Nach der Flut

Aufräumen in der Greizer Brückenstraße.
 
Dr. Stirkat: "Bis hierhin stand das Wasser!"

Wasser in den Kellern und überall Schlamm / Das große Aufräumen hat begonnen

.

59 Jahre nach dem „Jahrhunderthochwasser“ am 11. Juli 1954, als die Weiße Elster mit einem Pegelstand von 5,56 Metern Greiz unter Wasser setzte, wurden große Teile der Kreisstadt durch ein neues Rekord-Hochwasser geflutet. In der Nacht vom 2. zum 3. Juni 2013 stieg der Flusspegel auf weit über fünfeinhalb Meter an. Genaue Zahlen gibt das Diagramm der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie leider nicht an, doch Augenzeugen von damals versichern: „Diesmal war es schlimmer“. Schlimm sind auch die Folgen für viele Menschen im gesamten Landkreis: Hunderte verloren am ersten Juni-Wochenende 2013 ihr gesamtes Hab und Gut. An die tausend Leute mussten evakuiert werden. Allein aus der Greizer Neustadt wurden rund 120 Bürger in Notunterkünften (zwei Schulsporthallen, ein Internat) untergebracht und versorgt.

Erfreulich in der Not ist aber auch die Hilfsbereitschaft der Menschen. Tausende Freiwillige füllten zig-tausende Sandsäcke, andere brachten den Helfern und Einsatzkräften Essen und Trinken, Nachbarn halfen Nachbarn beim Auspumpen der Keller. Die Hilfsbereitschaft setzt sich seit dem Montag fort. Als die Pegel zu sinken beginnen, wird das weitere Ausmaß des Schadens sichtbar: Läuft das Wasser zurück, bleibt der Schlamm. In Greiz besonders betroffen ist der Bereich um die Friedensbrücke.

Während weite Teile der Carolinen- und Bruno-Bergner-Straße noch am Dienstag unter Wasser stehen, können auf der anderen Elsterseite am Elstersteig und in der Brückenstraßen ab Montagmittag die Aufräumarbeiten beginnen. Geschäftsinhaber und Anwohner haben Tränen in den Augen. „Ich hätte nie gedacht, dass das Wasser und der Schlamm solche Schäden anrichten“, ist eine Frau entsetzt. „Das Wasser ging bis an die Oberkante der Blumenkübel“, sagt Dr. Mathias Stirkat, der mit seiner Frau in der Brückenstraße eine Zahnarztpraxis hat, und zeigt den Pegelstand an. „Bis zum Vormittag war die Straße gesperrt, dann konnten wir mit dem Aufräumen beginnen“, so Michael Täubert. Der Medienexperte betreibt seit einem Jahr ein Werbebüro in der Brückenstraße und kann den Schaden noch nicht beziffern. Produziert wird derzeit im Stammsitz Mohlsdorf.

Wichtiger aber ist: Das große Aufräumen weiter. Und überall werden die Betroffenen von freiwilligen Helfern unterstützt.

Am Dienstag nach dem Hochwasserwochenende informierte sich Kanzlerein Angela Merkel bei ihrem Greiz-Besuch auch in der Brückenstraße über die Situation: http://www.meinanzeiger.de/zeulenroda-triebes/poli...

Im Hochwassereinsatz im Landkreis Greiz waren:

558 Feuerwehreinsatzkräfte aus dem LK Greiz
584 Feuerwehreinsatzkräfte überörtlich
190 DRK-Einsatzkräfte
14 Einsatzkräfte vom THW
76 Bundeswehr-Einsatzkräfte
Hinzu kommen unzählige freiwillige Helfer, deren beherztes Handeln und die Vielzahl an Unterstützungsangeboten (Bürger aus der Region und dem Bundesgebiet sowie der Unternehmen) dazu beitragen, die Lage schrittweise in den Griff zu bekommen.

Info über den Beginn des Hochwassers am 31. Mai 2013 und über frühere Hochwasser-Pegelstände in Greiz: http://www.meinanzeiger.de/zeulenroda-triebes/natu...
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige