Rudolf Söllners 50-jährige Feuerwehrschalmeienkapellenzugehörigkeit

  Zeulenroda-Triebes: Bernsgrün | „Rudis Spielereien“

Der Bernsgrüner Rudolf Söllner beging im Januar diesen Jahres ein seltenes Jubiläum: 50-jährige aktive Mitgliedschaft in der Feuerwehrschalmeienkapelle Bernsgrün.
Im Januar 1963 trat er der Kapelle bei und ist ihr bis heute treu geblieben. 50 Jahre spielte er die Schalmeienaltstimme. Er gab seine Erfahrungen und sein Können in der 2. Stimme gerne weiter, indem er den musikalischen Nachwuchs mit ausbildete. Viele Männer hat er in der Kapelle kommen und leider auch gehen sehen. „Meistens wegen der Ausbildung und des Berufes wegen außerhalb der Gemeinde“, sagt Rudolf Söllner. Deshalb freut er sich über jeden jungen Mann, der in die Heimat zurückkehrt bzw. im Ort geblieben und Kapellenmitglied ist. Der heute Siebzigjährige kann von unzähligen Auftritten und Erlebnissen der Kapellengeschichte berichten. „Ich denke gerne an unsere Auftritte bei den internationalen Pfingsttreffen in Berlin und den Fackelumzügen der Jugend in Berlin zurück. Die Bernsgrüner Schalmeien gehörten damals zum zentralen Schalmeienorchester der DDR“, erinnert sich Rudolf Söllner. Auch beim großen Blasmusikertreffen in Bratislava waren die Bernsgrüner Musiker dabei. „Unvergessen aber bleibt das Wendeereignis, als wir in Mödlareuth, dem geteilten Dorf, mit unserer Kapelle bei der Grenzöffnung dabei waren“, sagt er. Aber auch an das gigantische Jubiläumsfest zum 80-jährigen Bestehen der Schalmeienkapelle Bernsgrün und an den sehenswerten Festumzug zum 550-jährigen Bernsgrüner Ortsjubiläum, wo die Schalmeien sogar mit zwei Kapellen am Umzug teilnahmen, denkt er sehr gerne zurück. Vieles aus der Vergangenheit hat er als Erinnerung von den verschiedensten Auftritten aufgehoben. Mit Stolz zeigt er
u. a. noch seine alten Notenhefte mit Liedern und Märschen von seinem 1963-ziger Beginn.
Rudolf Söllner fungiert aber auch seit über 10 Jahren als Kassenprüfer in der Kapelle. Er half tatkräftig beim Ausbau des Dachbodens im Vereinshaus mit, wo Räumlichkeiten für die Bekleidung und Instrumente geschaffen wurden. Außerdem ist er für die Erledigung von Kleinstreparaturen an den Schalmeien, wie der Auswechslung von Stimmen und Lötarbeiten, zuständig.
Neben seiner Kapellentätigkeit ist der gelernte Bautischler, der über 30 Jahre als Industriemeister in den Möbelwerken Zeulenroda und 13 Jahre als Lehrausbilder für Holzmechaniker für lernbehinderte Kinder in Plauen tätig war, ein richtiger „Holzwurm“. Zu Hause frönt er sein „Hobbytischlern“ und fertigt u. a. Holzspielzeug an.
Rudolf Söllner war in all den vielen Jahren stets mit Lust und Leidenschaft und der Liebe zur Schalmeienmusik dabei. Zu den Proben und Auftritten konnte man stets auf ihn zählen. Seine 50-jährige Kapellenzugehörigkeit verdient Respekt und hohe Anerkennung. Obwohl Rudolf Söllner sich als ältestes Kapellenmitglied jetzt doch öfters altersmäßig allein fühlt, denkt er noch nicht ans Aufhören.
Der Vorstand der Feuerwehrschalmeienkapelle Bernsgrün würdigte zur diesjährigen Jahreshauptversammlung seine Verdienste und ehrte ihn. Klaus Röhler, 1. Vorstand, schätzt Rudolf Söllner als „aktiven Mann, der stets zur Stange hält, aufgeschlossen für Neues und Vorbild für die Jugend ist und sich bemüht, dass die Kapelle weiter Bestand hat“.
Mit „Rudis Spielereien“ besitzt Rudolf Söllner jetzt sogar ein vom ehemaligen musikalischen Leiter Friedbert Müller eigens für ihn geschriebenes Lied.

Text/Foto: Gabriele Wetzel
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