und Heimatvereins. Zuvor war ich seit der Gründung dieses Vereins 1995 dessen Schatzmeister. Darüber hinaus bin ich aktiver Feuerwehrmann und stellvertretender Ortsbrandmeister. Zudem wirke ich als aktives Mitglied in der Jagdhornbläsergruppe mit und bin Vorstandsmitglied in der Jagdgenossenschaft.

In welcher Art und Weise gestaltet der Traditions- und Heimatverein das dörfliche Leben mit?
Unser Verein widmet sich hauptsächlich der regionalen Geschichte und Kultur. Schwerpunkt ist dabei die Bewirtschaftung und Unterhaltung des Hausteichhauses, das auch das Wahrzeichen Plothens ist. Seit Pfingsten 2000, nach Umbau und Rekonstruktion zu einem kleinen Museum, sichern alle 65 Mitglieder des Vereins jedes Jahr die Öffnungszeiten von Mai bis Oktober ab. In dem Museum sind die Fischereigeschichte des Plothener Teichgebietes sowie die Land- und Forstwirtschaft der Region dargestellt. Hier finden auch Buchlesungen und Führungen statt, für die Kinder und Jugendlichen aus der Jugendherberge ist ein Besuch des Hauses immer ein Höhepunkt. Das über 350 Jahre alte Hausteichhaus ist übrigens ein Pfahlbau und als solches in Thüringen einzigartig!

Welches sind Ihre Lieblingsflecken in Plothen?
Im Ort unser neu gestalteter Bereich um die Plothenbachhalle und natürlich das Hausteichhaus.

Wie würden Sie den Begriff Heimat definieren?
Da würde ich an erster Stelle meine Familie mit meinen Kindern und Enkelkindern nennen. Die gibt mir das Gefühl der Geborgenheit und Zugehörigkeit. Ganz wichtig sind aber auch Freunde und ebenso das Gefühl, helfen zu können beziehungsweise gebraucht zu werden
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