Modernisierung und Erweiterung im Staatlichen Berufsbildungszentrum abgeschlossen

Das sanierte Schulgebäude an der Plauenschen Straße 2a. Die Fassade des Altbaus wurde nach strengen denkmalpflegerischen Gesichtspunkten restauriert.
 
Letzte Arbeiten vor dem ersten Schultag am neuen Eingangsbereich, v.l.: Philipp Gneupel vom Technischen Dienst sowie Marko Könitzer und Mario Harpeng von der Firma Knobel-Bau.
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Von Uwe Schaller und Gerhard R. Zeuner

GREIZ. Wenn am 26. August 2013 für die zirka 520 Schülerinnen und Schüler sowie die 51 Lehrkräfte im Greizer Schulteil des Staatlichen Berufsbildungszentrums Greiz-Zeulenroda der Schulalltag beginnt, spielt sich dieser wieder in dem traditionellen Standort ab. Drei Jahre fand der Unterricht im Ausweichquartier Pohlitzer Straße 1 - 3 statt, weil in der Plauenschen Straße 2a umfangreiche Bauarbeiten das Areal prägte. Der Schulteil wurde komplett modernisiert und erweitert. "Wir sind froh, wieder hier zu sein und freuen uns auf den Unterricht in unserer neuen Schule", strahlt Schulleiterin Dr. Gabriele Suhre.

Hinter der restaurierten historischen Fassade empfängt Schüler und Lehrerschaft jetzt tatsächlich eine komplett neue Schule. Der Umbau begann mit den Abbrucharbeiten an den alten Shedhallen des Gebäudekomplexes Anfang November 2010 und wurde in vier Bauabschnitten ausgeführt: Energetische Sanierung und Umbau des zweigeschossigen Nordflügels, Sanierung des Altbaus entlang der Plauenschen Straße, Neubau des Sozialtraktes mit Aula sowie die komplette Neugestaltung der Außenanlagen.

In Altbau und Nordflügel entstanden moderne Unterrichtsräume für die einzelnen berufsspezifischen Fächer. Durch den Anbau eines neuen Flurbereiches sind alle Räume über einen großzügigen hellen Flur zu erreichen.

Im zweigeschossigen Neubau befindet sich im Erdgeschoss die Schulaula mit zugehöriger Essenausgabe und den Sanitärräumen. Im Obergeschoss ist ein großzügiger Gymnastikraum und ein Musikraum angeordnet. In Neubauteil konnten die nutzungsspezifischen Konstruktionen für diese Räume optimal ausgeführt werden. So wurde zum Beispiel ein elastischer Sportboden im Gymnastikraum eingebaut.

Vor allem bei den Umbauarbeiten an der Altsubstanz mussten große konstruktive Veränderungen an der Baukonstruktion durchgeführt werden. So wurde im Hauptgebäude an der Plauenschen Straße auf Grund des schlechten Baugrundes eine komplette Neuausbildung der Gründung durchgeführt. Dabei wurden in der vorhandenen Gebäudesubstanz 38 Bohrpfähle im DSI-Verfahren erstellt. Die gesamte statische Tragkonstruktion dieses Gebäudeteiles wurde so umgebaut, dass eine Lastabtragung zum Großteil über diese neuen Gründungskörper erfolgt.

Desweiteren musste eine komplette Entkernung des Gebäudes erfolgen. Die Neugestaltung der Räume erfolgte durch den Einbau von Trockenbaukonstruktionen. Ein weiterer Schwerpunkt bei der Umgestaltung der alten Gebäudesubstanz war die Ertüchtigung der Konstruktion auf die heutigen Brandschutzanforderungen. Auch dies erfolgte durch den Einbau geeigneter Trockenbausysteme.

Die Gebäudefassade des Altbaus wurde nach strengen denkmalpflegerischen Gesichtspunkten sowie in enger Zusammenarbeit mit der Denkmalschutzbehörde saniert. So erhielt das Dach eine Schieferdeckung und die historische Fassade wurde in Ihrer Ursprungsform saniert.

Sichtbares äußeres Zeichen der Modernisierung des Berufsschulkomplexes ist der mit großflächigen Glasfassaden modern gestaltete Anbau des neuen Treppenhauses mit angrenzendem Sozialteil. Dieser wurde bewusst durch die Farbgestaltung vom historischen Altgebäude abgegrenzt, fügt sich aber durch die geringe Höhe gut in das Gesamtbild des umgestalteten Schulkomplexes ein.

Die Außenanlagen wurden komplett neu gestaltet. Dabei wurde besonderes Augenmerk auf die großzügige Bepflanzung der Grünflächen gelegt. Die vorhandenen Höhensprünge im Gelände wurden durch geschickte Wegeführung zwischen den einzelnen Zonen mit einander verbunden. So wurde hier auch das "Grüne Klassenzimmer" als Rondell mit umlaufender Bepflanzung angelegt. Es entstanden notwendige Stellplätze für Pkw und Zweiräder und ein Kleinsportfeld mit zugehörigem Erholungsraum.

"Alle Arbeiten wurden termingerecht und in guter Qualität ausgeführt", schätzt Dr. Gabriele Suhre ein und dankt allen an Planung und Bau beteiligten Unternehmen sowie den zuständigen Kollegen im Landratsamt. Natürlich dankt die Schulleiterin auch ihren Mitarbeitern: "Die sind einfach Spitze. Alle haben prima mitgezogen!"

INFORMATION: Im Staatlichen Berufsbildungszentrum Greiz-Zeulenroda in den Schulteilen Greiz und Zeulenroda 76 Lehrkräfte über 750 Schüler. Die Ausbildung reicht vom Berufsvorbereitungesjahr, nach dessem erfolgreichem Abschluss ein Hauptschulabschluss erworben werden kann, über die Berufsschule, die Berufsfachschule, höhere Berufsfachschule und Fachoberschule bis hin zum Beruflichen Gymnasium in mehreren Fachrichtungen und zur Fachschule für Sozialpädagogik. Ausgebildet wird sowohl direkt als auch dual und überbetrieblich, beispielsweise in den Bereichen Kranken- und Altenpflege, Ergotherapie, Diät- und Sozialassistent sowie Gestaltungstechnischer Assistent besucht werden. Auch Tischler, Holzmechaniker, Köche und Restaurantfachleute mit dazugehörigem Ausbildungsbetrieb gehen ins Berufsbildungszentrum.

NAMENSWEIHE: Zur offiziellen Einweihung der sanierten Schule wird dem Staatlichen Berufsbildungszentrum Greiz-Zeulenroda der Name "Ernst Arnold" verliehen. Die Familie Arnold hatte am 6. November 1837 in der Plauenschen Straße 2a ein Textilunternehmen gegründet. Ernst Arnold wurde 1860 Teilhaber des Unternehmens und war auch sozial sehr engagiert. Er hinterließ der Nachwelt eine Kinderkrippe, stiftete mit seiner Frau Lina ein Altenheim, finanzierte das Kinderkrankenhaus und ein Kinderheim mit. Eine Traditionsecke im Greizer Schulteil des Berufsbildungszentrums soll künftig an den Unternehmer erinnern.
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