Relief von Elly-Viola Nahmmacher bereitet kleinen Klinikpatienten wieder Freude

Joachim Buhr und Chefarzt Ulf Meyer vor dem Relief (Foto: Ramona Jung)
Greiz: Kreiskrankenhaus |

Von 1977 bis zu seiner zu seiner Schließung 2004 schmückte im ehemaligen Kinderkrankenhaus Greiz-Irchwitz eine Reliefwand – das sogenannte Tierhäuschen – der Greizer Künstlerin Elly-Viola Nahmmacher den Eingangsbereich der Station K. Jetzt erstahlt es in neuem Glanz und ziert die Kinder- und Jugendstation im neuen Krankenhaus.

Elly-Viola Nahmmacher (1913-2000) fertigte das Relief 1977 für die Kinderklinik Greiz, damals unter der Leitung von Chefarzt Dr. med. Joachim Buhr, an. Dort schmückte es fast 30 Jahre die Station K im alten Klinikgebäude an der Irchwitzer Straße. Mit dem Umzug der Kinderklinik in die Wichmannstraße verbliebt das Relief in den alten Räumlichkeiten.

Dank des Engagements der jetzigen Hausbesitzer, Familie Högger, konnte es 2014 an die Kinderklinik der Kreiskrankenhaus Greiz GmbH zurückgegeben werden. Leider befand es sich in einem desolaten Zustand und musste aufwändig restauriert werden. Dies übernahm der Bildhauer und Maler Peter Rehr aus Scheibenberg / Erzgebirge, der die Schäden am Relief und den aufgesetzten Glasteilen beseitigen konnte. Der Elektro Firma Klaus aus Greiz gilt besonderer Dank für die kostenlose Montage der Hintergrundbeleuchtung.

Seit dem 3. Juni 2015 hat das Relief seinen neuen, festen Platz in der Kinderklinik der Kreiskrankenhaus Greiz GmbH und erfüllt wieder den von der Künstlerin gewünschten Zweck - den kranken kleinen und großen Kindern der Klinik Freude zu bereiten. Sie sollen sehen, fühlen, aber auch staunen und träumen können.

Zur offiziellen Übergabe konnte Chefarzt Dr. med. Ulf Meyer unter anderem die Tochter von Elly-Viola Nahmmacher, Silke-Viola Weißker, den ehemaligen Chefarzt der Kinderklinik, Joachim Buhr, und das Ehepaar Högger begrüßen.

Hintergrund
Elly-Viola Nahmmacher kam am 27. Mai 1913 in Gera-Untermhaus zur Welt und arbeitete nach Schulende zunächst in einer Buchhandlung
in Greiz. In den 1930er Jahren absolvierte sie eine Ausbildung zur Bildhauerin, beschäftigte sich später auch mit dem Malen. Nach Stationen u.a. in Mainz,
Freiburg, Chemnitz und Berlin wirkte sie ab Kriegsende als freischaffende Künstlerin in Greiz, das für ihr weiteres Leben der Mittelpunkt ihres Schaffens
bleiben sollte. Ab 1950 widmete sie sich vorrangig christlichen Themen, so entstanden viele Werke für Kirchen, die heute noch einen Großteil ihres
Nachlasses ausmachen (etwa 5000 Arbeiten). In den 1970ern stellte sie auch in westlichen Ländern und den USA aus. Durch ihre Freundschaft zu dem
bekannten Greizer Schriftsteller Rainer Kunze geriet sie schnell ins Visier der Stasi und wurde 1975 aus dem Verband Bildender Künstler der DDR ausgeschlossen.
In den folgenden Jahren wurde sie bei allen Arbeiten und bei jeglichen öffentlichen Auftritten massiv behindert. 1993 zog sie zu ihrer Tochter Silke-Viola Weißker
nach Kromsdorf bei Weimar, wo sie bis zu ihrem Tod am 5. Mai 2000 lebte. Auf ihren Wunsch wurde sie auf dem Neuen Greizer Friedhof bestattet. Sie ist Trägerin
des Bundesverdienstkreuzes und der Bürgermedaille der Stadt Greiz, seit 2004 trägt auch eine Straße in Greiz ihren Namen.
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